by Georg Scheurlin (1802 - 1872)

Es zog ein Bursch gen Welschland weit
Language: German (Deutsch) 
Es zog ein Bursch gen Welschland weit,
und als er saß in Duft und Blüt',
da kost' ihn wohl die braune Maid:
Bring uns, Gesell, dein schönstes Lied!
„Und soll ich singen, reicht mir Wein!
Im Weine nur ist Liedes Leben!
Er sei vom Maine, sei vom Rhein,
in Deutschland - Glück auf, mein Deutschland! -
dort träufeln mir die edlen Reben!“

Und als der Wein im Kelche schwoll,
da trank die braune Dirn' ihm zu:
Der Saft ist echt, das Glas ist voll!
Wohlauf, nun trink und singe du!
„Zum kühlen Wein ein warmer Kuss!
So fern der Liebsten schäumt er trübe.
Und soll ich singen, ist's ein Gruß
gen Deutschland - Glück auf, mein Deutschland! -,
dort grünet meine junge Liebe.“

Und wie die braune Dirn' ihn lockt
mit süßem Kuss, mit sprödem Scherz,
der Sänger schweigt, die Lippe stockt:
„Nur in der Heimat klingt mein Herz.
Wo noch die Stirnen männlich glüh'n,
noch Treue pocht ans keusche Mieder,
in meiner Wälder dunklem Grün,
in Deutschland - Glück auf, mein Deutschland! -,
da träumen meine sel'gen Lieder!

About the headline (FAQ)

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

  • by Franz Wilhelm Abt (1819 - 1885), "Glück auf, mein Deutschland", op. 109 (4 Lieder für Bariton oder Bass mit Pianoforte) no. 3, published 1853 [ baritone or bass and piano ], Braunschweig, Meyer [sung text checked 1 time]
  • by Franz Wilhelm Abt (1819 - 1885), "Gruss an Deutschland", op. 156 (4 Lieder für 4 Männerstimmen) no. 1, published 1859 [ vocal quartet for male voices ], Offenbach, André [sung text not yet checked]

Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-11-05
Line count: 27
Word count: 179