by Philipp Engelhard von Nathusius (1815 - 1872)
Bei Tag ist so viel Laufen
Language: German (Deutsch)
Bei Tag ist so viel Laufen Und Schreien, Schieben, Raufen Von Menschen, Worten, Sachen, Die so viel Wirrwarr machen, Wie Babels Turm vor Zeit, Daß manche kleine Schmerzen Und manche Lust im Herzen Sich heimlich davor scheut. Doch abends, wenn die Grillen Im warmen Herde schrillen, Und Mäuschen aus den Ecken Die spitzen Köpfchen strecken, Wenn alles still zur Ruh; Dann macht sich auch ganz heimlich, Verstohlen still und träumlich Die Liebe wohl herzu. Die Liebe und die Grillen Die zirpen gern im stillen; Gern hör' ich Grillchen singen Und laß' die Mäuschen springen Nach abendlichem Brauch; Und sollte nicht der Liebe, Wo sie ihr Spielchen triebe, Ein Stündchen gönnen auch?
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Confirmed with the anthology Ausgewählte deutsche Dichtungen für Lehrer und Freunde der Litteratur erläutert von Karl L. Leimbach, Erster Band, Leipzig, Frankfurt a. M., 1890, page 187.
Text Authorship:
- by Philipp Engelhard von Nathusius (1815 - 1872), "Grillen" [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Heinrich Triest (1808 - 1885), "Bei Tag ist so viel Laufen", op. 9 no. 2, published 1842 [ voice and piano ], from Lieder von Nathusius, no. 2, Berlin, Bote und Bock [sung text not yet checked]
Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
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