by Nikolaus Lenau (1802 - 1850)
Reiterlied
Language: German (Deutsch)
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Wir streifen durchs Leben im schnellen Zug ohne Rast wie die stürmische Welle; wir haschen die Frucht im Vorüberflug und schlummern nicht ein an der Quelle; wir pflücken die Rose, wir saugen den Duft und streuen sie dann in die flatternde Luft. Der Friedliche sitzet und lauert bang, bis das Glück ihm poch' an die Türe, noch späht er beim Sterbeglöckleinklang, ob das Glück an der Klinke nicht rühre. Wohl rührt' sich die [Klink']1, und es tritt herein - erschrick nicht, du Armer - es ist Freund Hein! Der Reiter verfolgt das entlaufende Glück, er fasst's an den fliegenden Locken und zwingt es zu sich auf den Sattel zurück und umschlingt es mit wildem Frohlocken: „Musst reiten mit mir durch Nacht und Graus, durch Strom und Geklüft zum blutigen Strauß!“ Wir sprengen hinein in die laute Schlacht, es tanzen die wiehernden Rosse dahin, wo der Donner am stärksten kracht, weit voran dem trippelnden Trosse. Dem Reiter kredenzt auf sein stürmisch Gebot den ersten, den feurigsten Trunk der Tod!
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Researcher for this page: Johann Winkler
Confirmed with Nikolaus Lenaus sämtliche Werke in zwei Bänden, 1. Bd, Zürich, s. a.
1 Mangold: "Klinke"Text Authorship:
- by Nikolaus Lenau (1802 - 1850), "Reiterlied" [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Carl Ludwig Amand Mangold (1813 - 1889), "Reiterlied", op. 20 (Vier Gesänge für vier Männerstimmen) no. 2 [ vocal quartet for male voices ] [sung text checked 1 time]
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