by Christian Felix Weisse (1726 - 1804)

Iris
Language: German (Deutsch) 
Schön sind Rosen und Jasmin,
Wenn sie noch im Lenzen
Unberührt am Strauche blühn,
Und von Thaue glänzen:
Aber schöner noch, als die,
Blühen Iris Wangen;
Keusche Liebe färbte sie.
Selig, wem sie prangen!

Sanft und lieblich ist der West:
Thal und Aue lächelt,
Wenn er an der Flora Fest
Ihre Kinder fächelt;
Aber sanfter dünken mich
Worte meiner Schönen:
Ohr und Herz erlaben sich.
Selig wem sie tönen!

Süß ist frisch gepreßter Most
Aus den reiften Trauben;
Süß der kleinen Bienen Kost,
Die sie Blumen rauben:
Aber süßer ist der Kuß,
Den mir Iris giebet,
Den kein dritter sehen muß.
Selig, wen sie liebet.

Confirmed with Karl Wilhelm Ramler's Lyrische Blumenlese I. II. III. IV. und V. Buch, Leipzig, 1774, pages 99-100.

Written for Johann Adam Hiller's singspiel "Die Jagd" (1769); cf. Karl Peiser, Johann, Adam Hiller: Ein Beitrag zur Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts, Leipzig 1894.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Christian Mondrup

This text was added to the website: 2014-01-16
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