by Bertolt Brecht (1898 - 1956)
Aus "Deutsche Kriegsfibel"
Language: German (Deutsch)
An der Mauer stand mit Kreide: Sie wollen den Krieg. Der es geschrieben hat, ist schon gefallen. Im Kalender ist der Tag noch nicht verzeichnet. Alle Monate, alle Tage liegen noch frei. Einer der Tage wird angekreuzt werden. Die Konstrukteure hocken gekrümmt in den Zeichensälen: eine falsche Ziffer, und die Städte des Feindes bleiben unzerstört. Aus den Bücherhallen treten die Schlächter. Die Kinder an sich drückend, stehen die Mütter und erforschen entgeistert den Himmel nach den Erfindungen der Gelehrten. Wenn es zum Marschieren kommt, wissen viele nicht, daß ihr Feind an ihrer Spitze marschiert. Die Stimme, die sie kommandiert, ist die Stimme des Feindes. Der da vom Feind spricht, ist selber der Feind.
Text Authorship:
- by Bertolt Brecht (1898 - 1956) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Karl-Heinz Pick (1929 - 2009), "Aus "Deutsche Kriegsfibel"", from Das rote Liederbuch, no. 4 [sung text checked 1 time]
Researcher for this page: Alberto Pedrotti
This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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