Die Geschichte des Lebens
Language: German (Deutsch) 
Dem flüchtigen Taumel der Sterblichen
Sind gebrechliche Führer gegeben;
Ein Greis ist die Weisheit, die Liebe ein Kind,
Das launige Glück und der Zufall sind blind,
Und diese begleiten das Leben.
Wir schliessen am Kinde wie Kinder uns an,
Da reicht uns die Täuschung die Binde;
Ein Los, das noch jeder der liebte, gewann:
So wird, mit dem Kinde der Liebe, der Mann
Im Wollen und Wünschen  zum Kinde.
Die Puppen des Lebens, bald klein und bald gross,
kommt lächelnd das Glück anzubieten;
Es legt seine Lose der Zeit in den Schoos,
Dem Menschen zieht finster der Zufall das Los
Und alle Lose sind Nieten.

Dann steht, vor der Bude des Zufalls, der Schmerz
Von Wahn und von Wünschen betrogen;
In Nebel zerfloss ihm das schimmernde Erz,
Und blutende Stellen bedecken das Herz
Dem schnell seine Träume entflogen.
Die langsame Weisheit kommt immer so spät
Das blutende Herz zu empfangen.
Dann lehrt sie uns freilich, dass alles vergeht,
doch kommt ihre Lehre dem Herzen  zu spät:
Es ist dann schon alles vergangen.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Gaitzsch

This text was added to the website: 2007-07-06
Line count: 25
Word count: 172