by Nikolaus Lenau (1802 - 1850)

Der Schlaf
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): FRE
Ein Greis trat lächelnd mir entgegen,
Bot mir die Hand gedankenvoll
Und hob sie dann empor zum Segen,
Der sanft vom Himmel niederquoll;

Und ich empfand es tief im Herzen,
Daß Zorn der Donner Gottes nicht;
Daß aus der Weste leichten Scherzen
Wie aus Gewittern Liebe spricht.

Und einen Labebecher trank ich
Und schlich, wohin die Ruh mich rief,
Hinaus zur Scheune; müde sank ich
Hier in des Heues Duft -- und schlief.

Was mich erfreut auf meinen Wegen,
Das träumt ich nun im Schlafe nach;
Und träumend hört ich, wie der Regen
Sanft niederträufelt' auf das Dach.

Süß träumt es sich in einer Scheune,
Wenn drauf der Regen leise klopft;
So mag sichs ruhn im Totenschreine,
Auf den die Freundeszähre tropft.

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Le sommeil", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2007-07-29
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