by Franz Alfred Muth (1839 - 1890)

Abendläuten
Language: German (Deutsch) 
Die Glocken, sie läuten zur guten Nacht,
dass Mond und Sterne sind aufgewacht;
die Glocken, sie läuten zum Tal hinein,
sie läuten auch in die Seele mein.

Und wie sie läuten, da regen sich
die Jugendträume so wonniglich;
die alten Tage so rosenschön,
mir ist, als müssten sie auferstehn,

als grüßte der Blume Lieblichkeit
aus Wald und Heide noch zur Zeit
wie dazumal, da sie so traut,
so schwesterlich mich angeschaut.

O Sonnenglanz, o Waldesblühn,
o Vogelschlag, o Heidegrün;
o meiner Jugend Lieb und Lust,
wie wacht ihr auf in meiner Brust!

Nun aber bei der Glocke Rast
bewegt zu Tränen bin ich fast;
o du mein fröhlicher Jugendsinn,
wie bist du so lange, so lange dahin!

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2020-01-23
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