by Charles Fenno Hoffman (1806 - 1884)

Im Ruderboot
Language: German (Deutsch)  after the English 
Wir bangen nicht vor Sturmgetos,
nicht vor des Meeres Schlünden.
Kein Segel lässt die Schwingen los,
kein Anker sinkt zu Gründen.

Lass Winde wehn, lass Wellen fliehn,
wir rudern wohlgemut;
es rauscht der Kiel die Bahn dahin,
der Steuermann lenkt gut.

Fällt Zwielicht ein, blitzt Sonnenstrahl
rotgolden vor dem Scheiden.
O Lust, das glühnde Wassertal
laut singend zu durchschneiden.

Und wich das Licht der stillen Nacht
und schloss der Tag sein Tor,
dann Stern um Sternlein sanft erwacht
und tanzt zu unserm Chor.

Doch heute treibt das Boot zum Strand,
wo Schönheit schlummernd träumet;
das Ruder gleitet aus der Hand,
nur leis die Brandung schäumet.

Jetzt aber wird ihr Fenster hell,
sie lauschet unserm Sang.
O Dank, du süßer Liedesquell,
der hin zu Ellen drang.

Schon zieht uns Ebbe sanft zurück,
zurück auf hohe Fluten;
das Licht erlischt wie junges Glück,
hinweg mit dem Entmuten!

Wenn Morgenluft auch fröstelnd streift
und alles, alles grau umher,
der Traum war hold, ans Ruder greift,
hinaus ins offne Meer!

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

Text added to the website: 2020-02-01 00:00:00
Last modified: 2020-02-01 19:24:56
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