Der Königsstrand
Language: German (Deutsch) 
Hier ist dein Strand,
Hier hast du oft belauscht
Den Wellenschlag ans grüne Land--
Den Wind, wenn er im Weidenbaum gerauscht.

Seh deinen Blick,
Wie er zur Ferne schweift--
Und ernst in träumerischem Glück
Den blauen Seeesspiegel überstreift.

Ich sehe dich
Aus schilfumkränzter Bucht
Den Nachen ziehn. Der Tag verblich.
Am Ufer dunkelt schon die Waldesschlucht.

Du bist allein
Und ruderst in den See
Zu deinem rosenduft'gen Hain,
Das laute Weltgetriebe tut dir weh.

Das Mondlicht steigt,
Die Hand am Steuer ruht,
Doch, wenn der Kahn sich leise neigt,
So fallen Silbertropfen in die Flut.

Horch! Mitternacht!
Der Glockenschlag erbebt
Vom Ufer. Mit geheimer Macht
Sein Tönen bis zu dir herüber schwebt.

Du blickst empor--
So bleich ist dein Gesicht--
Was geht in deiner Seele vor,
Wird ihr der Todesahnung Licht?

Du bist nicht mehr--
Dein Kahn verlassen schwankt,
Die Wellen fluten hin und her--
Ach! fluten um ein Kreuzlein, schilfumrankt.

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2009-05-26
Line count: 32
Word count: 151