by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Warum ich wieder zum Papier mich wende?
Language: German (Deutsch) 
Available translation(s): ENG
Warum ich wieder zum Papier mich wende?
   Das mußt du, Liebster, so bestimmt nicht fragen:
   Denn eigentlich hab' ich dir nichts zu sagen;
   Doch kommt's zuletzt in deine lieben Hände.
Weil ich nicht kommen kann, soll was ich sende,
   Mein ungetheiltes Herz hinüber tragen
   Mit Wonnen, Hoffnungen, Entzücken, Plagen:
   Das alles hat nicht Anfang, hat nicht Ende.
Ich mag vom heut'gen Tag dir nichts vertrauen,
   Wie sich im Sinnen, Wünschen, Wähnen, Wollen
   Mein treues Herz zu dir hinüber wendet:
So stand ich einst vor dir, dich anzuschauen
   Und sagte nichts. Was hätt' ich sagen sollen?
   Mein ganzes Wesen war in sich vollendet.

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Confirmed with Goethe's Gedichte, Erster Theil, Neue Auflage, Stuttgart und Tübingen: in der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, 1829, page 259


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

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Research team for this text: Emily Ezust [Administrator] , Sharon Krebs [Guest Editor]

Text added to the website: 2008-04-04 00:00:00
Last modified: 2017-06-02 10:15:49
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