by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Die Sonne tönt nach alter Weise
Language: German (Deutsch) 
Raphael:
 Die Sonne tönt nach alter Weise
 In Brudersphären Wettgesang,
 Und ihre vorgeschriebne Reise
 Vollendet sie mit Donnergang.
 Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
 Wenn keiner sie ergründen mag;
 Die unbergreiflich hohen Werke
 Sind herrlich wie am ersten Tag.

Gabriel:
 Und schnell und unbegreiflich schnelle
 Dreht sich umher der Erde Pracht,
 Es wechselt Paradieseshelle
 Mit tiefer, schauervoller Nacht;
 Es schäumt das Meer in breiten Flüssen
 Am tiefen Grund der Felsen auf,
 Und Fels und Meer wird fortgerissen
 In ewig schnellem Sphärenlauf.

Michael:
 Und Stürme brausen um die Wette,
 Vom Meer aufs Land, vom Land aufs Meer,
 Und bilden wütend eine Kette
 Der tiefsten Wirkung ringsumher.
 Da flammt ein blitzendes Verheeren
 Dem Pfade vor des Donnerschlags;
 Doch deine Boten, Herr verehren
 Das sanfte Wandeln Deines Tags.

Zu drei:
 Der Anblick gibt den Engeln Stärke,
 Da keiner Dich ergründen mag,
 Und alle Deine hohen Werke
 Sind herrlich wie am ersten Tag.

G. Raphael sets stanza 4

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Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Text added to the website: 2008-09-07 00:00:00
Last modified: 2017-05-13 13:41:41
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