by Rudolf Alexander Schröder (1878 - 1962)
Sonett an eine Verstorbene
Language: German (Deutsch)
An jedem Tage gibt’s ein Abschiednehmen; Und irgend etwas, das uns angehört, Wird jeden Augenblick für uns zerstört Und wandelt hin zu den vergessenen Schemen. Wohl, über dieses soll sich keiner grämen, Weil immer auch ein Neues uns betört; Und kein Verlassen ist so unerhört, Dem wir uns nicht zuguterletzt bequemen. So gehn auch wir, und lassen alle Welt Und sind nicht mehr; und jenes Wort „Gewesen“ Erklingt von uns, wie wir’s von vielem sagen. Doch daß auch du dich denen zugesellt, von denen wir nur noch den Namen lesen, Mein Herze will das nicht, und will’s nicht tragen.
Text Authorship:
- by Rudolf Alexander Schröder (1878 - 1962) [author's text not yet checked against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Josef Schelb (1894 - 1977), "Sonett an eine Verstorbene", from 4 Lieder der Besinnung, no. 3 [sung text checked 1 time]
Research team for this page: Malcolm Wren [Guest Editor] , Dr. Albert Schelb
This text was added to the website: 2018-03-19
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