by August von Kotzebue (1761 - 1819)

Arie
Language: German (Deutsch) 
Ja, nach dem verfluchten Berge!
Keuchend rollt' ich mein Faß
Über Wurzeln und Steine,
Schund mir die Hände, stieß mir die Beine,
Wurd' in jeder Pfüße naß.
Endlich stand ich vor den Trümmern,
Sah ein ein düstres Lichtlein schimmern,
Ging drauf los, rief und schrie:
He! wer lohnt mir meine Müh?
He! wo sind die vollen Rufen? --
Als ich nun drey Mahl gerufen:
Holla! Holla! Holla!
Da klang es aus der Tiefe,
Als ob ein Uhu riefe:
Wer da! wer da! wer da!

Flugs gab ich zu erkennen,
Schenkwirth Jobst sey ich zu nennen,
Suche hier im Ritterkeller
Echten alten Muscateller,
Habe zu der süßen Fracht
Auch ein leeres Faß gebracht. --
  Hu! da saust es!
  Hu! da braust es!
Und mit Toben und mit Grimme
Hört' ich eine Donnerstimme
In des Berges Tiefe schreyn:
Knappen! wahrt mein Kellerlein!

Plötzlich hat es um mich her
Bald gerauscht und bald gepfiffen,
Bald gebrummet wie ein Bär,
Oben mich beym Schopf ergriffen,
Unten mich gezwickt, gekniffen,
Hier ein Stoß in meinem Nacken,
Dort ein Schlag auf meine Backen,
Wieder einer auf den Rücken,
Mich erdrosselt zum Ersticken;
Blau und grau der ganze Leib,
O verdammter Zeitvertreib!

Heulend bin ich fortgelaufen,
Lachend von dem Geisterhaufen
Convoyiret bis hierher --
Freunde! ach! ich kann nicht mehr!

Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2010-10-06
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