by Mirzə Şəfi Vazeh (1794 - 1852)
Translation by Friedrich Martin von Bodenstedt (1819 - 1892)

Wohl weiß ich einen Kranz zu winden
Language: German (Deutsch)  after the Azerbaijani (Azərbaycan dili) 
Wohl weiß ich einen Kranz zu winden
Aus Blumen, die ich selbst gepflückt --
Wohl auch das rechte Wort zu finden,
Ob ich betrübt bin, ob beglückt.

Solang' ich meiner Sinne Meister,
Solang' ich weiß, was mir gefällt,
Gehorchen dienstbar mir die Geister
Der Blumen- und der Feenwelt.

Doch in der heil'gen Glut des Kusses,
Im Wunderleuchten des Geschicks,
Im Augenblick des Vollgenusses,
Im Vollgenuß des Augenblicks:

[24] Da fehlen mir zum Lied die Töne,
Gleichwie der Nachtigall der Schlag,
Weil wohl der Mensch das höchste Schöne
Genießen, doch nicht singen mag.

Wer kann die helle Sonne malen
In höchster Glut, im Mittagslicht?
Wer nur sie sehn mit ihren Strahlen
Von Angesicht zu Angesicht?

About the headline (FAQ)

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2009-04-25
Line count: 20
Word count: 113