by August von Kotzebue (1761 - 1819)
Translation by Albert Lortzing (1801 - 1851)

Fünftausend Taler! Fünftausend Taler!
Language: German (Deutsch)  after the German (Deutsch) 
Baculus.
 Fünftausend Taler! Fünftausend Taler!
 Träum' oder wach' ich? Zittre und zag' ich?
 Wein' oder lach' ich? Götter, was mach' ich?
 Wahr bleibt es ewig doch, das Glück ist kugelrund,
 Vor kurzem war ich noch ein rechter Lumpenhund;
 Nicht sehr viel mehr als Mensch und Christ,
 Und nun auf einmal -- Kapitalist!
 Dir dank' ich, ew'ges Fatum,
 Jetzt meines Glückes Statum!
 Überlegend.
 Doch wenn Gretchen, tränenvoll,
 Mich um Gottes willen bittet,
 Daß ich sie behalten soll?
 Wenn sie schmeichelt und mich streichelt,
 Was bis jetzt noch nie geschah;
 Wenn sie jammert, mich umklammert?
 Lieber Gott, was mach' ich da?
 Zum Publikum.
 Tun Sie mir den einz'gen Gefallen und sagen Sie mir; was mach' ich da?
 Nach kurzem Bedenken.
 Kann alles nicht helfen, ich schlage sie los,
 Denn fünftausend Taler sind gar zu viel Moos.
 Doch nun heißt es überlegen,
 Was fang' ich mit Gottes Segen,
 Mit dem Kapitale an?
 Soll ich ein Gelehrter bleiben
 Oder 's Merkantilsche treiben?
 Baue ich mir ein Palais
 Oder werde Kneipier?
 Kaufe ich mir Staatspapiere
 Oder schenk' ich bayr'sche Biere?
 Treibe ich Ökonomie, baue ich ein Tivoli?
 Doch warum die Zeit jetzt töten
 Und mit Plänen martern mich?
 Habe ich erst die Moneten,
 Findet schon das Weitre sich.
 Fünftausend Taler! Das ist ein Wort,
 So voluminös, so numerös,
 So pekuniös und so famös!
 Beschlossen ist's im Weltenplan,
 Ich werd' ein hochberühmter Mann!
 Es sauset und brauset, es sumset und brumset,
 Es schimmert und flimmert, es krabbelt und zappelt
 Im Körper, vor Augen und Ohren mir.
 Beschlossen ist's im Weltenplan,
 Ich werd' ein hochberühmter Mann!
 Geht rasch und aufgeblasen ab.

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Linda Godry

This text was added to the website: 2009-05-26
Line count: 48
Word count: 263