by Johann Martin Usteri (1763 - 1827)
Translation

Gesellschaftslied
Language: German (Deutsch)  after the German (Deutsch) 
Freut euch des Lebens,
weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose,
eh sie verblüht.

Man schafft so gern sich Sorg und Müh,
sucht Dornen auf und findet sie,
und läßt das Veilchen unbemerkt,
das uns am Wege blüht.

Wenn scheu die Schöpfung sich verhüllt,
und laut der Donner ob uns brüllt,
so lacht am Abend nach dem Sturm
die Sonn uns doppelt schön!

Wer Neid und Mißgunst sorgsam flieht
Und G'nügsamkeit im Gärtchen zieht,
dem schießt sie schnell zum Bäumchen auf,
das gold'ne Früchte trägt.

Wer Redlichkeit und Treue liebt
und gern dem ärmern Bruder gibt,
bei dem baut sich Zufriedenheit
so gern ihr Hüttchen an.

Und wenn der Pfad sich furchtbar engt
und Mißgeschick uns plagt und drängt,
so reicht die Freundschaft schwesterlich
dem Redlichen die Hand.

Sie trocknet ihm die Tränen ab
und streut ihm Blumen bis ans Grab;
sie wandelt Nacht in Dämmerung
und Dämmerung in Licht.

Sie ist des Lebens schönstes Band.
Schlingt, Brüder traulich Hand in Hand!
So wallt man froh, so wallt man leicht
ins beßre Vaterland!

The text shown is a variant of another text.
It is based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Gerhard Dangel

Text added to the website: 2010-01-10 00:00:00
Last modified: 2014-06-16 10:03:30
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