by Carl Alexander Simon (1805 - 1852), as Carl Alexander

Vierte Nacht
Language: German (Deutsch) 
Sieh'! An tief gebeugte Weiden
hing ich meine Kränze auf,
Kränze meiner Liebesleiden,
Liebesgruß und Liebesscheiden
sieht der Quelle lichter Lauf.

Ach, sie hört's und wird nicht trübe
von dem traurigen Gesang,
denn ob unglücksel'ge Liebe
Stamm und Wurzel untergrübe,
Lieb' ist doch ein süßer Klang!

In der Rüster dunkle Rinde
grub ich, ach, mit scharfem Stahl
Namen süß von meinem Kinde,
herz und Pfeil und Flamm' und Binde,
Zeichen meiner Liebesqual.

Und in meiner Kränze Zweigen
nistet nun ein Taubenpaar.
Ach, wo kaum die Tränen schweigen,
singen sie von Liebesreigen
morgens ach so wunderbar.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Johann Winkler

This text was added to the website: 2021-01-04
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