by Johann Georg Keil (1781 - 1857)

Letztes Ziel
Language: German (Deutsch) 
Bächlein, sag', was soll dein Eilen? 
Willst du hier nicht länger weilen, 
Willst dein Blumenbette fliehn, 
Strebst nach fernem Meere hin? 
Bächlein, sag', was suchest du? 
Suche Ruh'! 

Wolken, was soll euer Rennen? 
Wollt euch von den Fluren trennen? 
Hebt mit ungehemmtem Lauf  
Euch zum blauen Himmel auf? 
Wolken, sagt, wo eilt ihr zu? 
Suchen Ruh'! 

Vögel in den blauen Lüften, 
Scheidet von den Blütendüften? 
Flieget hin nach fernem Land, 
Zieht nach unbekanntem Strand?  
Vögel, sagt, wo wollt ihr zu? 
Suchen Ruh'!  

Und du, Mensch, mit deinem Streben, 
Kannst auch du nicht ruhig leben?  
Unaufhaltsam treibt's dich fort, 
Duldet dich an keinem Ort! 
Sage, Mensch, was suchest du? 
Suche Ruh'! 

Ruhe suche nicht hienieden!   
Jenseits nur wohnt ew'ger Frieden! 
Laß' dein Streben, laß' dein Mühn, 
Laß' dein Sehnen, dein Erglühn! 
Deckt dich einst der Hügel zu, 
Hast du Ruh'! 

Confirmed with Johann Georg Keil, Lyra und Harfe. Liederproben, Leipzig: Friedrich Fleischer, 1834, pages 26 - 27. Appears in Lieder.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-07-19
Line count: 30
Word count: 139