by Christian Schreiber (1781 - 1857)

Die Geliebte
Language: German (Deutsch) 
Auf Berg und Thal ruht dunkle Nacht, 
Kein Lüftchen athmet mehr; 
Und nur der Mond in stiller Pracht 
Streut sanftes Licht umher. 

Und freundlich an des Baches Moos 
Lockt mich sein goldner Schein; 
Da nimmt in seinen Blüthenschoos 
Ein Hüttchen still mich ein. 

Und sehnsuchtsvoll erblick ich sie, 
Die sich mein Herz erkohr; 
Der in geheimer Sympathie 
Ich ew'ge Liebe schwor. 

Sie glänzt so sanft, sie strahlt so licht, 
Ein Kranz von Rosen schwebt 
Ihr lächelnd um das Angesicht 
Mit Immergrün durchwebt. 

Kristallenhell ihr Auge glüht, 
Ihr Kleid ist silberweiss, 
Und um den vollen Busen blüht 
Der Lilienflor des Mais.  

Der Himmel lacht in ihrem Blick, 
So wunderschön und mild, 
Und tausendfach strahlt sie zurück 
Der Anmuth hohes Bild. 

Wohl in des Lenzes schönsten Duft 
Ward ihre Stirn getaucht. 
Sie flüstert sanft, wie Zephirluft 
Um junge Blumen haucht. 

Doch klag' ich ihr den stillen Schmerz,  
Der Liebe süße Pein; 
Dann blickt ihr Auge himmelwärts 
Von ird'scher Regung rein. 

Und ihren Namen,  --  nenn' ich ihn 
Den Hörern allzumal? -- 
Es ist, gefaßt in zartes Grün, 
Die Quelle dort im Thal. 

Confirmed with Der Freimüthige, Nro. 54, 16 März 1804, zweiter Jahrgang. Berlin: bei Heinrich Frölich, 1804. pages 215 - 216 (Schreiber's music and text); also confirmed with Gedichte von Christian Schreiber, Erster Band, Berlin: bei Heinrich Frölich, 1805, pages 30-31 (text alone).


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2016-12-18
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