by Karl Julius Curtius (1802 - 1849)

Es zieh'n nach fernen Landen
Language: German (Deutsch) 
Es [zieh'n]1 nach fernen Landen 
Die lieben Vögelein, 
Und wenn sie wieder kommen, 
So seh'n sie lustig d'rein.  
Im Hain bergauf, bergunter, 
Da klingt's aus voller Brust  
So lieb, so hell und munter, 
Von Nichts als Wanderlust.      

Die Sonne, Mond und Sterne, 
Die wandern jeden Tag, 
Und Wogen, Wind und Wolken, 
Die machen's ihnen nach; 
Es wandert selbst die Erde, 
Die sich's doch kaum bewußt, 
Es träumen Hirt und Heerde 
Von Nichts als Wanderlust. 

Die Menschen alle wandern 
Zum fernen welschen Land, 
Zum Norden, zu dem Süden, 
Zum Meer und Bergesrand, 
Und schreiben tausend Lieder 
Aus ihrer vollen Brust, 
Und singen immer wieder 
Von Nichts als Wanderlust. 

Ihr wollet's mir verargen, 
Wenn ich am schönen Tag 
Wohl auch einst wandern möchte, 
Den hellen Wolken nach; 
Und haltet mich geringe, 
Wenn ich aus voller Brust 
Ein einzig Liedchen singe 
Von Nichts als Wanderlust. 

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Confirmed with Der Gesellschafter: oder, Blätter für Geist und Herz, neunter Jahrgang, ed. by F. W. Gubitz, Berlin: Maurersche Buchhandlung, 1825, page 91. Appears in 19tes Blatt.

1 Mohr: "ziehen"; further changes may exist not shown above.

Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

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