by Felix Ludwig Julius Dahn (1834 - 1912)

Die Nixe
Language: German (Deutsch) 
Stieg einst das schöne Nixlein, das Nixlein aus dem See:
Sie wollten den tapfern Grasen bezaubern mit Liebesweh.

Sie saß am grauen Steine, wo er vorüber mußt',
Und kreuzte die runden Arme auf ihrer weißen Brust:

"Hei, wann er kommt geritten, trifft ihn ein Blick voll Glut,
Dann tauch' ich wieder mit Lachen hinunter in die Flut. 

Doch er durch all' sein Leben nach mir nur mehr begehrt,
Bis ihm das heiße Sehnen das sterbliche Herz verzehrt." 

Und als er kamm geritten  --  der Mond gab hellen Schein  -- 
Da blickt er siegenden Auges ihr bis ins Herz hinein.

Da that die schöne Nixe einen gellenden, gellenden Schrei:  
Da war's mit Zaubern und Lachen und Flutversinken vorbei. 

Sie muß ihm wie sein Schatte nun folgen Nacht und Tag
Und muß ihn ewig lieben mit unsterblichem Herzenschlag.

Confirmed with Gedichte von Felix Dahn. Zweite Sammlung, erste Abtheilung, zweite Auflage, Stuttgart: J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1873, pages 200 - 201.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

Text added to the website: 2017-09-02 00:00:00
Last modified: 2017-09-02 22:02:43
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