by Edmund Höfer (1819 - 1882)

Es zieht der Lenz
Language: German (Deutsch) 
Da hatt' ich eben einen Schreck! 
Es schaut' ins Fenster schnell und keck
Der Lenz mit Lächeln mir:
Frisch auf, du träumiger Gesell,
Und was du hast, das sage schnell,
Bleib' nimmer lange hier. 
 So weit, so weit die Veilchen blühn,
 So weit, so weit die Schwalben ziehn,
 So weit, so weit die Liebe küßt,  -- 
 Es zieht, es zieht der Lenz und grüßt.

Herr Lenz, das hast du wohl gemacht,
Daß heut du lächelnd aufgewacht
Und fliegst mit Heiterkeit!
Herr Lenz, und has du das gewußt,
Daß heut mein Glück, mein Leid und Lust,
Mein Lieb' geboren heut?
 So weit, etc.

O schüttle deine Flügel aus
Und fliege zu der Liebsten Haus,
Klopf' ihr ans Fenster auch.
Und küß' ihr Aug', noch schlummermüd',
Und küß' die Wang', noch schlaferglüht,
Mit deinem süß'sten Hauch. 
 So weit, etc.

Confirmed with Gedichte von Edmund Hoefer, zweite Auflage, Stuttgart: Adolph Krabbe, 1861, pages 56 - 57.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2018-11-30
Line count: 24
Word count: 136