by Julius Karl Reinhold Sturm (1816 - 1896)

Der Frühling und seine Diener
Language: German (Deutsch) 
Der Frühling rief: „Wer will mein Herold sein?”
  Die kleine Lerche sang: 
  „Hoch über alten Gründen 
  Auf luftig freier Bahn 
  Will ich der Welt verkünden 
  Dein fönigliches Nahn.”

Der Frühling rief: „Wer will mein Mundschenk sein?” 
  Der durst'ge Finke schlug:
  „Ich folge deinen Winken 
  Und fliege dir voraus 
  Und rufe: trinken! trinken! 
  Vor jedem Schänkenhaus.” 

Der Frühling rief: „Wer will mein Hofnarr sein?” 
  Und lustig pfiff der Staar: 
  „Mein Will soll dir behagen,
  Der Schwänke bin ich voll, 
  Und lachend sollst du jagen:
  Ein Narr ist jeder Zoll!” 

Und als er rief: „Wer will mein Liebchen sein?” 
  Erhob das schöne Haupt 
  Umkränzt mit zartem Moose, 
  Von süßer Scham erglüht, 
  Die morgenfrische Rose,
  Die über Nacht erblüht.

Confirmed with Deutsche Dichterhalle, ed. by Ernst Eckstein, Volume 8, Jahrgang 1879, Leipzig, Verlag von Richard Eckstein, page 117.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

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