by Wilhelm Müller (1794 - 1827)

Abrede
Language: German (Deutsch) 
Vor meiner Liebsten Fenster
Da klingen meine Sporn:
Thu' auf, Herzallerliebste,
Laß schwinden deine Zorn! 

Die Fiedel ruft zum Tanze,
Meine Tänz'rin sollst du sein:  
Ich kann nicht von dir lassen, 
Es fällt mir gar nicht ein.

"Mein Zorn der ist verschwunden,
Mein Tanzkleid ist bereit,
Doch wenn's ein Nachbar sähe,
Es brächt' mir Schmach und Leid." 

So geh voraus zur Schenke 
Und steh nicht vorn am Thor, 
Tritt in den tiefsten Winkel,
Gewiß, ich hol' dich vor. 

Und schwenk' ich dich im Tanze,
So zieh' mir ein Gesicht. 
Dann denken alle Leute:
Die tanzte lieber nicht!  

Und red' ich mit den Andren,
Das mach' dir keine Pein,
Ich rede mit den Andren
Und denk' auf dich allein. 

Und willst du gehn nach Hause, 
So warte nicht auf mich,
Geh fort nur auf dem Steige  -- 
Gewiß, ich treffe dich.

Confirmed with Wilhelm Müller, Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten, zweites Bändchen, Deßau: Christian Georg Ackermann, 1824, pages 133 - 134.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2017-10-24
Line count: 28
Word count: 139