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by Georg Christian Dieffenbach (1822 - 1901)

Vom Blümchen und vom Bächlein
Language: German (Deutsch) 
  Ein Blümchen an dem Bache blüht
Und schaut betrübt hinein;
Das Bächlein froh vorüberzieht
Im hellen Sonnenschein!
"O Bächlein klar, ich bitt, ich bitt!
Nimm doch mich armes Blümchen mit!"
 
   Das Bächlein flüstert leis ihm zu:
"Mein Kind, das kann nicht sein,
Muß eilen ohne Rast und Ruh
Wohl in die Welt hinein,--
Und blieb so gerne doch bei dir
Im stillen Wiesenthale hier!
 
   Leb' wohl, du liebes Blümchen mein,
Nimm Gruß und Kuß von mir!
Es muß einmal geschieden sein,--
Du bleibst, -- ich muß von hier,
Komm' nie zurück, -- ade! ade!
Das Scheiden, -- ach! das thut wohl weh!"
 
   Das Blümchen drauf kein Wörtlein sprach,
Ihm war so weh zu Muth;
Still schaut es nur dem Bächlein nach,
Das arme junge Blut!
Und weinend es am Ufer stand,
Als hinter'm Berg die Sonne schwand!
 
   Und fragst du, wie ich's wissen mag,
Und wer mir das vertraut?
Als jüngst ich an dem Bächlein lag
Und lang hineingeschaut,
Hat's murmelnd Alles mir gesagt,
Und heimlich mir sein Leid geklagt!

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 47-48


Authorship:

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):


Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

This text was added to the website: 2016-04-12
Line count: 30
Word count: 168