60 Kinderlieder von G. Chr. Dieffenbach für 2 Singstimme mit leichter Pianofortebegleitung

Word count: 6923

1. Waldkonzert [sung text checked 1 time]

Conzert ist heute angesagt
Im frischen, grünen Wald;
Die Musikanten stimmen schon,--
Hör', wie es lustig schallt!
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Der Distelfink spielt keck vom Blatt
Die erste Violin;
Sein Vetter Buchfink neben an
Begleitet lustig ihn.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Frau Nachtigall, die Sängerin,
Die singt so hell und zart;
Und Monsieur Hänfling bläst dazu
Die Flöt' nach bester Art.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Die Drossel spielt die Clarinett,
Der Rab', der alte Mann,
Streicht den verstimmten Brummelbaß,
So gut er streichen kann.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Der Kuckuck schlägt die Trommel gut,
Die Lerche steigt empor
Und schmettert mit Trompetenklang
Voll Jubel in den Chor!
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Musikdirector ist der Specht,
Er hat nicht Rast noch Ruh,
Schlägt mit dem Schnabel spitz und lang
Gar fein den Takt dazu.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Verwundert hören Has und Reh
Das Fiedeln und das Schrei'n,
Und Biene, Mück und Käferlein
Die stimmen surrend ein.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 42-43


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Frau Schwalbe [sung text checked 1 time]

Frau Schwalbe ist 'ne Schwätzerin,
Sie schwatzt den ganzen Tag,
[Sie]1 plaudert mit der Nachbarin,
So viel sie plaudern mag;
     Das zwitschert, -- das zwatschert
Den lieben [langen]2 Tag!
 
Sie schwatzt von ihren Eiern viel,
Von ihren Kindern klein,
Und wenn sie Niemand hören will,
Schwatzt sie für sich allein.
     Das zwitschert, -- das zwatschert
Und kann nicht stille sein!
 
Hält sie im Herbst Gesellschaft gar
Auf jenem Dache dort,--
So schwatzen die Frau Schwalben all
Erst recht in einem fort;
     Das zwitschert, -- das zwatschert
Und man versteht kein Wort!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Malcolm Wren) , "The swallow", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 31

1 Humperdinck "Die"
2 Humperdinck "ganzen"

Research team for this text: Malcolm Wren [Guest Editor] , Sharon Krebs [Guest Editor]

3. Das Vöglein in der Wiege [sung text checked 1 time]

In der [Wiegen]1
Seh ich liegen
Dort ein kleines Vögelein;
Und es streckt sich
Und es reckt sich
In dem Nestchen warm und klein.
 
Leise gehet,
Leise wehet
Durch die Zweige hin der Wind;
Auf und nieder,
Hin und wieder
Schaukelt er das Vogelkind.
 
Unter Zweigen,
Die sich neigen,
Schlummert still das Kindlein traut.
Durch die grünen
Laubgardinen
Sonne nach der Wiege schaut.
 
Und zur Seiten
Singt voll Freuden
Mütterlein ein Wiegenlied,
Und ihr Singen
Und ihr Klingen
Durch den stillen Abend zieht.
 
Vöglein reget
Und beweget
Leis im Schlaf die Flügelein,
Träumt von Fliegen
In der Wiegen
Und von Duft und Sonnenschein!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 46-47

1 Kern, Wiltberger: "Wiege"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Der Lerche Morgenlied [sung text checked 1 time]

Die Lerche singt ihr Morgenlied
Im hohen Jubelchor;
[Das klinget und das schwinget sich]1
Zum Himmel hoch empor!
    Halleluja! Halleluja!
    So klingt's aus voller Brust.
    Lob, Ehr und Preis sei Gott gebracht!
    Singt sie in sel'ger Lust.
 
Ich stimm' aus vollem Herzen ein
In ihren Jubelchor,
Und mit dem Liede schwinget sich
Mein Herz zu Gott empor.
    Halleluja! Halleluja!
    So töne mein Gesang!
    Lob, Ehr und Preis sei Gott gebracht
    Im frohen Jubelklang!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 32

1 Kern: "Und schwinget sich mit Sang und Klang"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

5. Der Sperling [sung text checked 1 time]

   Du liebes, kleines Spätzlein du,
Dort auf dem dürren Ast,
Warum schreist du denn immerzu,--
[Ach!]1 weil du Hunger hast!--

   Der liebe Gott hat zugedeckt
Die Berge und das Thal,
Und unter weißen Schnee versteckt
Die Körnlein allzumal!

   Der liebe Gott doch an dich denkt,--
Komm Spätzlein, komm zu mir;
Mir hat er Brot genug geschenkt,
Davon geb ich auch dir!

   So komm nur her, Grauröcklein du,
Gott hat es dir geschickt;
Friß dich hier satt in guter Ruh,
Nur fleißig aufgepickt!

   Was klopfs't du an das Fensterlein?
Dich friert es sicherlich;
So komme hurtig doch herein
Und wärm' beim Ofen dich.

[ ... ]

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1-5 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 86-87

1 Kern: "Gelt,"

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6. Der Vöglein Dank [sung text checked 1 time]

Ihr Vöglein leicht, ihr Vöglein klein,
Wie gerne möcht' ich bei euch sein,
     Und mit euch fliegen
     So frei und frank.
     Und [froh]1 mich wiegen
     Auf Zweigen schwank!
 
Ihr Vöglein leicht, ihr Vöglein klein,
Wie gerne möcht' ich bei euch sein,
     Und mit euch singen
     Im Waldesduft,
     Und froh mich schwingen
     Hoch in die Luft!
 
Ihr Vöglein leicht, ihr Vöglein klein,
Wie gerne möcht' ich bei euch sein,
     Und mit euch loben
     Mit Sang und Klang
     Den Vater droben
     Mein Leben lang!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 59-60

1 Kern: "frei"

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7. Der lustige Musikant [sung text checked 1 time]

   Was ist das für ein Musikant,
Er ist in jedem Dorf bekannt,
Er hat ein graues Röcklein an
Und musiziert, so gut er kann?
 
   Sitzt morgens auf dem Scheuerdach
Und macht die Schläfer alle wach,
Bläst unverdrossen, ohne Ruh
Sein lustig Stücklein immerzu?
 
   Herr Spatz, Herr Spatz ist er benannt,
Der wohlbekannte Musikant;
Zwilch! zwilch! so lautet spät und früh
Die alte Spatzenmelodie.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Mustergedichte zum Schulgebrauch, ausgewählt von Karl Hessel, II. Teil, Zweite umgearbeitete Auflage, Bonn: Eduward Weber’s Verlag (Julius Flittner), 1897, pages 6-7


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8. Im Walde [sung text checked 1 time]

   Hinaus, hinaus zum grünen Wald,
Wo Alles singt und klingt,
Wo froh der Vögel Lied erschallt,
Daß es zum Himmel dringt!
 
   Dort singet hell die Nachtigall,
Der Distelfink stimmt ein;
Die Drossel schlägt mit lautem Schall, --
Das muß ein Jubel sein!
 
   Und mit den Vöglein singen wir
In frischer Waldeslust,
O lieber Gott, zur Ehre Dir
Ein Lied aus voller Brust.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 33


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9. Vom dankbaren Vöglein [sung text checked 1 time]

Das Vöglein in den Zweigen
Singt laut aus voller Brust;
Es kann ja nicht verschweigen
Des kleinen Herzens Lust!
     Es klingt und singt
     Mit lautem Klang;
     Zum Himmel dringt
     Sein froher Sang!
 
Es singt von Gottes Treue,
Es singt von Gottes Gnad',
Die heute sich aufs Neue
An ihm bewiesen hat.
     Es klingt und singt
     Mit lautem Klang;
     Zum Himmel dringt
     Sein froher Sang!
 
Es singt von Gottes Güte,
Dankt für die Morgenluft,
Für Sonnenschein und Blüte,
Für Sang und Klang und Duft.
     Es klingt und singt
     Mit lautem Klang;
     Zum Himmel dringt
     Sein froher Sang!
 
O Vöglein in den Zweigen,
Wär' fromm ich, wie du bist:
Ich dürfte nimmer schweigen,
Weil Gott so gütig ist!
     Mein Herz, o sing
     Mit lautem Klang;
     Zum Himmel dring
     Auch dein Gesang! --

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 55-56


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10. Der Frühling ist nah! [sung text checked 1 time]

       Der Frühling ist nah!
       Der Frühling ist da!
Es wehen die Lüfte so lau, so lau,
Es knospet und sprießet in Wald und Au;
Schneeglöckchen schaut unter dem Schnee hervor,
Die Lerche steigt jubelnd zum Himmel empor!
 
       Der Frühling ist nah!
       Der Frühling ist da!
Die Bächlein rieseln durch's grünende Thal,
Es sprudeln und rauschen die Quellen zumal;
Die Sonne strahlet so warm und mild,
In süßer Wonne die Knospe schwillt.
 
       Der Frühling ist nah!
       Der Frühling ist da!
Es regt und [bewegt sich allüberall]1
Und klinget wie süßer Frühlingsschall,
Und klinget und dringet in's Herz mir hinein,
Daß auch da drinnen es Frühling muß sein!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 30

1 Kern: "beweget sich überall"

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11. Vom fleißigen Vöglein [sung text checked 1 time]

   Was fliegst du doch ohn' Ruh und Rast.
O Vögelein, von Ast zu Ast?
Du bist ein närrisch kleines Thier,
So komm doch her und spiel mit mir!
 
   Das Vöglein spricht:  Hab' viel zu thun
Und darf nicht spielen, darf nicht ruhn,
Denn meine Kindlein sind noch klein;
Hörst du sie nicht nach Futter schrein?
 
   Die armen Dinger sind noch nackt,
Drum hab' ich warm sie eingepackt;
Nun recken sie die Hälschen aus,
Ob bald die Mutter kommt nach Haus.
 
   Weit sperr'n sie auf die Schnäbelein,
Drum fang ich Mücken für sie ein;
Wenn's Abend wird, dann halt ich Ruh,
Und sing ein fröhlich Lied dazu,
 
   Und danke Gott, daß Er auch mich
Den Tag behütet väterlich;
Leb wohl, du Kindlein, denke dran,
Wie viel dein Gott für dich gethan!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 50


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12. Das Fischlein [sung text checked 1 time]

   Ein klares Bächlein fließet
Durchs grüne Wiesenthal,
Darinnen schwimmen lustig
Die Fischlein allzumal.
 
   Sie schwimmen auf und nieder
Und sind so frank und frei,
Die lieben Silberfischlein,
Rasch gleiten sie vorbei!
 
   Sie schnalzen in die Höhe
Wohl einen Augenblick,
Dann schlüpfen sie geschwinde
Zum kühlen Grund zurück.
 
   Dem Fischlein ists so wohlig,
So frisch und leicht zu Muth;
Im hellen Wasser spielen
Ist Alles, was es thut!
 
   Könnt ich doch mit dir schwimmen
Und spielen auch mit dir!
Leb wohl, leb wohl, du Fischlein,
Und grüß die andern mir!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 64-65


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13. Blütenlust [sung text checked 1 time]

  Wer hat doch alle Bäume nur
[So herrlich ausgeschmückt,]1
Und bunte Sträuße [drauf gesteckt,
Daß Alles sich entzückt? --]2

   Wer hat uns [doch so schnell gesandt]3
All diese Blütenpracht?--
Das hat der liebe Gott gethan
In einer Maiennacht!

   Da schickt Er seiner Engel Schar
Herab zu dieser Welt;
Die [huschen]4 durch den dürren Wald,
Durch Gärten und durch’s Feld,

   Und hauchen nur die Knospen an
So heimlich und so leis,--
Da springen alle Blüten auf,
Da grünet jedes Reiß!

   Und kommt am frühen Morgen dann
Der erste Sonnenstrahl,--
[Dann prangen in der Maienpracht]5
Die Bäume allzumal!

[ ... ]

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Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1-5 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 34

1 Kern: "geschmückt so schön und reich"
2 Kern: "hingesteckt / auf jeden Ast und Zweig"
3 Kern: "freundlich doch geschickt"
4 Kern: "fliegen"
5 Kern: "so stehn in lichter Blütenpracht"

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14. Der Blumen Dank [sung text checked 1 time]

  Verschwunden ist die dunkle Nacht,
Die liebe Sonn' ist aufgewacht;
Nun klingt und singt es nah und fern
Zum Lob und Preis des treuen Herrn.
 
   [Der Vöglein Lied so]1 froh erschallt,
Und [klingt so]2 frisch in Feld und Wald;
Die Lerche singet jubelnd vor
Und trägt ihr Lied zu Gott empor.
 
   Die Blume still zum Himmel sieht,
[Sie säng' wohl gerne auch ein Lied.]3
[Sieh, wie im Aug' ihr]4 wunderbar
[Die Thräne zittert]5 hell und klar!
 
[   Sie denkt: O Gott, wie gut bist Du!
Und schaut empor und weint dazu;
Sie dankt dem Herrn, so gut sie kann;--
Auch ihren Dank nimmt gern Er an!]6

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 37

1 Kern: "Das Lied der Vöglein"
2 Kern: "klinget"
3 Kern: "Säng auch wohl gern ein Jubellied"
4 Kern: "In ihrem Auge"
5 Kern: "Glänzt eine Träne"
6 Kern:
Sie lobt den Herrn, so gut sie kann,
Und auch ihr Lob nimmt gern er an.
Du aber singe täglich neu
Von Gottes Lieb' und Gottes Treu!

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15. Vom Blümchen und vom Bächlein [sung text checked 1 time]

  Ein Blümchen an dem Bache blüht
Und schaut betrübt hinein;
Das Bächlein froh vorüberzieht
Im hellen Sonnenschein!
"O Bächlein klar, ich bitt, ich bitt!
Nimm doch mich armes Blümchen mit!"
 
   Das Bächlein flüstert leis ihm zu:
"Mein Kind, das kann nicht sein,
Muß eilen ohne Rast und Ruh
Wohl in die Welt hinein,--
Und blieb so gerne doch bei dir
Im stillen Wiesenthale hier!
 
   Leb' wohl, du liebes Blümchen mein,
Nimm Gruß und Kuß von mir!
Es muß einmal geschieden sein,--
Du bleibst, -- ich muß von hier,
Komm' nie zurück, -- ade! ade!
Das Scheiden, -- ach! das thut wohl weh!"
 
   Das Blümchen drauf kein Wörtlein sprach,
Ihm war so weh zu Muth;
Still schaut es nur dem Bächlein nach,
Das arme junge Blut!
Und weinend es am Ufer stand,
Als hinter'm Berg die Sonne schwand!
 
   Und fragst du, wie ich's wissen mag,
Und wer mir das vertraut?
Als jüngst ich an dem Bächlein lag
Und lang hineingeschaut,
Hat's murmelnd Alles mir gesagt,
Und heimlich mir sein Leid geklagt!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 47-48


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16. Im Sommer [sung text checked 1 time]

   Hoch und leuchtend steht die Sonne
An dem blauen Himmelszelt;
Leise woget hin und wieder
Dort das goldne Aehrenfeld.
 
   Stille ist es [aller Orten,]1
Alles ruhet, alles schweigt;
Selbst die Blumen find entschlafen,
Matt und müd' das Haupt geneigt.
 
   Kaum ein Lüftchen will sich regen,
Stille ist der Vöglein Lied,
Leise murmelnd nur das Bächlein
Durch die stillen Fluren zieht.
 
   In des Baumes [kühlem]2 Schatten
Lieg' ich da in süßer Ruh,
Schaue träumend diesem tiefen
Stillen Sommerleben zu.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 62

1 Kern: "allerorten"
2 Kern: "tiefem"

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17. Vom fleißigen Bächlein [sung text checked 1 time]

   Was eilst du so,
Du Bächlein froh,
Durch's grüne Thal dahin?
So bleib doch hier
Und spiel mit mir,
Weil ich so gut dir bin!
 
   Das Bächlein spricht:
Das kann ich nicht,
Dazu hab' ich nicht Zeit!
Hab' viel zu thun
Und darf nicht ruhn,
Muß heute noch gar weit!
 
   Muß hurtig gehn,
Das Mühlrad drehn,
Dort unten in dem Thal;
Muß tränken auch
Nach altem Brauch
Die [Blümlein]1 allzumal.
 
   Die Schäflein klein
Dort warten mein,
Schrein dürstend schon nach mir.
Drum bring ich schnell
Vom frischen Quell
Das Wasser ihnen hier!
 
   Dann muß ich hin
Zur Bleicherin,
Muß gießen dort ihr Tuch,
Bis daß es rein
Und weiß mag sein,
Hab' ich nicht Müh' genug?
 
   Leb' wohl, mein Kind,
Ich muß geschwind
Nun an die Arbeit gehn;
Zum Meer ist's weit,
Hab' keine Zeit,
Bei dir hier lang zu stehn!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 51-52

1 Abt: "Blumen"

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18. Unter dem Baume [sung text checked 1 time]

       Leise, leise
Rauschen die Blätter im Wald!
   Singen süße Schlummerlieder,
   Schwanken hin und schwanken wieder,
       Leise, leise
Rauschen die Blätter im Wald!
 
       Leise, leise
Summen die Bienen im Laub!
   Welch ein Surren, welch ein Singen
   Hör' ich rings um mich erklingen!
       Leise, leise
Summen die Bienen im Laub!
 
       Leise, leise
Rieselt das Bächlein durch's Moos!
   Halb im Träume muß ich lauschen
   All dem Rieseln, Summen, Rauschen:
       Leise, leise
Rieselt das Bächlein durch's Moos!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 69


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19. Das junge Stürmchen [sung text checked 1 time]

  Herr Sturm hat [auch]1 ein lustig Kind,
Das kann schon wacker laufen;
Das junge Stürmchen thät man Wind
Vor langer Zeit schon taufen.
 
   Jung Stürmchen ist ein starker Knab,
Pausbackig sonder gleichen,
Springt lustig immer auf und ab,
Mag gern auf Berge steigen.
 
   Da geht ihm denn der Athem aus,
Drum muß es schnaufen, blasen,--
Ihr hört's ja selbst [aus]2 eurem Haus
Wie's schnauft in allen Straßen.
 
   Der Wind ist gar ein wilder Fant,
Kann nichts in Frieden lassen,
Und kommt er auf- und abgerannt,
So muß er immer spassen.
 
   Dem springt er auf den Buckel dort,
Reißt ihm den Hut herunter
Und dreht ihn flink und rollt ihn fort
Und pfeift dazu ganz munter.
 
   Und wenn der Mann mit großer Hast
Dem Hute nach will laufen,
Gar schnell er ihn am Rocke faßt,
Als wollt' er ihn zerraufen.
 
   Dem fährt er lustig in den Schopf,
Frisirt mit bloßen Händen;
Bald rupft er hier, bald da den Tropf,
Da hilft kein Drehn und Wenden!
 
   Dann packt er gar, der schlimme Wicht,
Voll Sand die beiden Hände,
Wirft ihn den Leuten in's Gesicht
Und läuft davon behende.
 
   Bald springt er hin, der wilde Knab,
[Reißt ohne viel Beschwerde
Die weiße Wasch[sic] vom Seil herab
Und wirft sie auf die Erde.]3
 
   Jung Stürmchen treibt es gar nicht fein,
Möcht' immer lustig spassen,
Darum, wer nicht geneckt will sein,
Der bleibe von den Gassen!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 81-82

1 Kern: "gar"
2 Kern: "in"
3 Kern: "Und reißt mit lust'gem Blasen / Die Wäsche flugs vom Seil herab / Und wirft sie auf den Rasen."

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20. Der alte Herr Sturm [sung text checked 1 time]

Herr Sturm ist gar ein wilder Herr,
Oft fährt er über Land und Meer,
     Im schwarzen Wolkenwagen,
Sieh, wie der Kerl so finster blickt!
Den Hut tief in's Gesicht gedrückt,--
     So läßt er fort sich tragen.

Die Pferde fliehn im schnellen Lauf,
Herr Sturm haut immer wacker drauf,--
     Sie müssen weiter brausen!
Sie schnauben fort mit grimmem Blick,
Die Mähnen flattern wild zurück,--
     Hört! wie sie stürmend sausen!

Und immer zu die Rosse fliehn,
Daß Funken von den Hufen sprühn
     Und laut die Räder rollen;
Herr Sturm im dunkeln Wagen sitzt,--
Wir sagen dann: "Es hat geblitzt!"
     Und nennen's Donnergrollen.

Die Bäum’ und Sträucher allzumal
Auf hohem Berg, im tiefen Thal,
     Die fürchten sich nicht wenig;
Sie neigen sich und beugen sich
Und flüstern stets gar emsiglich:
     "Herr Sturm! ganz unterthänig."

Herr Sturm darob ein wenig lacht,
Fährt immer zu bei Tag und Nacht
     Mit Brausen und mit Blitzen.
Die Sonne, diese sanfte Frau,
Die kennt den wilden Sturm genau,
     Bleibt still zu Hause sitzen.

[ ... ]

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1-5 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 79-80


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21. Die Sternennacht [sung text checked 1 time]

 Auf Erden ist es dunkel
Und stille nah und fern;
Am Himmel -- welch Gefunkel!
Da schimmert Stern an Stern!
 
  Viel tausend Kerzen scheinen
Im hellen Himmelssaal,
Die großen und die kleinen--
Sie flimmern allzumal.
 
  Gott schläft und schlummert nimmer,
Weil treu Er uns bewacht,
Drum leuchtet Kerzenschimmer
Hernieder durch die Nacht.
 
  Wenn dunkel es geworden
Im hohen Himmelshaus,
Dann schickt nach allen Orten
Gott seine Engel aus.
 
  Ein jeder trägt in Händen
Ein Sternenlicht voll Pracht,--
Bald sind an allen Enden
Die Lichter angefacht.
 
  O welch ein Lichtgestrahle,
O welch ein heller Schein
Muß doch im Himmelssaale,
Wenn hier es dunkelt, sein!
 
  O könnt ich doch dort oben
Im lichten Glanze gehn,
Um Gottes Thron mit Loben
Sammt allen Engeln stehn!
 
  Einst schau ich all dieß Glänzen,
Wenn mich die Engelein
Auf ihren Händen tragen
Zum [Himmelsthor hinein!]1

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 84-85

1 Kern: "lichten Himmelsschein"

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22. Der Schmied [sung text checked 1 time]

Was ist das für ein schwarzer Mann,
Der dort den Hammer schwingt,
Und hämmert, was er hämmern kann,
Daß weithin es erklingt?--
Das ist der Schmied mit kräft'ger Faust,
Der schmiedet frisch, der Blasbalg saust;
     Das schaubt und glüht,
     Das pocht und sprüht,
Daß fast es einem graust.
 
Da kommt des Wegs ein Reitersmann
Und springt von seinem Gaul:
"Herr Schmied, nun schmied er was er kann.
"Und sei er ja nicht faul.
"Ein neues Eisen schmied er mir
"Schnell für mein liebes Rößlein hier!
     "Und du, Gesell,
     "Nun ziehe schnell
"Den Balg, das rath' ich dir!"--
 
"Das soll geschehn! " -- spricht drauf der Schmied,
Und streicht sich seinen Bart;
Flugs der Gesell den Blasbalg zieht
Nach allerbeßter Art.
Hei wie das bläst und wie das saust,
Der Ambos klingt, das Feuer braust;
     Das schnaubt und glüht,
     Und pocht und sprüht,
Daß fast es einem graust.
 
Bald ist's gethan; -- auf's Rößlein schwingt
Der Reitersmann sich frank.
"Nehmt, Meister Schmied!" -- Auf's Plaster klingt
Ein Thaler neu und blank.
Und fort geht's im Galopp, es zieht
Erstaunt sein Käpplein ab der Schmied:
     "Habt Dank, habt Dank!"--
     Den Thaler blank
Er schmunzelnd sich besieht!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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23. Die Wolkenschäflein [sung text checked 1 time]

   Die Wolkenschäflein ziehen
Am Himmel [still einher;
Ach wenn ich doch dort oben
Bei meinen Schäflein wär'!]1

   [Ein Engel thut sie weiden]2
Im blauen Himmelsfeld
Mit einem goldnen Stabe,
Den er in Händen hält.

   Der Engel treibt die Schäflein
Dahin so still und sacht,
Und weiter, immer weiter
Ziehn sie bei Tag und Nacht.

   Ach wär' ich doch dort oben,
Könnt' stille mit euch ziehn!
Wie müssen dort so herrlich
Die Himmelsblumen blühn!

  Wie müssen dort die Bächlein
So kühl sein und so klar!
Wie muß die liebe Sonne
Dort leuchten wunderbar!

[ ... ]
Ihr Schäflein zieht dort oben, -- Ich muß hier unten sein, Bis mich hinauf einst tragen Die lieben Engelein. Ade! Ade! ihr Schäflein, Ihr zieht so still einher; -- Ach, wenn ich doch dort oben, Dort oben bei euch wär'! --
[ ... ]

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1-5,7-8 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 63-64

1 Kern: "hell und klar; /wie still ziehn sie vorüber; /wer zählt wohl ihre Schar?"
2 Kern: "Es weidet sie ein Engel"

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24. Der Spätherbst [sung text checked 1 time]

Die Blätter fallen gelb und matt
Zur feuchten Erde nieder;
Der rauhe Wind nimmt Blatt um Blatt
Und bringt es nimmer wieder!
    Verschwunden! Verschwunden
Ist all die schöne Blätterpracht,
Die sonst so frisch uns angelacht,--
    Verschwunden! Verschwunden!
 
Es wird so einsam auf der Flur,
Erstarrt ist alles Leben,
Und graue, kalte Nebel nur
Durch Wald und Felder schweben.
    Verklungen! Verklungen
Ist überall der Vöglein Sang,
Der sonst so hell und laut erklang;
     Verklungen! Verklungen!
 
Geduld, Geduld, es kommt die Zeit,
Da wird es auf der Erden
In Wald und Feldern weit und breit
Auch wieder Frühling werden.
     Sei stille! Sei stille!
Bis Gott nach manchem trüben Tag
Dir neue Freude geben mag!
     Sei stille! Sei stille!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 78


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25. Der Fuhrmann [sung text checked 1 time]

  Was knallt und schallt so lustig
Wie heller [Peitschenklang?]1
Was trabet und was rasselt
Die Straße dort entlang?

   Der Fuhrmann kommt gefahren, --
Horch! wie die Peitsche knallt!
Sechs Pferde vor dem Wagen,
Ei! wie das klirrt und schallt!

   Sie traben durch das Dörflein, --
Die Schellen rasseln laut,
Die breiten Räder knarren
Am Wagen, hoch gebaut!

   Der Fuhrmann auf dem Gaule
Gar munter um sich sieht;
Er schwingt die lange Peitsche
Und singt ein fröhlich Lied.

[ ... ]
Brrr! schnurrt's mit einem Male, -- Die Pferde stehn gebannt; -- Der Wirth eilt an die Thüre Das Käpplein in der Hand. Der Fuhrmann springt vom Gaule: "Grüß Gott! Grüß Gott! Herr Wirth! "Will heute bei euch schlafen, -- "Nur hurtig ausgeschirrt!" -- ""Willkomm! Willkomm! Herr Fuhrmann, ""So tretet nur herein! ""Den Pferden bring' ich Haber, ""Und euch ein Schöpplein Wein!"" "Das soll mir trefflich munden;" Der Fuhrmann schmunzelnd spricht, "Bin müd, -- sorgt, daß mein Lager "Sei hurtig zugericht't." -- Bald ist die Streu bereitet, Der Fuhrmann streckt sich drauf; Doch eh' er schließt die Augen Schaut betend er hinauf: "Daß Du uns heut behütet, "O Gott, das dank ich Dir! "So gib nun Schlaf und Ruhe-- "Den Pferden -- und auch mir!" --

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1-4,7-12 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 101-102

1 Kern: "Peitschenknall"

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26. Der Postillon [sung text checked 1 time]

Herr Postillon, Herr Postillon,
Wo geht die Reise hin? --
Er sitzt auf seinem hohen Bock
Mit frischem, frohem Sinn:
     Trara! Trara!
Mit frischem, frohem Sinn!
 
Die Pferde traben lustig fort,
Die lange Peitsche knallt,
Und durch die frische Morgenluft
So hell das Hörnlein schallt:
     Trara! Trara!
So hell das Hörnlein schallt!
 
Ich wollt' ich wär' ein Postillon
Mit Stiefel und mit Sporn,
Mit langer Peitsch' und Tressenhut,
Und einem kleinen Horn.
     Trara! Trara!
Und einem kleinen Horn!
 
Mit meinen Pferdlein führ' ich dann
Wohl in die Welt hinein,
Und auf dem Hörnlein blies ich laut
Die schönsten Melodei'n:
     Trara! Trara!
Die schönsten Melodei'n!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 98


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27. Die kleinen Wanderburschen [sung text checked 1 time]

Ein Ränzlein auf dem Rücken,
Ein Stöcklein in der Hand,--
So ziehn wir Wanderburschen
Wohl fröhlich über Land.
 
Wir ziehen durch die Felder
Und durch den grünen Wald,
Und singen frische Lieder,
Daß weithin es erschallt.
 
Was steckt wohl in dem Ränzlein?
Ein Stücklein Brot und Wurst,
Dazu ein kleines Fläschchen,--
Beim Wandern gibt es Durst.
 
Im kühlen Waldesschatten
Dort ruhen wir uns aus
Und halten auf dem Rasen
Gar lustig unsern Schmaus.
 
Es dauert gar nicht lange,
So ist das Ränzlein leer,
Und wenn wir weiter ziehen,
So drückt es uns nicht sehr.
 
Nur Ofenhocker sitzen
Griesgrämig stets zu Haus,--
Wir aben ziehen jubelnd
Wohl in die Welt hinaus.
 
Durch Feld und Wald zu wandern,
Das ist uns Freud' und Lust!--
Stimmt an, ihr Kameraden,
Ein Lied aus voller Brust!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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28. Der Tannenbaum [sung text checked 1 time]

   Im Walde steht ein Tannenbaum
Mit Nadeln spitz und fein,
Damit näht sich der Distelfink
Sein buntes Röckelein!
 
   Er stehet da so kerzengrad
Und grün ist stets sein Kleid,
Im Frühling und im Sommer wohl,
Und auch zur Winterszeit.
 
   Christkindchen schickt durch Schnee und Eis
Herrn Niklaus dann hinaus,
Der schneidet ab den Tannenbaum
Und nimmt ihn mit nach Haus.
 
   Christkindchen hängt mit zarter Hand
Viel Nüss' und Aepfel dran,
Und Lichtlein steckt's auf jeden Zweig,
Dazu auch Marcipan.
 
   Und kommt die liebe Weihnachtszeit,
Da klingelt die Mama;--
Wie steht der grüne Tannenbaum
So bunt und helle da!
 
   Du Tannenbaum im dunkeln Wald,
Bald wirst du abgestutzt.
Drum freue dich, dann wirst du auch
Gar herrlich aufgeputzt!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 91


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29. Kindersehnen [sung text checked 1 time]

Wenn ich groß bin, wenn ich groß bin,
     Dann weiß ich, was ich werd',--
     Ich werde ein Reiter,
     Ein Reiter zu Pferd!
 
Wenn ich groß bin, wenn ich groß bin,
     Dann reit' ich hinaus
     Und bleibe nicht immer
     Hinter'm Ofen zu Haus!
 
Wenn ich groß bin, wenn ich groß bin,
     Dann streit' ich im Feld
     Wohl mit den Franzosen
     Als wackerer Held!
 
Wenn ich groß bin, wenn ich groß bin,
     Dann jag' ich im Nu
     Euch, daß ihr verlieret
     Die Strümpf und die Schuh!
 
Wenn ich groß bin, wenn ich groß bin,
     Wie gern' möcht' ich's sein,
     Und bin doch so jung noch,
     Und bin noch so klein!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 97


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30. Der Jäger und das Häslein [sung text checked 1 time]

Ein kleines Häslein sitzet
     Im Busch.
Sieh, wie's die Ohren spitzet!
     Husch! Husch!
 
Der Jäger kommt gegangen
     Im Wald,
Möcht' gern das Häslein fangen;
     Halt! Halt!
 
Da legt er an die Flinte, --
     O weh!
Nun Häslein lauf' geschwinde!
     Ade!--
 
Das Häslein duckt sich nieder; --
     Es knallt, --
Und prasselnd schallt es wieder
     Im Wald.
 
Das Häslein ist erschrocken, --
     O Noth!
Es bleibt im Busche hocken
     Wie todt.
 
Der Jäger wirft die Flinte
     In's Gras:
"Ei lauf doch fort geschwinde,
     Herr Has!" --
 
Doch wie er’s will einstecken
     Zum Schmaus,
Thut sich's gar hurtig strecken,
     Reißt aus!
 
Hopp! Hopp! geht's durch die Felder
     So frei!
Hopp! Hopp! geht's durch die Wälder, --
     Ei! ei!--
 
Der Jäger hat's gesehen, --
     Husch! Husch!
Und bleibt verwundert stehen
     Im Busch!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 99-100


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31. Der Maikäfer [sung text checked 1 time]

Maienkafer summen
Durch die Luft und brummen,
          Freuen sich
          Königlich,
Daß es nicht mehr stürmt und schneit,
Daß nach rauher Winterzeit
Endlich ist der Mai erschienen,
Und die Bäume blüh'n und grünen.
     Surre, surre, Käferlein,
     Mai wird bald vorüber sein;
     Singe, singe froh dein Lied,
     Eh' er ganz vorüber zieht!
 
Maienkäfer, fliege,
Daß ich dich nicht kriege!--
          Käferlein,
          Bist jetzt mein!
Sollst ja nicht in's enge Haus,
Strecke nur die Hörnlein aus;
[Hurtig]1 laß die Flügel schwirren,
Durch die Welt dahin zu irren!
     Surre, surre, Käferlein,
     Mai wird bald vorüber sein;
     Freue dich noch manchen Tag,
     Eh' der Winter kommen mag!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 45

1 Abt: "Lustig"

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32. Der Storch [sung text checked 1 time]

   Herr Storch steht oben auf dem Haus
Und schaut weit in die Welt hinaus;
Was machst du [so]1 ein ernst Gesicht,
Du Stelzenfuß, du langer Wicht? --
 
   Wie ernst und langsam schreitet er
Nun auf dem Dache hin und her; --
Bist du denn wohl ein kranker Mann,
Der nicht mehr hurtig gehen kann?
 
   Nun steht er gar auf einem Bein
Und meint, es sollt' ein Kunststück sein; --
Herr Stelzenfuß, schau' mir nur zu,
Gib Acht, ich kann's so gut, wie du!
 
   Nun fängt er noch zu klappern an,
Und klappert was er klappern kann; --
Du Schnabelmann, du Plappertasch,
Was plapperst du denn da so rasch?
 
   Herr Storch, ich kann dich nicht verstehn, --
Da, -- habt ihr ihn jetzt fliegen sehn? --
Jetzt sucht er sich für seinen Tisch
Ein Fröschlein oder einen Fisch! --

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 49

1 Kern: "solch"

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33. Die Soldaten [sung text checked 1 time]

Da kommen die Soldaten
In gleichem Schritt und Tritt,
Darf keiner stehen bleiben,
Sie müssen alle mit.
 
Der Tambour schlägt die Trommel,
Der Hauptmann geht voran,
Und [dann]1 der Fahnenträger
Schwingt hoch die stolze Fahn.
 
Die Flinte auf der Schulter,
Den Säbel an der Seit,
Marschieren die Soldaten
Hinaus zum blutgen Streit.
 
Wenn ich erst groß geworden,
So groß als wie ein Mann,
Daß ich die Flinte tragen
Und recht marschieren kann:
 
Dann sollt ihr einmal sehen,
Dann geh ich wacker mit,
Marschier mit den Soldaten
In gleichem Schritt und Tritt.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Mütterchen, erzähl uns was! Erzählungen, Gedichte, Lieder, Spiele, Rätsel und Sprüche für Kinderstube und Kindergarten, gesammelt und bearbeitet von Georg Paysen Petersen, Hamburg: Verlag von Otto Meißner, 1894, page 361

1 Kern: "dort"

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34. Des Schäfers Morgenlied [sung text checked 1 time]

   Früh Morgens treibt der Schäfer
Die Schäflein in das Thal,
Die alten und die jungen,
Sie folgen allzumal.

   Noch glänzt der Thau im Grase
Im Morgensonnenschein,--
Der Himmel wölbt dort oben
Sich blau und tief und rein.

   Die Morgenglocken klingen,
Es schallt der Vöglein Chor,
Und betend schaut der Schäfer
Zum Himmel hoch empor.

   Und wie er nun die Lerche
Sich aufwärts schwingen sieht,
Wie sie in sel'gem Jubel
Zum Himmel trägt ihr Lied,--

   Da dringet und da schwinget
Sich auch aus seiner Brust
Ein Lied hinauf zum Himmel
Voll Andacht und voll Lust.

[ ... ]
Kein Mensch hat [es]1 vernommen Des Schäfers Morgenlied, Das mit der Vöglein Singen Zum Himmel aufwärts zieht. Doch Gott hat's all gehöret,-- Der Morgenglocken Klang, Der Vögel frohen Jubel, Des Schäfers Morgensang!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1-5,7-8 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 95

1 Typo in published poem: "er" instead of "es"

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35. Die kleine Gärtnerin [sung text checked 1 time]

Meine Blümchen haben Durst,
Hab's gar wohl gesehen!
Hurtig, hurtig will ich drum
Hin zum Brunnen gehen.
 
Frisches Wasser hol' ich euch,
Wartet nur ein Weilchen,
Wartet nur, ihr Röschen rot
Und ihr blauen Veilchen.
 
Seht, hier habt ihr Wasser schon,
Trinkt nun mit Behagen;
Blüht und duftet noch recht lang,
Wollt ihr Dank mir sagen!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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36. Das Kind und die Lerche [sung text checked 1 time]

Die liebe Lerche steigt empor,
Hoch in die Luft hinein,
Und schmettert hell ihr fröhlich Lied,
Das mag wohl Freude sein!
 
Und immer höher steigt sie noch,
Und singt aus voller Brust,
Bis in den Himmel hoch sie kommt
Voll Wonne und voll Lust!
 
Grüß mir den lieben, lieben Gott,
Du Lerche zart und klein,
Und sag' ihm doch, ich wollte auch
Sein frommes Kindlein sein.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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37. Der Abend [sung text checked 1 time]

   Der Abend ist gekommen,
Das Glöcklein ruft zur Ruh, --
Der Hirte mit den Schäflein
Zieht froh dem Dorfe zu.

[ ... ]
Der Bauer treibt vom Felde Die Kühe still nach Haus; Die Mutter an dem Herde Kocht schon den Abendschmaus. Die Taube fliegt zum Schlage, Das Huhn schläft schon im Stall; -- Ein Sternlein seh' ich blinken, -- Und still wird's überall! Das Vöglein in dem Walde Schlüpft müde in sein Nest; Das Kindlein in der Wiegen, Das schläft schon süß und fest. Der Abend ist gekommen, Das Glöcklein [rief]1 zur Ruh, Und Alles nah und ferne Schließt müd die Augen zu. Nur Gott der treue Hüter, Der schläft und schlummert nicht, Sein Aug' ist nie geschlossen, Ist ewig wach und licht. Er sendet tausend Engel Wohl in der stillen Nacht, Die halten bei den Frommen Auf Erden treue Wacht. Sie decken mit den Flügeln Die Kindlein schützend zu, Sie singen holde Träume Und bringen süße Ruh!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1,3-9 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 113-114

1 Kern: "ruft"

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38. Der Bauer [sung text checked 1 time]

   Der Bauer streut den Samen
Wohl auf das frische Feld;
Jed Körnlein hat gezählet
Der [Herr der ganzen]1 Welt.
 
   Das Korn liegt in der Erde
Die Arbeit ist gethan;
Ein Vater Unser betet
Drauf still der Bauersmann.
 
   Gott hat es wohl vernommen
Des Bauern stilles Flehn,
Hat auch sein fromm Gemüthe
[Vom Himmel wohl]2 gesehn.
 
   Drum legt Er Seinen Segen
Auf jedes Körnchen klein,
Gibt Thau und frischen Regen
Und milden Sonnenschein.
 
   Bald wogen goldne Saaten
Mit Rauschen hin und her,
Und volle Aehren neigen
Sich nieder reich und schwer.
 
   Der Wagen ist geladen,
Die Pferde ziehen an:
"Nun zu, -- in Gottes Namen!"
Spricht [froh]3 der Bauersmann.
 
   "Gelobt sei Gottes Treue,
Gelobt sei Gottes Gnad',
Die heuer uns auf's Neue
So reich gesegnet hat!"
 
   So singt er froh im Fahren
Dem Herrn der Herrlichkeit;--
Bet' nur und schaff' das Deine,
So hilft Gott allezeit!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 103-104

1 Kern: "treue Herr der"
2 Kern: "und treues Herz"
3 Kern: "fromm"

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39. Es steht eine Mühle im Wiesengrund [sung text checked 1 time]

Es steht eine Mühle im Wiesengrund
Die Räder drehen sich Stund' um Stund'
    Rundum, rundum, rundum.
Das klippert und klappert immer zu,
Der Müller hat nicht Rast noch Ruh'!
 
Er schüttet das Korn und den Weizen hinein,
Die Steine mahlen es trefflich klein
    Rundum, rundum, rundum.
Der allerbeste Müllergesell'
Das ist das Bächlein klar und hell.
 
Das muß bei Nacht und Tage geh'n
Und immerfort das Rädlein dreh'n
    Rundum, rundum, rundum.
Und wenn es nicht so fleißig wär',
So ging die Mühle nimmermehr.
 
Den Müller drücket der Sack oft schwer, --
Das Bächlein ruhet doch nimmermehr;
    Rundum, rundum, rundum, --
So dreht es das Rädlein fort und fort
Wohl in der Klapper-Mühle dort.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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40. Vom armen Häslein [sung text checked 1 time]

Sitzt ein Häslein in dem Kraut,
Jäger kommt gegangen,
Spricht, da er das Häslein schaut:
"Wart', dich will ich fangen!"
 
Häslein wird vor Schrecken blaß,
Wackelt mit den Ohren;--
Häslein lauf, es ist kein Spaß,
Sonst bist du verloren!
 
Häslein läuft so schnell es kann,
Will kein Kraut mehr haben;
Jäger legt die Flinte an,--
Pautz! Da liegt’s im Graben!
 
Ach, es fließt sein Blut so rot
Auf das grüne Gräslein
Und das Häslein ist nun tot,--
Armes kleines Häslein!
 
Häslein frißt kein Kräutlein mehr,
Tut auch keinen Schaden,
Springt nicht lustig hin und her,--
Nun wird es gebraten!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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41. Dorfmusik [sung text checked 1 time]

Hoch auf dem Zaun der Gockelhahn
Fängt die Musik mit Krähen an;
Die Hühner stimmen lustig ein,
Die Gans will auch nicht stille sein.
 
Die Ziege meckert in dem Stall,
Es blöken laut die Schäflein all;
Es bellt der Hund, und grunzend schrein
Die Schweine alle, groß und klein.
 
Das Spätzlein selbst mit hellem Klang
Stimmt an den lieblichsten Gesang;
Im tiefsten Basse brummt dazu
Im Stalle hier die alte Kuh.
 
Die Drescher in der Scheune dort,
Sie schlagen flink in einem fort
Den Takt dazu, daß laut es knallt
Und weit durchs ganze Dorf hinschallt.
 
Das quiekt und schreit, das pfeift und summt,
Das klopft und grunzt, das blökt und brummt!
Wer hört je in der Stadt solch Stück?
Das ist die lustge Dorfmusik!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Mütterchen, erzähl uns was! Erzählungen, Gedichte, Lieder, Spiele, Rätsel und Sprüche für Kinderstube und Kindergarten, gesammelt und bearbeitet von Georg Paysen Petersen, Hamburg: Verlag von Otto Meißner, 1894, page 147


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42. Der Jäger [sung text checked 1 time]

Der Habicht ist ein Jägersmann,
Zur Jagd er täglich zieht;
Nach einem Täubchen oder Huhn
Sein scharfes Auge sieht!
 
Er sucht für seine Tafel sich
Ein zartes Brätchen aus
Und hält im frischen grünen Wald
Gleich seinen fetten Schmaus.
 
O hüte dich, mein Täubchen zart,
Der Jäger kommt heran; --
Blitzschnell schießt er herab auf dich, --
Dann ist's um dich gethan.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Mütterchen, erzähl uns was! Erzählungen, Gedichte, Lieder, Spiele, Rätsel und Sprüche für Kinderstube und Kindergarten, gesammelt und bearbeitet von Georg Paysen Petersen, Hamburg: Verlag von Otto Meißner, 1894, page 147


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43. Der Fischer [sung text checked 1 time]

Am Weiher dort ein Fischer steht
Mit langen Stelzenbeinen;
Gar emsig er nach Fischen späht,
Nach großen und nach kleinen.
 
Er hat nicht Netz und Angelschnur,
Die Fischlein sich zu fangen,
Er spießt die armen Tierlein nur
Mit einer spitzen Stangen.
 
Wer mag doch wohl der Fischer sein,
Der Fischer an dem Weiher
Mit langen Spieß und Stelzenbein?
Das ist der Monsieur Reiher.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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44. Der Maurer [sung text checked 1 time]

Ohne Hammer, ohne Kelle
Mauert dort ein Maurersmann;
Seht nur, wie geschickt und schnelle
Er sein Häuschen bauen kann.
 
Trägt sich allezeit aufs beste,
Schaut doch unsern netten Mann!
Schwarzer Frack und weisse Weste
Hat das Bürschlein immer an.
 
Wenn er endlich rund und niedlich
Aufgebaut sein Häuslein klein,
Zieht mit seinem Weibchen friedlich
Unser Mann im Frack hinein.
 
Doch an Fenster hat beim Bauen
Unser Maurer nicht gedacht;
Nur ein Türlein ist zu schauen,
Offen stets bei Tag und Nacht.
 
Ohne Grämen, ohne Sorgen
Lebt man in dem kleinen Haus;
Alle Tage, heut' wie morgen,
Gibt's darin Musik und Schmaus.
 
Täglich wird dort frischer Braten
Und Sang und Klang verspeist.
Wer will sagen, wer kann raten,
Wie der kleine Maurer heisst?

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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45. Der Gockelhahn [sung text checked 1 time]

Der Gockelhahn, der Gockelhahn,
Der hat zwei große Sporen an
Und geht so stolz und keck einher
Als wenn ein großer Herr er wär'.
 
Herr Gockelhahn, Herr Gockelhahn,
Hat Sporen und nicht Stiefel an,
Hat Sporen und nicht Lederschuh,
Hat Sporen und kein Pferd dazu.
 
Herr Gockelhahn, Herr Gockelhahn,
Er ist ein lust'ger Reitersmann;
Herr Reiter zu Fuß, wir lachen dich aus,
Reit' hurtig nur in das Hühnerhaus!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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46. Der Meister Zimmermann [sung text checked 1 time]

Wer klopft und hämmert doch im Wald
Den lieben langen Tag,
Daß weit durch Feld und Thal hinschallt
Das Klopfen Schlag auf Schlag?
 
Das ist ein kleiner Zimmermann,
Versteht sein Werk nicht schlecht;
Er hämmert, was er hämmern kann,--
Das ist der Meister Specht.
 
Die Axt, die unser Zimmermann,
Das kleine Meisterlein,
So frisch und kräftig schwingen kann,
Das muß sein Schnabel sein.
 
Was haut es sich, was baut es sich,
Das Zimmermännlein dort?
Es baut kein Haus, und emsiglich
Haut es doch immerfort.
 
Nach Würmlein und nach Käferlein
Sucht er, das schmeckt nicht schlecht;
Drum mag er nimmer müßig sein,
Der kleine Meister Specht.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Mütterchen, erzähl uns was! Erzählungen, Gedichte, Lieder, Spiele, Rätsel und Sprüche für Kinderstube und Kindergarten, gesammelt und bearbeitet von Georg Paysen Petersen, Hamburg: Verlag von Otto Meißner, 1894, pages 145-146


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47. Die Bachstelze [sung text checked 1 time]

   Was geht dort für ein Stelzenfuß
Am Bächlein kreuz und quer,
Und wackelt mit dem Schwänzlein doch
So hurtig hin und her?
 
   Bachstelzchen ist's, -- es hüpft so keck
Und leicht von Stein zu Stein,
Schaut mit den Augen hell und klar
Froh in die Welt hinein!
 
   Ein Würmlein ist sein Mittagsschmaus,
Sein Trank das Bachlein dort.
Es flattert hin, es flattert her,
Und fliegt dann hurtig fort.
 
   Bachsteltzchen hat nicht Sorg' und Not,
Kann immer lustig sein;
Der liebe Gott im Himmel sorgt
Auch für die Vögelein!

The text shown is a variant of another text.
It is based on

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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48. Schlummerlied [sung text checked 1 time]

     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Still nur ein in guter Ruh,
Schließ die hellen Äuglein zu!
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Vöglein in dem Neste liegt,
Wird vom Winde sanft gewiegt.
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Häslein in dem Walde ruht
Schon in seinem Bettchen gut.
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Hinter’m Ofen lieget still
Kätzlein, weil es schlafen will.
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Schäflein liegt im Stall versteckt,
Hat gar warm sich zugedeckt.
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Täubchen sitzt im Taubenschlag,
Schläft so viel es schlafen mag.
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Hühnchen schläft im Hühnerhaus,
In dem dunkeln Loch die Maus!
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Hündlein schlummert still und gut,
Das sonst immer bellen tut.
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Alles macht die Äuglein zu,--
Und schläft ein in guter Ruh.
 
     Schlaf, Kindlein, schlaf!
Alles schläft, nur Gott hält Wacht
Über uns bei Tag und Nacht!
     Schlaf, Kindlein, schlaf!

The text shown is a variant of another text.
It is based on

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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49. Abendlied [sung text checked 1 time]

   Der Abend kommt leise hernieder
Auf Dorf und Wald und Flur;
Es schweigen der [Vögelein]1 Lieder,--
Noch eines höret man nur!
 
   In purpurnen Gluten sinket
Die Sonne dort zur Ruh,
Und droben am Himmel blinket
Ein Sternlein schon freundlich mir zu!
 
   Die Abendglöcklein klingen
So lieblich nah und fern,
Und fromme Gebete schwingen
Sich leise hinauf zu dem Herrn!
 
   Nun herrschet Ruhe und Frieden
Wohl in der stillen Nacht,
Und Alles schlummert hienieden,--
Nur Gott im Himmel wacht!--

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 11

1 Kern: "Vöglein"

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50. Der Kuckuck [sung text checked 1 time]

  Der [Kukuk]1 in dem Walde schreit: Kukuk!
Du machst dich ja gewaltig breit;
Kerl, hast du denn so viele Zeit,
Und hast du denn sonst Nichts zu thun,
Als ohne Rast und ohne Ruh'n
Zu schrein: Kukuk! Kukuk?
 
   Der Kukuk in dem Walde schreit: Kukuk!
Was schreist du denn nur alle Zeit?
Kerl, bist du denn nicht recht gescheidt,
Und wirst du es denn nimmer müd
Zu singen stets das alte Lied--
Kukuk! Kukuk! Kukuk!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 35

1 Throughout the text Kern has the more usual spelling "Kuckuck"

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51. Die Henne und ihr Küchlein [sung text checked 1 time]

   Gluck! Gluck! Gluck! - die Henne ruft,
Küchlein sind nicht ferne;
Gluck! Gluck! Gluck! - da laufen sie,
Folgen [gar zu]1 gerne.

[   Gluck! Gluck! Gluck! - die Henne ruft,
Körnlein dort gefunden,
Und die Küchlein lassen sich
Schnell das Futter munden.]2

   Henne scharret immer zu
Körnlein aus der Erden,
Bis die [Küchlein allzumal]3
Ganz gesättigt werden.

   Gluck! Gluck! Gluck! - die Henne lockt
Zu dem Brunnen helle,
Und die Kühlein trinken all
Aus der frishen Quelle!

   Auf zum Himmel blicken sie,
Wenn geschluckt sie haben,
Danken wohl dem lieben Gott
Für die guten Gaben!

[ ... ]

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877, stanzas 1-5 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 58-59

1 Kern: "alle"
2 Kern: "Körnlein hat die Frau Mama / Dort im Sand gefunden, / Ei, wie läßt das kleine Volk / Sich das Futter munden."
3 Kern: "muntern Küchlein all'"

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52. In stiller Nacht [sung text checked 1 time]

    Stille! Stille! - Stille ist die Nacht!
Alles sich zum Schlafe neiget!
Alles ruhet, Alles schweiget,
Gott im Himmel wacht
In der stillen Nacht.
 
    Stille! Stille! - Stille nah und fern!
Sternlein an dem Himmel blinken,
Mahnen uns mit stummem Winken:
Liebet Gott den Herrn!
Er ist euch nicht fern!
 
    Stille! Stille! - Stille heil'ge Ruh!
Engel schweben auf und nieder,
Singen leise Schlummerlieder;
Stille sei auch du,
Schlafe nun in Ruh!
 
     Stille! Stille! - Stille ist die Nacht!
Und es schweigen alle Sorgen,
Ruhen bis zum neuen Morgen;
Gott hält treue Wacht
In der stillen Nacht!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 15


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53. Der helle Stern [sung text checked 1 time]

  Am Himmel glänzt ein heller Stern
Wohl durch die dunkle Nacht;
Vor allen Sternen schau' ich gern
Nach seiner lichten Pracht.
 
  Wer sagt mir, wie es dort mag sein,
Dort, wo mein Sternlein blinkt,
Und mir mit seinem klaren Schein
So freundlich niederwinkt?
 
  Strahlt dieses eine Sternlein schon
So lieblich durch die Nacht,--
Wie muß erst Gottes Strahlen-Thron
Hell glänzen voller Pracht!
 
  Wie muß dort erst der Engel Schaar
So hell und leuchtend sein,
Und glänzen licht und wunderbar
Des Himmels ew'ger Schein!
 
  Dorthin winkt mir der Sternen-Strahl!
O sel'ge, süße Zeit,--
Einst schan ich dort im Himmelssaal
All diese Herrlichkeit!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 18


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54. Frau Gans will singen [sung text checked 1 time]

[Frau Gans]1 die hört den frohen Chor
Der lieben Vöglein all;
Da möcht' sie gerne singen auch
Wie Lerch und Nachtigall.
Sie recket hoch den Hals empor
[Und stimmet]2 an und singt.
Daß ihr Gesang durch's ganze Dorf
[Gar lieblich hin]3 erklingt:
    Gigak! Gigak! Gigak!
 
[Und kaum hört's]4 ihre Nachbarin,
So stimmt sie fröhlich ein;
Die allerbeßte Sängerin
Möcht' jede gerne sein.
Und nun geht das Concert erst an,
Und Gans und Gänslein singt,
Daß rechts und links und überall
Das schöne Lied erklingt:
    Gigak! Gigak! Gigak!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 70

1 Taubert: "Gigak! Gigak! Frau Gans"
2 Kern: "Stimmt lustig"
3 Kern: "Auf’s lieblichste"
4 Kern: "Kaum hört es"; Taubert: "Gigak! Gigak! Und kaum hört's"

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55. Der Osterhas [sung text checked 1 time]

Nun kommt das Osterhäslein bald
Gesprungen aus dem grünen Wald,
Will allen braven [Kindelein]1
Viel Eier legen ins Nest hinein.
 
Was frißt das Osterhäslein gern?
Frißt's wohl Rosinen und Mandelkern?--
Nein, -- Blümchen, gelb und rot wie Blut,
Und grünes Gras, das schmeckt ihm gut.
 
Dann legt es auch ein rotes Ei,
Vielleicht ein gelbes [noch]2 dabei,
Und springt geschwinde husch, husch, husch
Dann wieder fort in Wald und Busch.
 
Komm, Osterhäschen, komm zu mir,
Dein Nestlein ist schon fertig hier
Von weichem Moos gar zart und fein.
Leg' nur manch schönes Ei hinein.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.; [sic] for the title

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Confirmed with Wilhelm Rippe, Des Kindes erstes Buch, Zweite Auflage, New York: William R. Jenkins; Boston: Carl Schoenhoff, 1892, page 98

1 Kern: "Kinderlein"
2 Kern: "auch"

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56. Der Christbaum im Himmel [sung text checked 1 time]

   Da droben, da droben muß Christtag es sein,
Es leuchten und flimmern die Lichtelein;
Viel hundert und tausend, ach mehr wohl gar,
Die glänzen am Himmel so hell und so klar!
 
    Dort oben, dort oben wohnt [alle Zeit]1
Christkindchen in himmlischer Herrlichkeit;
Es hat wohl den Engeln in dunkeler Nacht
Ein Bäumchen mit flimmernden Lichtern gebracht.
 
    Dran hängen der goldenen Sternlein so viel
Den freundlichen Engeln ein liebliches Spiel;
Wie werden sich freuen die [Engel]2 heut
Und jubeln und singen in seliger Freud!
 
    Dort oben, dort oben möcht' gerne ich sein
Mich freu'n mit den heiligen Engelein,
Und wandeln im hellen, im himmlischen Saal
Und schauen die flimmernden Lichtlein zumal!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 23

1 Kern: "allezeit"
2 Kern: "Engelein"

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57. Gottes Auge [sung text checked 1 time]

    Am hohen Himmel blinken
Viel Sternlein wunderbar,
Sie leuchten durch das Dunkel
So lieblich und so klar!
 
    Also auch Gottes Auge
Gar treu und helle wacht;
So leuchtet Seine Liebe
Auch in der dunklen Nacht.
 
    Der alle Sternlein zählet,--
Der kennt und liebt auch mich;
Der ihre Wege lenket,--
Führt mich auch gnädiglich!
 
    Wie soll ich, Gott, Dir danken?
Ich bin so arm und klein!
Doch will ich jetzt und ewig
Dein treues Kindlein sein!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 25


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58. Hosianna [sung text checked 1 time]

Hosianna riefen froh dem Herrn
Die Kindlein arm und klein;
Der liebe Heiland hört es gern,
Drum stimm ich fröhlich ein:
         Hosianna!
 
Hosianna! Liebster Jesu mein,
Lob, Ehr und Preis sei Dir!
Kehr auch in meinem Herzchen ein
Und bleibe stets bei mir.
         Hosianna!
 
Wo Du, o treuer Heiland bist,
Ist Friede, Glück und Ruh;
Drum ruf ich Dir, o Jesu Christ,
Hosianna! fröhlich zu!
         Hosianna!
 
Ich liebe Dich, bin ich auch klein,
Drum nimm mein Lob doch an,
Bis ich mit Deinen Engelein
Dich besser loben kann:
         Hosianna!

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 24


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59. Wiegenlied [sung text checked 1 time]

Schlaf, schlaf, schlafe mein Kind!
    In dem Stall zu Bethlehem
    Steht ein Krippelein,
    Drinnen liegt auf Heu und Stroh
    Jesus arm und klein.
 
Schlaf, schlaf, schlafe mein Kind!
    Und Maria sitzt dabei,
    Singt ein süßes Lied,
    Bis das Jesuskindlein schläft,--
    Ach, es ist so müd'!
 
Schlaf, schlaf, schlafe mein Kind!
    Ei wie süß schläft doch das Kind
    In dem Krippelein,
    Träumet von dem lieben Gott,
    Von des Himmels Schein.
 
Schlaf, schlaf, schlafe mein Kind!
    Nach dem lieben Jesuskind
    In dem dunklen Stall
    Schauen still in sel'ger Lust
    Dort die Engel all.
 
Schlaf, schlaf, schlafe mein Kind!
    Engelein schau'n auch nach dir
    Wenn du fromm nur bist;
    Von dem Himmel schicket sie
    Freundlich Jesus Christ!
Schlaf, schlaf, schlafe mein Kind!

Authorship

Set by by Anonymous/Unidentified Artist , op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.; composer's initials are "Gr. A. v. G."

Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 119-120


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60. Der gute Hirte [sung text checked 1 time]

  Mein Schäflein läßt sich leiten
An einem rothen Band,
Es läßt sich gerne weiden
Von meiner schwachen Hand.
 
  Ein Schäflein bin ich worden,
Hab' einen Hirten gut,
Der nimmt mich [aller Orten]1
In seine treue Hut.
 
  Er will mich immer leiten
An seiner Liebe Band,
Und mild und freundlich weiden
Mit seiner starken Hand.
 
  Er kennt die beste Wiese,
Wo hell ein Brünnlein rinnt,
Im goldnen Paradiese,
Wo seine Schäflein sind.
 
  Dorthin mein Hirt mich leitet;
Und wißt ihr, wer es ist,
Der mich so lieblich weidet?--
Er heißt: Herr Jesus Christ.

Authorship

Set by by Karl August Kern (1836 - 1897), op. 36, published 1877 [ vocal duet with piano ], Mainz, Kunze's Nachf.

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, page 26

1 Kern: "allerorten"

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