Translation by Moritz Georg Nitzelberger (1841 - 1904), as Moritz West and by Ludwig Held (1837 - 1900)

Ich bin die Christel von der Post
Language: German (Deutsch)  after the French (Français) 
Available translation(s): GRE
Ich bin die Christel von der Post;
Klein das Salär und schmal die Kost.
Aber das macht nichts, wenn man noch jung ist -
Wenn man nicht übel, wenn man im Schwung ist.
Ohne zu klagen
Kann man's ertragen.
Wenn man dabei
Immer lustig und frei!
Bin ja die Christel von der Post!
Mein Amt ist herrlich,
Wenn auch beschwerlich.
Auf die Adresse kommt viel an;
Wenn's ein galanter,
Recht ein charmanter
Wird es fatal oft dann und wann.
Statt Rezepisse
Gäb' er gern Küsse;
Pfiffig jedoch benehm' ich mich da!
Lass' ihn vor allem
's Porto erst zahlen.
Sage dann lachend zu ihm: ja, ja!
Einen Kuss
Wenn ich muss.
Nur nicht gleich, nicht auf der Stell'
Denn bei der Post geht's nicht so schnell

Mein Schatz, der Adam aus Tirol,
Liebt mich unbändig, glaub's ihm wohl.
Ob er mir treu ist, will ich nicht fragen,
Dass er kein Geld hat, das kann ich sagen.
Seh' ich ihn wieder,
Pocht's mir im Mieder,
Wird mir so dumm
Und ich weiß nicht warum?
Bin halt die Christel von der Post.
Er meint es ehrlich,
Fragt unaufhörlich
Wann ich ihm folge zum Altar.
Er sagt: «Ich nehm' dich.»
Ich sage: «Schäm dich!»
Wären doch komisch wir als Paar.
«Du hast zu wenig,
Ich keinen Pfennig-
Denke nur, wenn einst Kinder da!»
Treibt in die Enge
Mich sein Gedränge,
Sage ich lachend zu ihm: «Ja, ja!
Muss es sein,
Werd' ich dein;
Nur nicht gleich, nicht auf der Stell',
Denn bei der Post geht's nicht so schnell!»

Authorship

Based on

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)

Available translations, adaptations, and transliterations (if applicable):

  • GRE Greek (Ελληνικά) [singable] (Christakis Poumbouris) , title 1: "Η ταχυδρόμα", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Researcher for this text: Christakis Poumbouris

This text was added to the website: 2012-10-05
Line count: 50
Word count: 255