by Franz Alfred Muth (1839 - 1890)

Grab' tief nur in die Erden
Language: German (Deutsch) 
Grab' tief nur in die Erden 
Ein Pflänzchen Rosmarein:  
Verborgen kann's nicht werden, 
Es muß zum Sonnenschein.

Will's auch die Scholle decken, 
Es strebt mit Macht hervor, 
Bald wird's die Knospen strecken 
Zum Himmelszelt empor. 

Wie labt's mit vollen Zügen 
Am Thau sich und am Strahl, 
Doch dankt's auch zur Genügen 
Durch Blüthen ohne Zahl.  

Senk' tief nur in die Herzen 
Der Liebe heilig Wort, 
Es ringt, und wär's in Schmerzen, 
Sich schon zur Sonne fort. 

Will's auch die Erde decken, 
O, es gelingt ihr nicht: 
Der Himmel wird schon wecken 
Den Keim zum goldnen Licht. 

Wohl dem, der ohne Wanken 
Pflanzt für den Sonnenstrahl! 
Es wird der Keim ihm danken 
Durch Blüthen ohne Zahl. 

Confirmed with G. W. Körner's Urania: Musik-Zeitschrift für Alle, dreißigster Jahrgang, ed. by A. W. Gottschalg, Erfurt: Körner'sche Buchhandlung, 1873, pages 129 - 130. Appears in Lieder von Franz Alfred Muth, no. 4, in issue no. 9. When it was published a year later in Wintergarten: Novellen und Wanderbilder nebst einer lyrischen Nachlese, it had the following changes. The second stanza became:

Will's auch die Scholle decken, 
o, es gelingt ihr nicht, 
die hellen Knospen strecken 
sich auf zum Himmelslicht.
and the fourth stanza became:
Senk' tief nur ein die Herzen 
Der Wahrheit heilig Wort, 
Es drängt, und wär's in Schmerzen, 
Sich schon zur Sonne fort.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Research team for this text: Bertram Kottmann , Melanie Trumbull

This text was added to the website: 2020-05-13
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