by Heinrich Leuthold (1827 - 1879)

An einem Grabe
Language: German (Deutsch) 
Dem Armen der gebeugt vom Jammer,
Dem Reichen in der gold'nen Kammer,
Uns Allen naht der Tod und schwingt 
  Den Hammer,
Und was im Herzen klagt und singt,
  Verklingt.

Was Großes auch der Mensch empfinde,
Was er erstrebe, was er finde:
Sein Thun und Denken sind nur Rauch
  Im Winde; --
Der höchste Ruhm, was ist er auch? 
  Ein Hauch! 

will ich damit den Schmerz vergleichen,
Die Noth, der Hoffnung früh Verbleichen,
Fühl' ich den Muth zum Leben fast
  Entweichen:
Dann wünsch' ich oft von so viel Last 
  Mir Rast.

Wohl dem, der mit den Spielgenossen,
Den Rosen, deren Duft zerflossen,
Sobald der Lenz das Augenlid 
  Geschlossen,
Im ersten Kuß beim ersten Lied 
  Verschied! 

Confirmed with Gedichte von Heinrich Leuthold, Dritte vermehrte Auflage, Frauenfeld, Verlag von J. Huber, 1884, p. 6.


Authorship

Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive)


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

This text was added to the website: 2013-12-15
Line count: 24
Word count: 113