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Leyer und Schwert

Word count: 2231

by Carl Maria (Friedrich Ernst) von Weber (1786 - 1826)

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1. Gebet während der Schlacht [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Pregrària durant la batalla", copyright © 2018, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Gebed tijdens de slag", copyright © 2007, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Prayer during battle", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Prière pendant la bataille", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


    Vater, ich rufe dich!
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,
Sprühend umzucken mich rasselnde Blitze.
 Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
    Vater du, führe mich!

    Vater du, führe mich!
Führ' mich zum [Sieg]1, führ' mich zum Tode:
[Herr]2, ich erkenne deine Gebote,
 Herr, wie du willst, so führe mich. 
    Gott, ich erkenne dich!

    Gott, ich erkenne dich!
So im herbstlichen Rauschen der Blätter
Als im Schlachtendonnerwetter
 Urquell der Gnade, erkenn' ich dich.
    Vater du, segne mich!

    Vater du, segne mich!
In deine Hand befehl' ich mein Leben,
Du kannst es nehmen, du hast es gegeben,
 Zum Leben, zum Sterben segne mich.
    Vater, ich preise dich!

    Vater, ich preise dich!
['S ist]3 ja kein Kampf für die Güter der Erde;
Das Heiligste schützen wir mit dem Schwerdte,
 Drum fallend und siegend preis' ich dich,
    Gott, dir ergeb' ich mich!

    Gott, dir ergeb' ich mich!
Wenn mich die Donner des Todes begrüßen,
Wenn meine Adern geöffnet fließen,
 Dir, mein Gott, [dir]4 ergeb' ich mich!
    Vater, [ich rufe dich]5!


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Confirmed with Leyer und Schwerdt von Theodor Körner Lieutenant im Lützow'schen Freikorps. Einzig rechtmäßige, von dem Vater des Dichters veranstaltete Ausgabe. Berlin, 1814. In der Nicolaischen Buchhandlung, pages 55-56; and with Theodor Körner's Gedichte. [Erster Theil.] Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 139-140.

1 Schubert (2nd version): "Siege"
2 Schubert (2nd version): "O Herr"
3 in many editions misprinted as "S'ist"
4 omitted by Schubert (1st version only)
5 Schubert (1st version): "du führe mich"

Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Peter Rastl [Guest Editor]

2. Abschied vom Leben [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "Adéu a la vida", copyright © 2013, (re)printed on this website with kind permission


Die Wunde brennt, die bleichen Lippen beben
ich fühl's an meines Herzens matterm Schlage,
hier steh ich an den Marken meiner Tage
Gott, wie du willst! Dir hab ich mich ergeben.
Viel gold'ne Bilder sah ich um mich schweben;
das schöne Traumbild wird zur Totenklage.
Mut! Mut! Was ich so treu im Herzen trage,
das muß ja doch dort ewig mit mir leben!
Und was ich hier als Heiligtum erkannte,
wofür ich rasch und jugendlich entbrannte,
ob ich's nun Freiheit, ob ich's Liebe nannte:
Als lichte Seraphe seh ich's vor mir stehen;
und wie die Sinne langsam mir vergehen,
trägt mich ein Hauch zu morgenroten Höhen.


Confirmed with Theodor Körner, Sämmtliche Werke: Leier und Schwert, ed. by Karl Streckfuß, Berlin: in der Nicolai'schen Buchhandlung, 1835, page 25.


Submitted by Ferdinando Albeggiani and Melanie Trumbull

3. Trost [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Herz, laß dich nicht zerspalten
Durch Feindes List und Spott.
Gott wird es wohl verwalten,
Er ist der Freiheit Gott.
 
Laß nur den Wütrich drohen,
Dort reicht er nicht hinauf.
Einst bricht in heil'gen Lohen
Doch deine Freiheit auf.
 
Glimmend durch lange Schmerzen,
Hat sie der Tod verklärt,
Aus Millionen Herzen
Mit edlem Blut genährt.
 
Wird seinen Thron zermalmen,
Schmelzt deine Fesseln los,
Und pflanzt die glühn'den Palmen
Auf deutscher Helden Moos.

Drum laß dich nicht zerspalten
Durch Feindes List und Spott,
Gott wird es wohl verwalten!
Er ist der Freiheit Gott.


Confirmed with Die befreiungskämpfe der Deutschen gegen Napoleon, dargestellt von Dr. Wilhelm Zimmermann, Stuttgart und Leipzig, Druck und Verlag von L. F. Rieger & Comp., 1836, pages 585-586.


Submitted by Ferdinando Albeggiani

4. Mein Vaterland [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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[Wo]1 ist des Sängers Vaterland?
Wo edler Geister Funken sprühten,
Wo Kränze für das Schöne blühten,
Wo starke Herzen freudig glühten,
Für alles Heilige entbrannt.
Da war mein Vaterland!

Wie heißt des Sängers Vaterland?
Jetzt über seiner Söhne Leichen,
Jetzt weint es unter fremden Streichen.
Sonst hieß es nur das Land der Eichen,
Das freie Land, das deutsche Land.
So hieß mein Vaterland!

Was weint des Sängers Vaterland?
Daß vor des Wüt'richs Ungewittern
Die Fürsten seiner Völker zittern,
Daß ihre heil'gen Worte splittern,
Und daß sein Ruf kein Hören fand.
Drum weint mein Vaterland!

Wem ruft des Sängers Vaterland?
Es ruft nach den verstummten Göttern,
Mit der Verzweiflung Donnerwettern
Nach seiner Freiheit, seinen Rettern,
Nach der Vergeltung Rächerhand.
Der ruft mein Vaterland!

Was will des Sängers Vaterland?
Die Knechte will es niederschlagen,
Den Bluthund aus den Grenzen jagen
Und frei die freien Söhne tragen
Oder frei sie betten unterm Sand.
Das will mein Vaterland!

Und hofft des Sängers Vaterland?
Es hofft auf die gerechte Sache,
Hofft, daß sein treues Volk erwache,
Hofft auf des großen Gottes Rache
Und hat den Rächer nicht verkannt.
Drauf hofft mein Vaterland!


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1 Weber: "was"

Submitted by Emily Ezust [Administrator]

5. Reiterlied [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Frisch auf, frisch auf mit raschem Flug,
Frei vor dir liegt die Welt.
Wie auch des Feindes List und Trug
Uns rings umgattert hält.
Steig, edles Roß, und bäume dich,
Dort winkt der Eichenkranz,
Streich aus, streich aus und trage mich
Zum lust'gen Schwertertanz.

Hoch in den Lüften, unbesiegt,
Geht frischer Reitersmut,
Was unter ihm im Staube liegt,
Engt nicht das freie Blut.
Weit hinter ihm liegt Sorg' und Not,
Und Weib und Kind und Herd,
Vor ihm nur Freiheit oder Tod,
Und neben ihm das Schwert.

So geht's zum lust'gen Hochzeitsfest,
Der Brautkranz ist der Preis.
Und wer das Liebchen warten läßt,
Den bannt der freie Kreis.
Die Ehre ist der Hochzeitgast,
Das Vaterland die Braut,
Wer sie recht brünstiglich umfaßt,
Den hat der Tod getraut.

Gar süß mag solch ein Schlummer sein
In solcher Liebesnacht;
In Liebchens Armen schläfst du ein,
Getreu von ihr bewacht.-
Und wenn der Eiche grünes Holz
Die neuen Blätter schwellt,
So weckt sie dich mit freud'gem Stolz
Zur ew'gen Freiheitswelt.

Drum, wie sie fällt und wie sie steigt,
Des Schicksals rasche Bahn,
Wohin das Glück der Schlachten neigt,
Wir schauen's ruhig an.
Für deutsche Freiheit woll'n wir steh'n,
Sei's nun in Grabes Schoß,
Sei's oben auf des Sieges Höh'n,
Wir preisen unser Los.

Und wenn uns Gott den Sieg gewährt,
Was hilft euch euer Spott?
Ja! Gottes Arm führt unser Schwert,
Und unser Schild ist Gott!-
Schon stürmt es mächtig rings umher,
Drum, edler Hengst, frisch auf!
Und wenn die Welt voll Teufel wär',
Dein Weg geht mittendrauf.


Confirmed with Theodor Körner, Sämmtliche Werke: Leier und Schwert, ed. by Karl Streckfuß, Berlin: in der Nicolai'schen Buchhandlung, 1835, pages 24-25.


Submitted by Sharon Krebs [Guest Editor] and Melanie Trumbull

6. Lützows wilde Jagd [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): CAT DUT ENG FRE

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , "La ferotge cacera de Lützow", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Lützows woeste jacht", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "La chasse sauvage de Lützow", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?
Hör's näher und näher brausen.
Es zieht sich herunter in düsteren Reihn,
Und gellende Hörner schallen darein,
Und erfüllen die Seele mit Grausen.
Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt,
Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Was zieht dort rasch durch den finstern Wald,
Und streift von Bergen zu Bergen?
Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,
Das Hurrah jauchzt, und die Büchse knallt,
Es fallen die fränkischen Schergen.
Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt,
Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Wo die Reben dort glühen, dort braußt der Rhein,
Der Wüthrich geborgen sich meinte,
Da naht es schnell mit Gewitterschein,
Und wirft sich mit rüst'gen Armen hinein,
Und springt ans Ufer der Feinde.
Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt,
Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Was braußt dort im Thale die laute Schlacht,
Was schlagen die Schwerdter zusammen?
Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,
[Und der]1 Funke der Freiheit ist glühend erwacht,
Und lodert in blutigen Flammen.
Und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt,
Das ist Lützow's wilde verwegene Jagd.

Wer scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,
Unter winselnde Feinde gebettet? -
Es zuckt der Tod auf dem Angesicht,
Doch die wackern Herzen erzittern nicht,
Das Vaterland ist ja gerettet!
Und wenn ihr die schwarzen Gefallnen fragt,
Das war Lützow's wilde verwegene Jagd.

Die wilde Jagd und die deutsche Jagd
Auf Henkers Blut und Tyrannen.
Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt,
Das Land ist ja frei und der Morgen tagt,
Wenn wir's auch nur sterbend gewannen,
Und von Enkeln, zu Enkeln sey's nachgesagt:
Das war Lützow's wilde verwegene Jagd.


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Confirmed with Leyer und Schwerdt von Theodor Körner Lieutenant im Lützow'schen Freikorps. Einzig rechtmäßige, von dem Vater des Dichters veranstaltete Ausgabe. Berlin, 1814. In der Nicolaischen Buchhandlung, pages 66-68; and with Theodor Körner's Gedichte. [Erster Theil.] Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 148-150.

This poem, subtitled "Leipzig 24. April 1813 auf dem Schneckenberge", was first printed in Zwölf freie deutsche Gedichte von Theodor Körner Nebst einem Anhang. 1813, pages 31-33, edited by an anonymous friend (Leipzig, im November 1813), and differs in some ways from the version published 1814 in "Leyer und Schwerdt" by the poet's father.

1 Schubert: "Der"

Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Peter Rastl [Guest Editor]

7. Gebet vor der Schlacht [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): ENG

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  • ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission


      Hör' uns, Allmächtiger!
      Hör' uns, Allgütiger!
Himmlischer [Führer]1 der Schlachten!
      Vater, Dich preisen wir.
      Vater, wir danken Dir,
Daß wir zur Freiheit erwachten!
 
      Wie auch die Hölle braus't,
      Gott, Deine starke Faust
Stürzt das Gebäude der Lüge.
      Führ' uns, Herr Zebaoth,
      Führ' uns, dreiein'ger Gott,
Führ' uns zur Schlacht, und zum Siege!
 
      Führ' uns! -- Fall' unser Los
      Auch tief in Grabes Schooß:
Lob doch und Preis Deinem Namen!
      Reich, Kraft und Herrlichkeit
      Sind Dein in Ewigkeit.
Führ' uns, Allmächtiger! -- Amen.


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Confirmed with Theodor Körner, Sämmtliche Werke: Leier und Schwert, ed. by Karl Streckfuß, Berlin: in der Nicolai'schen Buchhandlung, 1835, page 26. Also confirmed with Theodor Körner’s sämmtliche Werke, Mit Einleitung von Ernst Hermann, Erster Band, Fünfte Auflage, Berlin: G. Grote’sche Verlagsbuchhandlung, 1874, page 28.

1 Lang (on one manuscript): "Vater"

Submitted by Ferdinando Albeggiani and Sharon Krebs [Guest Editor] and Melanie Trumbull

8. Männer und Buben [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Das Volk steht auf, der Sturm bricht los.
Wer legt noch die Hände feig in den Schoß?
Pfui über dich Buben hinter dem Ofen,
Unter den Schranzen und unter den Zofen!

Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
   Stoßt mit an,
   Mann für Mann,
   Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn wir die Schauer der Regennacht
Unter Sturmespfeifen wachend vollbracht,
Kannst du freilich auf üppigen Pfühlen
Wollüstig träumend die Glieder fühlen.

Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
   Stoßt mit an,
   Mann für Mann,
   Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn uns der Trompeten rauher Klang
Wie Donner Gottes zum Herzen drang,
Magst du im Theater die Nase wetzen
Und dich an Trillern und Läufen ergötzen.

Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
   Stoßt mit an,
   Mann für Mann,
   Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn die Glut des Tags versengend drückt,
Und uns kaum ein Tropfen Wasser erquickt,
Kannst du Champagner springen lassen,
Kannst du bei brechenden Tafeln prassen.

Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
   Stoßt mit an,
   Mann für Mann,
   Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn wir vorm Drange der würgenden Schlacht
Zum Abschied ans ferne Liebchen gedacht,
Magst du zu deinen Mätressen laufen
Und dir mit Golde die Lust erkaufen.

Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
   Stoßt mit an,
   Mann für Mann,
   Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn die Kugel pfeift, wenn die Lanze saust,
Wenn der Tod uns in tausend Gestalten umbraust,
Kannst du am Spieltisch dein Septleva brechen
Und mit der Spadille die Könige stechen.

Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
   Stoßt mit an,
   Mann für Mann,
   Wer den Flamberg schwingen kann!

Und schlägt unser Stündlein im Schlachtenrot,
Willkommen dann, sel'ger Soldatentod!
Du verkriechst dich in seidene Decken,
Winselnd vor der Vernichtung Schrecken.

Stirbst als ein ehrlos erbärmlicher Wicht.
Ein deutsches Mädel beweint dich nicht,
Ein deutsches Lied besingt dich nicht,
Und deutsche Becher klingen dir nicht.
   Stoßt mit an,
   Mann für Mann,
   Wer den Flamberg schwingen kann!


Confirmed with Theodor Körner, Sämmtliche Werke: Leier und Schwert, ed. by Karl Streckfuß, Berlin: in der Nicolai'schen Buchhandlung, 1835, page 27.


Submitted by Emily Ezust [Administrator]

9. Trinklied vor der Schlacht [ sung text not yet checked against a primary source]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): DUT ENG FRE

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Drinklied vóór de slag", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Drinking song before battle", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chanson à boire avant la bataille", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


    Schlacht, du brichst an!
Grüßt sie in freudigem Kreise,
Laut nach germanischer Weise.
     Brüder heran!

     Noch perlt der Wein;
Eh' die Posaunen erdröhnen,
Laßt uns das Leben versöhnen.
     Brüder schenkt ein!

     Gott Vater hört,
Was an des Grabes Thoren
Vaterlands Söhne geschworen.
      Brüder, ihr schwört!

     Vaterlands Hort,
Woll'n wir's aus glühenden Ketten
Todt oder siegend erretten. -
     Handschlag und Wort!

     Hört ihr sie nahn!
Liebe und Freuden und Leiden,
Tod! du kannst uns nicht scheiden!
     Brüder stoßt an!

     Schlacht ruft! hinaus!
Horch, die Trompeten werben.
Vorwärts auf Leben und Sterben!
     Brüder trinkt aus!


Confirmed with Leyer und Schwerdt von Theodor Körner Lieutenant im Lützow'schen Freikorps. Einzig rechtmäßige, von dem Vater des Dichters veranstaltete Ausgabe. Berlin, 1814. In der Nicolaischen Buchhandlung, pages 82-83; and with Theodor Körner's Gedichte. [Erster Theil.] Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 161-162.


Submitted by Emily Ezust [Administrator] and Peter Rastl [Guest Editor]

10. Schwertlied [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

Translation(s): DUT ENG FRE

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Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Zwaardlied", copyright © 2010, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Malcolm Wren) , "Sword song", copyright © 2016, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "Chant de l'épée", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission


Du Schwerdt an meiner Linken,
Was soll dein heitres Blinken?
Schaust mich so freundlich an,
Hab' meine Freude dran.
Hurrah!1

»Mich trägt ein wackrer Reiter,
Drum blink ich auch so heiter,
Bin freien Mannes Wehr,
Das freut dem Schwerdte sehr.«
Hurrah!

Ja, gutes Schwerdt frei bin ich,
Und liebe dich herzinnig,
Als wärst du mir getraut,
Als eine liebe Braut.
Hurrah!

»Dir hab ich's ja ergeben,
Mein lichtes Eisenleben.
Ach wären wir getraut!
Wann hohlst du deine Braut?«
Hurrah!

Zur Brautnachts Morgenröthe,
Ruft festlich die Trompete,
Wenn die Kanonen schrei'n,
Hohl ich das Liebchen ein.
Hurrah!

»O seeliges Umfangen!
Ich harre mit Verlangen.
Du Bräut'gam, hohle mich,
Mein Kränzchen bleibt für dich.«
Hurrah!

Was klirrst du in der Scheide,
Du helle Eisenfreude,
So wild, so schlachtenfroh?
Mein Schwerdt, was klingst du so?
Hurrah!

»Wohl klirr ich in der Scheide,
Ich sehne mich zum Streite,
Recht wild und schlachtenfroh.
Drum Reiter klirr ich so.«
Hurrah!

Bleib doch im engen Stübchen.
Was willst du hier, mein Liebchen?
Bleib still im Kämmerlein,
Bleib, bald hohl' ich dich ein.
Hurrah!

»Laß mich nicht lange warten!
O schöner Liebesgarten,
Voll Röslein blutigroth,
Und aufgeblühtem Tod!«
Hurrah!

So komm denn aus der Scheide,
Du Reiters Augenweide,
Heraus, mein Schwerdt, heraus!
Führ' dich ins Vaterhaus.
Hurrah!

»Ach herrlich ists im Freien,
Im rüst'gen Hochzeitreihen.
Wie glänzt im Sonnenstrahl
So bräutlich hell der Stahl!«
Hurrah!

Wohlauf, ihr kecken Streiter,
Wohlauf, ihr deutschen Reiter!
Wird euch das Herz nicht warm,
Nehmt's Liebchen in den Arm!
Hurrah!

Erst that es an der Linken,
Nur ganz verstohlen blinken,
Doch an die Rechte traut,
Gott sichtbarlich die Braut.
Hurrah!

Drum drückt den liebeheißen,
Bräutlichen Mund von Eisen,
An eure Lippen fest.
Fluch! wer die Braut verläßt.
Hurrah!

Nun laßt das Liebchen singen,
Daß helle Funken springen,
Der Hochzeitsmorgen graut -
Hurrah! du Eisenbraut!
Hurrah!


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Confirmed with Leyer und Schwerdt von Theodor Körner Lieutenant im Lützow'schen Freikorps. Einzig rechtmäßige, von dem Vater des Dichters veranstaltete Ausgabe. Berlin, 1814. In der Nicolaischen Buchhandlung, pages 84-88; and with Theodor Körner's Gedichte. [Erster Theil.] Neueste Auflage. Wien 1815. Bey B. Ph. Bauer, pages 163-166.

This poem, written in the night before his death in battle, Aug. 26, 1813, was first printed in Zwölf freie deutsche Gedichte von Theodor Körner Nebst einem Anhang. 1813, pages 50-54, edited by an anonymous friend (Leipzig, im November 1813), and differs in some ways from the version published 1814 in "Leyer und Schwerdt" by the poet's father.

1 Körner's note: "Bei dem Hurrah! wird mit den Schwerdtern geklirrt."

Submitted by Martin-Beatus Meier and Melanie Trumbull and Peter Rastl [Guest Editor]

11. Bei der Musik des Prinzen Louis Ferdinand [ sung text checked 1 time]

Language: German (Deutsch)

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Düste're Harmonieen hör' ich klingen,
Mutig schwellen sie ans volle Herz,
In die Seele fühl' ich sie mir dringen,
Wecken mir den vaterländ'schen Schmerz.
Und mit ihren früh geprüften Schwingen
Kämpfen sie im Sturme himmelwärts;
Doch sie tragen nur ein dunkles Sehnen,
Nicht den Geist aus diesem Land der Thränen.

Allgewaltig hält ihn noch das Leben,
Taucht die Flügel in den styg'schen Fluß.
Es ist nicht der Künste freies Schweben,
Nicht verklärter Geister Weihekuß.
Noch dem Erdgeist ist er preisgegeben,
Mit dem Staube kämpft der Genius,
Reißt er auch im Rausche der Gedanken
Oft sich blutend los aus seinen Schranken.

Dann ergreift ihn ein bacchantisch Wüten,
Wilde Melodieenblitze sprühn,
Aus dem Tode ruft er Strahlenblüten
Und zertritt sie kalt, sobald sie blühn.
Wenn die letzten Funken bleich verglühten,
Hebt er sich noch einmal stolz und kühn
Und versinkt dann mit gewalt'gem Schauren
In den alten Kampf mit dem Centauren.

Wilder Geist! jetzt hast du überwunden!
Deine Nacht verschmilzt in Morgenrot;
Ausgekämpft sind deiner Prüfung Stunden,
Leer der Kelch, den dir das Schicksal bot.
Kunst und Leben hat den Kranz gewunden,
Auf die Locken drückte ihn der Tod.
Deinen Grabstein kann die Zeit zermalmen,
Doch die Lorbeern werden dort zu Palmen.

Und dein Sehnen klagte nicht vergebens:
Einmal ward's in deiner Seele Tag,
Als dein Herz am kühnsten Ziel des Strebens
Kalt und blutend auf der Walstatt lag.
Sterbend löste sich der Sturm des Lebens,
Sterbend löste sich der Harfe Schlag;
Und des Himmels siegverklärte Söhne
Trugen dich ins freie Land der Töne.


Submitted by Sharon Krebs [Guest Editor]

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     - Emily Ezust

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