by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776)
Das Traumbild
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Language: German (Deutsch)
Our translations: CAT
Geliebtes Bild, das mir mit Feurentzücken Die Seele füllt! Wann werd' ich dich an meinen Busen drücken, Geliebtes Bild? Wann mich am Bach', im Wehn der Pappelweide, Der Schlaf umwallt, Erscheinst du mir im weissen Abendkleide, Du Lichtgestalt! Du flatterst oft in früher Morgenstunde Durch mein Gemach, Und küssest mich mit deinem rothen Munde Vom Schlummer wach. Lang glaub' ich noch den Herzenskuß zu fühlen, Der mich entzückt, Und mit dem Strauß' an deiner Brust zu spielen, Der mir genickt. Jezt seh' ich dich, im Rauschen grüner Linden, Ein goldnes Band Um einen Kranz von Tausendschönchen winden Mit weisser Hand; Und bald darauf im kleinen Blumengarten, Wie Eva schön, Des Rosenbaums, des Nelkenstrauchs zu warten, Am Beete gehn. Erblick' ich dich, die ich vom Himmel bitte, Erblick' ich dich, So komm, so komm in meine Halmenhütte, Und tröste mich! Dir soll ein Beet, wo tausend Blumen wanken, Entgegenblühn; Ich will ein Dach von jungen Geisblattranken Für dich erziehn; Ins Paradies an deiner Brust mich träumen, Mein süsses Kind; Und froher sein, als unter Lebensbäumen Die Engel sind!
F. Schubert sets stanzas 1-4, 6-9
Confirmed with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Besorgt durch seine Freunde Friederich Leopold Grafen zu Stolberg und Johann Heinrich Voß. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1783, pages 133-135; and with Poetische Blumenlese Auf das Jahr 1775. Göttingen und Gotha bey Johann Christian Dieterich, pages 49-51.
Note: This is one version of Hölty's poem; another manuscript with the title "An ein Ideal" differs in some verses (see below).
Text Authorship:
- by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776), "Das Traumbild", written 1772 [author's text checked 1 time against a primary source]
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Researcher for this page: Peter Rastl [Guest Editor]
This text was added to the website: 2017-06-17
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