by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776) and by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826)
Die Knabenzeit
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Language: German (Deutsch)
Wie glücklich, wem das Knabenkleid Noch um die Schultern fliegt! Nie lästert er die böse Zeit, Stets munter und vergnügt. Das hölzerne Husarenschwert Belustiget ihn itzt, Der Kreisel, und das Steckenpferd, Auf dem er herrisch sitzt. Und schwinget er durch blaue Luft Den buntgestreiften Ball; So achtet er nicht Blüthenduft, Nicht Lerch' und Nachtigall. Nichts trübt ihm, nichts in weiter Welt, Sein heitres Angesicht, Als wenn sein Ball ins Wasser fällt, Als wenn sein Schwert zerbricht. O Knabe, spiel' und laufe nur, Den lieben langen Tag, Durch Garten und durch grüne Flur Den Schmetterlingen nach. Bald schwitzest du, nicht immer froh, Im engen Kämmerlein, Und lernst vom dicken Cicero Verschimmeltes Latein!
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Confirmed with Gedichte von L. H. Ch. Hölty. Neu besorgt und vermehrt von Johann Heinrich Voß. Wien, 1815. Bey Chr. Kaulfuß und C. Armbruster. Gedruckt bey Anton Strauß, pages 112-113; and with Gedichte von Ludewig Heinrich Christoph Hölty. Neu besorgt und vermehrt von Johann Heinrich Voss. Hamburg, bei Carl Ernst Bohn. 1804, pages 139-140.
This is the version of Hölty's poem heavily reworked by Voß. For the original version from Hölty's manuscript, with 7 stanzas, see below.
Text Authorship:
- by Ludwig Heinrich Christoph Hölty (1748 - 1776), "Die Knabenzeit", written 1771, first published 1804 [author's text checked 1 time against a primary source]
- by Johann Heinrich Voss (1751 - 1826), "Die Knabenzeit", written 1771, first published 1804 [author's text checked 1 time against a primary source]
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This text was added to the website between May 1995 and September 2003.
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