by Wilhelm Müller (1794 - 1827)
Die Geister der alten Helden am Tage der...
Language: German (Deutsch)
Wir haben tief geschlafen, wir haben schwer geträumt – O Tag der Auferstehung, wie lang' du hast gesäumt! Wir haben schwer geträumet von Joch und Kett' und Band; Da haben unsre Wunden uns bis in's Herz gebrannt. Wir sahn die Burgen fallen, die Tempel untergehn, Wir sahen fremde Fahnen auf ihren Trümmern wehn; Barbarentritt zerstampfte den Rasen unsrer Gruft, Die Klänge unsrer Sprache verhallten in die Luft; Und was auf unsren Hügeln beschwur des Jünglings Herz, Was uns die Jungfrau klagte von ihrem heißen Schmerz, Wir konnten's nicht verstehen – doch zu vernehmlich drang Durch unsre Erdendecke der Sklavenketten Klang. Heil uns! Es ist vorüber. Heil uns! Wir träumten nur: Der Freiheit Lieder schallen hell über Berg und Flur; Bekränzt sind unsre Hügel, die Erd' ist federleicht, Des Schlafes wirrer Nebel vor unsren Blicken weicht; Die Wunden sind geheilet, die Glieder sind beschwingt – Auf, Brüder, auf zum Kampfe! Die Schlachttrompete klingt.
Confirmed with Wilhelm Müller, Gedichte, Berlin, 1906, p.187
Text Authorship:
- by Wilhelm Müller (1794 - 1827), "Die Geister der alten Helden am Tage der Auferstehung" [author's text checked 1 time against a primary source]
Musical settings (art songs, Lieder, mélodies, (etc.), choral pieces, and other vocal works set to this text), listed by composer (not necessarily exhaustive):
- by Konstantia Gourzi (b. 1962), "Die Geister der alten Helden am Tage der Auferstehung", op. 90 no. 1 (2021), first performed 2021 [ soprano or tenor and piano ], from Songs for Hellas, no. 1, Universal Edition
Publisher: Universal Edition [external link]  [sung text not yet checked]
Researcher for this page: Joost van der Linden [Guest Editor]
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