Sagt, was zieht mich in die Ferne, in die traute Heimat hin? Und warum verweilt so gerne wie gefesselt dort mein Sinn? Ach, es ist der Liebe süßes Bild, das mit Sehnsucht mir die Brust erfüllt. Sagt, warum mich nicht begeistert eurer Freuden bunt Gewühl? Meines Ichs sich stets bemeistert nur ein trauriges Gefühl. O, dann denk' ich nur an sie zurück und an das genoss'ne stille Glück. Sagt, wann werd' ich wohl genesen, finden die verlor'ne Spur, wo ich einstens bin gewesen in der trauten Heimatsflur? Ach, in ihrer Nähe wird mir Heil, Glück in hren Armen mir zuteil.
Drei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte , opus 12
by Johann Georg Bratsch (1817 - 1887)
1. Heimweh
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- possibly by Johann Heinrich, Freiherr von Reitzenstein (1722 - 1780)
- possibly by A. Reitzenstein
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2. Aus der Fremde
Language: German (Deutsch)
Ich möchte hingehn wie das Abendrot Und wie der Tag mit seinen letzten Gluten - O leichter, sanfter, ungefühlter Tod! Mich in dem Schoß des Ewigen verbluten. Ich möchte hingehn wie der heitre Stern, Im vollsten Glanz, im ungeschwächten Blinken, So stille und so schmerzlos möchte gern Ich in des Himmels blaue Tiefe sinken. Ich möchte hingehn wie der Blume Duft, Die freudig sich dem schönen Kelch entringet Und auf dem Fittig blütenschwangrer Luft Als Weihrauch auf des Herren Altar schwinget. Ich möchte hingehn wie der Tau im Tal, Wenn durstig ihm des Morgens Feuer winken; O wollte Gott, wie ihn der Sonnenstrahl, Auch meine lebensmüde Seele trinken! Ich möchte hingehn wie der bange Ton, Der aus den Saiten einer Harfe dringet, Und, kaum dem irdischen Metall entflohn, Ein Wohllaut in des Schöpfers Brust erklinget. Du wirst nicht hingehn wie das Abendrot, Du wirst nicht stille wie der Stern versinken, Du stirbst nicht einer Blume leichten Tod, Kein Morgenstrahl wird deine Seele trinken. Wohl wirst du hingehn, hingehn ohne Spur, Doch wird das Elend deine Kraft erst schwächen, Sanft stirbt es einzig sich in der Natur, Das arme Menschenherz muß stückweis brechen.
Text Authorship:
- by Georg Herwegh (1817 - 1875), no title, written 1839, appears in Gedichte eines Lebendigen, in Strofen aus der Fremde, no. 2
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
- POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Quero passar", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
- RUS Russian (Русский) (Jelena Jermolajeva) , "Я хотел бы уйти. Строфы с чужбины - 2", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
3. Vorwärts
Language: German (Deutsch)
Lass das Träumen, lass das Zagen, Unermüdet wandre fort! Will die Kraft dir schier versagen, 'Vorwärts' ist das rechte Wort. Darfst nicht weilen, wenn die Stunde Rosen dir entgegenbringt, Wenn dir aus des Meeres Grunde Die Sirene lockend singt. Vorwärts, vorwärts! Im Gesange Ringe mit dem Schmerz der Welt, Bis auf deine heisse Wange Goldner Strahl von oben fällt, Bis der Kranz, der dichtbelaubte, Schattig deine Stirn umwebt, Bis verklärend überm Haupte Dir des Geistes Flamme schwebt. Vorwärts drum durch Feindes Zinnen, Vorwärts drum durch Todes Pein, Wer den Himmel will gewinnen, Muss ein rechter Kämpfer sein!
Text Authorship:
- by Emanuel Geibel (1815 - 1884), "Vorwärts", appears in Jugendgedichte, in 3. Drittes Buch, in Athen
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Onward", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Guy Laffaille) , "En avant", copyright © 2015, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Gianni Franceschi) , "Avanti", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission