Vier Lieder für S., A., T. und B. , opus 82

by Adalbert Ûberlée (1837 - 1897)

1. Wanderlied [sung text not yet checked]

Nun blüh'n die Rosen in Thal und Feld, 
Nun auf, nun auf in die weite Weld 
Zum Wandern! 
Es steigt empor der Blumen Duft, 
Die Vöglein jubeln in der Luft, 
O Wandern!  

Fort aus der Stadt, fort aus dem Haus, 
Der Sonnenschein ruft uns hinaus 
Zum Wandern! 
Der Wald rauscht uns sein einsam Lied, 
Das Bächlein hin gen Süden flieht, 
O Wandern! 

Den Stab nun her!  Auf Wiedersehn! 
Hinaus und fort über Berg und Höh'n 
Zum Wandern! 
Wie schwillst du, Herz, so in der Brust, 
Das Leib ist fort, nur Freud' und Lust, 
O Wandern!  

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2. Waldkonzert [sung text not yet checked]

Conzert ist heute angesagt
Im frischen, grünen Wald;
Die Musikanten stimmen schon,--
Hör', wie es lustig schallt!
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Der Distelfink spielt keck vom Blatt
Die erste Violin;
Sein Vetter Buchfink neben an
Begleitet lustig ihn.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Frau Nachtigall, die Sängerin,
Die singt so hell und zart;
Und Monsieur Hänfling bläst dazu
Die Flöt' nach bester Art.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Die Drossel spielt die Clarinett,
Der Rab', der alte Mann,
Streicht den verstimmten Brummelbaß,
So gut er streichen kann.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Der Kuckuck schlägt die Trommel gut,
Die Lerche steigt empor
Und schmettert mit Trompetenklang
Voll Jubel in den Chor!
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Musikdirector ist der Specht,
Er hat nicht Rast noch Ruh,
Schlägt mit dem Schnabel spitz und lang
Gar fein den Takt dazu.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Verwundert hören Has und Reh
Das Fiedeln und das Schrei'n,
Und Biene, Mück und Käferlein
Die stimmen surrend ein.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 42-43


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3. Abendlied [sung text not yet checked]

Zieh, o Nacht, stille Nacht,
Leuchtend auf am Himmelszelt,
Blicke her in Sternenpracht
Friedlich auf die stille Welt!
Kranken und Müden leuchte zur Ruh',
Segne mit Frieden, freundliche Du!

Wie so klar, wie so mild
Blickt auf uns der Abendstern,
Reinen Glanzes wie ein Bild,
Wie ein milder Blick des Herrn!
Freundlicher Schimmer, leut' uns zur Ruh',
Segn' uns wie immer, Vaterhand du!

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4. Heda! der Lenz ist da [sung text not yet checked]

Es klingt wie Festgeläute, 
Die Bäume schlagen aus 
Und schmücken sich wie Bräute 
Mit buntem Blüthenstrauß.
Als Herold zieht der März heran, 
Bläst in sein Horn: Trara! 
Es geht am grünen Berg hinan,
Da ist der Lenz, -- ja, ja! 
Heda! der Lenz ist da! 
  Trara! 

Nun kommen aus dem Süden 
Die ersten Schwalben bald,
Der gelle Laut der Rüden 
Durchdringt den jungen Wald.
Als Hofnarr zieht April heran, 
Bläst in sein Horn: Trara! 
Voll Schwänk' eilt er aus Sturmesbahn,
Das ist der Lenz, -- ja, ja!
Heda! der Lenz ist da! 
  Trara! 

Die Birken und die Linden,
Die duften würzig auch, 
Den Pfingststrauß sich zu winden
Ist aller Mädchen Brauch! 
Als Ritter zieht der Mai heran,
Bläst in sein Horn: Trara! 
Die Liebe hat's ihm angethan,
Das ist der Lenz, -- ja, ja! 
Heda! der Lenz ist da! 
  Trara!

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