Ich kenn' ein Auge, das, so mild, Und glänzend wie ein Sternenbild, Voll Huld auf mich hernieder sieht Und mich hinauf zum Himmel zieht. Dort prangt ein Stern so hell und rein Wie jenes Auges Sonnenschein . . . Du liebes Aug', Du lieber Stern, Du bist mir nah' und doch so fern. Dies Aug' ist süß und veilchenblau, Drin spiegelt sich der Thräne Thau, Und wenn ich dieses Auge seh', Erfüllt mich Lust, erfüllt mich Weh. Versenken möcht' ich mich hinein Und dieses Auges Apfel sein . . . Du liebes Aug', Du lieber Stern, Du bist mir nah' und doch so fern. Ich forsche nach der Sterne Lauf Und schau' gar oft zum Aug' hinauf; Dies Sternenaug', so hold und süß, Ist meiner Erde Paradies. Gern drückte ich voll Liebeslust Den Augenstern an meine Brust! Du liebes Aug', Du lieber Stern, Du bist mir nah' und doch so fern. Ich grüße Dich, ich küsse Dich Du, Auge, leuchtest nur für mich; Nur mir allein, nur mir allein, Lacht dieses Sternes Silberschein. Ihr seid mein Dioscurenpaar Ich bet' Euch an das ganze Jahr! Du liebes Aug', Du lieber Stern, Du bist mir nah' und doch so fern! Doch schließt einmal dies Auge sich, Dann wird es nie mehr Tag für mich; Wenn jener Stern mir nicht mehr lacht, Dann ist [ewig]1 für mich Nacht; Denn diese beiden Sterne hold Sind Mondenglanz und Sonnengold . . . Du liebes Aug', Du lieber Stern, Du bist mir nah' und doch so fern!
Vier Lieder , opus 202
by Franz Xaver Chwatal (1808 - 1879)
1. Ich kenn ein Auge, das so mild  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Eduard Maria Oettinger (1808 - 1872), "Zwölftes Lied", appears in Neues Buch der Liebe
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Eduard Maria Oettinger, Neues Buch der Liebe, Dresden: R. Schaefer's Separat-Conto, 1852, pages 27-28.
1 Gumbert, Reichardt: "es ewig"2. S'ist schlimm genug
Language: German (Deutsch)
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3. Des Sängers Rosenzeit
Language: German (Deutsch)
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4. Silbernes Bächlein im tiefen Thal  [sung text not yet checked]
Language: German (Deutsch)
Silbernes Bächlein im tiefen Thal, Grüße dich Gott viel tausendmal! Ei, was [soll]1 dein Blitzen mich fragen? Ei, was will dein Rauschen mir sagen? Willst du mich mahnen an sie? Weißt ja, nie [vergeß']2 ich sie, nie! Bächlein, und müßte versiegen dein Quell, Meine Liebe, meine Liebe bleibt frisch doch und hell! Leuchtendes Blümlein am Rande du, Lache mir nur so schelmisch zu! Ei, was will dein Schimmern mich fragen? Ei, was will dein Nicken mir sagen? Willst du mich mahnen an sie, an sie? Weißt ja, nie [vergeß']2 ich sie, nie! Blümlein, wie bald ist dein Schimmer dahin, Aber treu doch, aber treu doch bleibt ewig mein Sinn! Wallender Busch in dem kühlem Grund, Mach' mir mein frohes Herz nicht wund! Ei, was will dein Säuseln mich fragen? Ei, was will dein Grün wohl mir sagen? Willst du mich mahnen an sie, an sie? Weißt ja, nie [vergeß']2 ich sie, nie! Fallen, mein Busch, auch die Blätter dir ab, Meine [Liebe, sie grünt noch wohl über]3 dem Grab!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), title 1: "Silbernes Bächlein", title 2: "Silbernes Bächlein im tiefen Thal!", appears in Liederbuch, in 2. Liebeslieder, no. 211
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View original text (without footnotes)Confirmed with Die poetische Nationalliteratur der deutsche Schweiz. Dritter Band, Glarus: J. Vogel, 1867, pages 285-286.
Also confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, pages 185-186.
1 Randhartinger: "will"2 Randhartinger: "vergaß"
3 Randhartinger: "Liebe grünt über"