Fünf Gesänge für 1 tiefere Stimme mit Pianoforte , opus 3

by Armin von Boehme

1. Abschied [sung text not yet checked]

(Er.)
Wie schwer es auch dem Herzen fällt,
Das Heimathland zu meiden:
Nichts Schwerer's giebt es auf der Welt 
Als von der Liebsten scheiden! 

Scon steh' ich auf des Berges Rand, 
Und kann den Blick nicht wenden --
Ein Gruß noch dem geliebten Land,
Dann will den Schmerz ich enden.

Die Sonne sinkt -- der Nebel fällt -- 
Die Abendwinde wehen --
Leb wohl du, meine ganze Welt! 
Werd' ich dich wieder sehen? 

Authorship:

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Confirmed with Gedichte von Richard Pohl, Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1859, page 33.


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Umsonst [sung text not yet checked]

(Er.)
Wir tauschten nun Seele um Seele
Und sollen's uns nicht mehr gestehn; 
Mit meiner einsamen Liebe 
Muß schweigend von dannen ich gehn! 

Nur Worte kann ich dir senden 
Als einzigen Liebesgruß, 
Und drücke auf stumme Blätter 
Den heißesten Liebekuß.  

Dem süßesten Liebesgeflüster 
Antwortet kein Wiederhall, 
Vergeblich suchen die Blicke 
Dich weit über Berg und Thal.  

Und meine Sehnsucht, die hauch' ich 
Den kleinen Liedern nun ein, 
Und bleibe mit meinen Träumen 
Von Glück und Liebe allein! 

Authorship:

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Confirmed with Richard Pohl, Gedichte, Weimar: Landes-Industrie-Comptoir, 1859, pages 35 - 36. Appears in Getrennte Liebe.


Researcher for this text: Melanie Trumbull

3. Räthsel [sung text not yet checked]

In deinen Augen schlummert ein Geheimniß,
Das wie ein wonn'ger Traum mich süß umfängt,
Dann wieder bangend mir die Brust beengt,
Wenn tief du seufzest: schwer drückt ein Geheimniß! 

Die blinde Meng' umschwärmt uns, kein Geheimniß
Ahnt sie, wo mich der Geister Schaar umdrängt;
Laut möcht' ich reden, doch die Lippe zwängt
Zurück das Wort, du lächelst mir: Geheimniß! 

Welch inn'ger Einklang lebt in unsrem Schweigen! 
Es hüllt in Nacht der Seelen Harmonie,
Entrückt uns aus des öden Tages Leere:

Die Stern' umkreisen uns im hehren Reigen 
Und ihre Chöre tönen: Sympathie! 
Sie macht uns zum Gestirn' im Himmelsheere.

Authorship:

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Nachtwandler [sung text not yet checked]

(Er.) 
Mein Leib ist [hier]1 gefesselt, 
Doch meine Seele bei dir, 
So schreit' ich, ein Lebend-Todter, 
Fort durch der Welt Gewirr. 

Nachtwandler bin ich geworden, 
Der suchend die Augen schließt: 
Zum Leben kehr' ich erst wieder, 
Wenn du mich wach geküßt. 

Authorship:

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Confirmed with Richard Pohl, Gedichte, Weimar: Landes-Industrie-Comptoir, 1859, page 47. Appears in Getrennte Liebe.

1 Viardot-García: "wie"; further changes may exist not shown above.

Researcher for this text: Melanie Trumbull

5. Heimkehr [sung text not yet checked]

(Er.)
Jetzt lenkt mich, ihr Füße 
Zur Heimath, zur Heimath! 
Was wankt ihr so sehr? 
Auf, eilet ihr Grüße 
Von Echo zu Echo 
Im Flug vor mir her! 

Ihr lachenden Auen 
Ich grüß euch, ich grüß euch! 
Kennt ihr mich nicht mehr? 
Ihr Augen sollt schauen 
Die Liebste, die Liebste! 
Was trübt euch so sehr?

Authorship:

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Confirmed with Richard Pohl, Gedichte, Weimar: Landes-Industrie-Comptoir, 1859, page 50. Appears in Getrennte Liebe.


Researcher for this text: Melanie Trumbull