Vier Männerchöre , opus 20

by Algernon Bennet Langton Ashton (1859 - 1937)

1. Waldconcert [sung text not yet checked]

Conzert ist heute angesagt
Im frischen, grünen Wald;
Die Musikanten stimmen schon,--
Hör', wie es lustig schallt!
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Der Distelfink spielt keck vom Blatt
Die erste Violin;
Sein Vetter Buchfink neben an
Begleitet lustig ihn.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Frau Nachtigall, die Sängerin,
Die singt so hell und zart;
Und Monsieur Hänfling bläst dazu
Die Flöt' nach bester Art.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Die Drossel spielt die Clarinett,
Der Rab', der alte Mann,
Streicht den verstimmten Brummelbaß,
So gut er streichen kann.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Der Kuckuck schlägt die Trommel gut,
Die Lerche steigt empor
Und schmettert mit Trompetenklang
Voll Jubel in den Chor!
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Musikdirector ist der Specht,
Er hat nicht Rast noch Ruh,
Schlägt mit dem Schnabel spitz und lang
Gar fein den Takt dazu.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!
 
Verwundert hören Has und Reh
Das Fiedeln und das Schrei'n,
Und Biene, Mück und Käferlein
Die stimmen surrend ein.
   Das jubilirt
   Und musiziert,
   Das schmettert und das schallt!
   Das geigt und singt
   Und pfeift und klingt
   Im frischen grünen Wald!

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Confirmed with Kinder-Lieder von G. Ch. Dieffenbach, Mainz: Verlag von C.G. Kunze, 1854, pages 42-43


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2. Die Pappeln [sung text not yet checked]

'S wollt' einer von Leipzig nach Halle gehn;
Ei, dacht' er, was werd' ich da Neues sehn!
Das ist eine schöne Reise,
Da lang' ich wohl an ganz weise.

Und als er hinauskam vor das Thor,
Da stand ihm das erste Neue bevor;
Das waren zwei lange Pappeln,
Zwei lange, lange Pappeln.

Er sah die langen Pappeln sich an,
Hat zwanzig Schritte weiter gethan,
Da standen wieder zwei Pappeln,
Zwei lange, lange Pappeln.

Er dachte, nun geht das Neue erst an,
Hat zwanzig Schritte weiter gethan,
Da standen wieder zwei Pappeln,
Zwei lange, lange Pappeln.

Nun, sagt' er, seh' ich's noch einmal mit an,
Hat zwanzig Schritte weiter gethan,
Da standen wieder zwei Pappeln,
Zwei lange, lange Pappeln. 

Da ward er böse wie ein Hahn,
Er lief gar grimmig drauf und dran,
Sah doch, trotz rappeln und zappeln,
Nur Pappeln, Pappeln, Pappeln.

Nun waren die letzten Pappeln vorbei,
Da merkt' er, daß er in Halle sei,
Und daß er ein Greis am Stabe,
Der noch in Leipzig ein Knabe. 

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3. Lied der Deutschen in Österreich [sung text not yet checked]

Anheben lasst uns allzusamm'
Ein Lied von starkem Klange,
In Österreich den deutschen Stamm
Lasst preisen uns mit Sange.
Die auf die Ostmark einst gestellt,
Dem Feind den Weg zu weisen,
Sie stehen heute noch im Feld
Und halten blank ihr Eisen.

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  • ENG English (David Arkell) , copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission

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4. Die Heinzelmännchen [sung text not yet checked]

Wie war zu Cölln es doch vordem
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul, ... man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
    Da kamen bei Nacht,
    [Ehe man's]1 gedacht,
  Die Männlein und schwärmten
  Und klappten und lärmten
      Und rupften
      Und zupften
  Und hüpften und trabten
  Und putzten und schabten...
Und eh' ein Faulpelz noch erwacht,...
War all sein Tagewerk... bereits gemacht!

Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die [Spän']2 und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
Und sah, was da zu zimmern war:
    Nahm Meißel und Beil
    Und [Säg']3 in Eil';
  Sie sägten und stachen
  Und hieben und brachen,
      Berappten
      Und kappten,
  Visierten wie Falken
  Und setzten die Balken...
Eh' sich's der Zimmermann versah...
Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da!

Beim Bäckermeister war nicht Noth,
Die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich --
    Und ächzten daher
    Mit den Säcken [schwer]4!
  Und kneteten tüchtig
  Und wogen es richtig
      Und hoben
      Und schoben
  Und fegten und backten
  Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor,
Da rückte schon das Brot, ... das neue, vor.

Beim Fleischer gieng es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
    Das ging so geschwind
    Wie die Mühl' im Wind:
  Die klappten mit Beilen,
  Die schnitzten an Speilen,
      Die spülten,
      Die wühlten
  Und mengten und mischten 
  Und stopften und wischten.
[That]5 der Gesell die Augen auf --
Wapp! hieng die Wurst da schon im Ausverkauf!

Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer, bis er niedersank,
Am hohlen Faße schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein,
    Und schwefelten fein 
    Alle Fässer ein
  Und rollten und hoben
  Mit Winden und Kloben,
    Und schwenkten
    Und senkten
  Und gossen und panschten,
  Und mengten und manschten.
Und eh' der Küfer noch erwacht:
War schon der Wein geschönt und fein gemacht!

[Einst hatt' ein Schneider]6 große Pein:
Der Staatsrock sollte fertig sein;
Warf hin das Zeug und legte sich
Hin auf das Ohr und pflegte sich.
    Da schlüpften sie frisch
    In den Schneidertisch;
  Und schnitten und rückten
  Und nähten und stickten,
      Und faßten
      Und paßten
  Und strichen und [guckten,
  [Und zupften und ruckten]7,
Und eh mein Schneiderlein erwacht:
War Bürgermeisters Rock... bereits gemacht!

Neugierig war des Schneiders Weib,
Und macht sich diesen Zeitvertreib:
Streut Erbsen hin die andre Nacht,
Die Heinzelmännchen kommen sacht:
    Eins fähret nun aus,
    Schlägt hin im Haus,
  Die gleiten von Stufen,
  Die plumpen in Kufen,
      Die fallen
      Mit Schallen,
Die lärmen und schreien,
[Und vermaledeien]8!
Sie springt hinunter auf den Schall
Mit Licht: husch, husch, husch, husch! -- verschwinden all!

O weh! nun sind sie alle fort
Und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn,
Man muß nun Alles selber thun,
      Ein Jeder muß fein
      Selbst fleißig [sein]9,
  [Und kratzen und schaben
  Und rennen und traben]10
      Und schniegeln
      Und biegeln
  Und klopfen und hacken
  Und kochen und backen.
Ach, daß es noch wie damals wär!
Doch [kommt die schöne Zeit nicht wieder her]11!

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  • ENG English (Gary Bachlund) , "The little fairies of Cologne", copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission

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Confirmed with August Kopisch, Allerlei Geister: Mährchenlieder, Sagen und Schwänke, Berlin: Alexander Duncker, 1848, pages 88 - 92.

1 Loewe: "Eh' man es"
2 Loewe: "Bank"
3 Loewe: "Säge"
4 Loewe: "so schwer"
5 Loewe: "Und that"
6 Loewe: "Ein Schneider hatte"
7 Loewe: "kuckten"
8 Loewe: "Vermaledeien"
9 Loewe: "nun sein"
10 Loewe: "Muß rennen und traben,/ Muß kratzen und schaben"
11 Loewe: "kömmt die schöne Zeit nicht mehr"

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