Ich stand am Meer, sah in die blaue Ferne, dort nach Venedig hin die Möven zieh'n; bleich spiegelten im Wasser sich die Sterne, da dacht' ich bang und sehnsuchtsvoll an ihn. Still lag die See, es ruhten Wind und Wogen. „Denkt er wohl meiner auch, liebt er mich noch?“ so dacht' ich. Eine Welle kam gezogen, sie brauste klagend, schwang zu mir sich hoch. Sie nickte mit dem weißen Köpfchen, ein Gruß von ihm - sie hat ihn mir gebracht. Da fiel mir auf die heiße Wang' ein Tröpfchen, weiß nicht, war's Wellenschaum, war's Tau der Nacht.
Vier Lieder , opus 41
by Berthold Damcke (1812 - 1875)
1. Wellengruss
Language: German (Deutsch)
2. Das Mädchen am Brunnen
Language: German (Deutsch)
Am tiefen klaren Brunnen Da sitzt ein Mägdelein, Es fallen ihre Thränen Wohl in den Brunnen hinein. So rein wie das Wasser im Brunnen, So rein ist auch ihr Herz, Und tief als wie der Brunnen, So tief ist auch ihr Schmerz. Was mag sie nur so weinen? So jung hat sie schon Gram? Sie trauert weil den Geliebten Heut man ins Grab hat gelegt.
3. Mariä Geburt
Language: German (Deutsch)
Gleich wie die lieb Waldvögelein, Mit ihren Stimmen groß und klein Früh morgens lieblich singen, Sobald anbricht die Morgenröt, Wenns purpurfarb am Himmel steht, In Berg und Tal sie klingen. Also ihr Menschen kommt herbei, Laßt hören eure Melodei, Das Kindelein zu grüssen. Heut fröhlich sein Geburtstag fällt, Sankt Anne bringt es auf die Welt, Es lasset euch geniessen. Die Morgenröt so kahl und naß, Die schönen Blumen, Laub und Gras Sich alle freundlich neigen, Weil dieses Kind mit Gütigkeit Erquicket ihre Mattigkeit, Sie ihren Dank so zeigen. Also, weil wie der Morgentau, Heut aufgeht unsre liebe Frau Zum Trost der armen Seelen, In Demut grüß sie jedermann, Denn sie ists, die uns trösten kann In aller Trauer Quälen.
Text Authorship:
- from Volkslieder (Folksongs) , appears in Des Knaben Wunderhorn
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4. Erster Verlust
Language: German (Deutsch)
Ach wer bringt die schönen Tage, Jene Tage der ersten Liebe, Ach wer bringt nur eine Stunde Jener holden Zeit zurück! Einsam nähr' ich meine Wunde Und mit stets erneuter Klage Traur' ich um's verlorne Glück. Ach, wer bringt die schönen Tage, Jener holden Zeit zurück
Text Authorship:
- by Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), "Erster Verlust", first published 1789
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
- CAT Catalan (Català) (Manuel Capdevila i Font) , copyright © 2025, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , copyright © 2006, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Emily Ezust) , "First loss", copyright ©
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Premier manque", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- ITA Italian (Italiano) (Ferdinando Albeggiani) , "Ah, chi mi riporterà i giorni belli", copyright © 2008, (re)printed on this website with kind permission
- NOR Norwegian (Bokmål) (Marianne Beate Kielland) , "Det første tap", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
First written 1785 by Goethe for his fragmentary Singspiel "Die ungleichen Hausgenossen" (Arie der Baronesse, Act II), with different stanzas 2 and 3.