Sechs Lieder aus Wolff's Tannhäuser für 1 Singstimme mit Pianoforte

Song Cycle by Bruno Schmidt (b. 1848)

1. Spielmannslied [sung text not yet checked]

Fischlein gut
In der Fluth,
Hätt' es fast gefangen,
Aber schnell
Wie die Well'
Ist's davon gegangen.

Vöglein braun,
Das im Zaun
Hin und wider hüpfet,
Auf dem Nest
Hielt ich's fest,
Ist mir doch entschlüpfet.

Mägdelein,
Auf zwei Bein
Hab' ich dich erhaschet,
Kommst nicht los,
Straf' ist groß,
Denn du hast gepaschet.
Nahmst im Scherz
Mir mein Herz,
Und das ist nichts Kleines,
Schaff' es schnell
Mir zur Stell
Oder gieb mir deines!

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

2. Tannhäuser [sung text not yet checked]

Hab' ein Röslein dir gebrochen
Frühlingsfrisch vom Strauch,
Und geheim mit ihm gesprochen
Hehl und Flüsterhauch.

Tief im Kelche ruht verschwiegen
Gar ein schüchtern Wort,
Hundert rote Blättlein biegen
Sich um güldnen Hort.

Drück es leise an die Lippen,
Wie ich auch getan,
Darfst am taubenetzten nippen
Und den Duft empfahn.

Mit des Herzens Gruß und Neigen
Will ich von dir gehn,
Rosen welken, Wünsche schweigen,
Hoffe Wiedersehn!

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Tannhäuser [sung text not yet checked]

Jahrlang möcht' ich so Dich halten,
So von Dir umschlungen sein,
Deiner Minne heimlich Walten
Strömet mächtig auf mich ein. 

Über uns die Wipfel rauschen, 
Vöglein hüpft von Ast zu Ast,
Und die wilden Rosen lauschen,
Was Du mir zu sagen hast.

Ach! sie hören wenig Worte,
Wenn wir uns in Armen ruhn,
An dem waldverschwiegnen Orte 
Giebt es Holderes zu thun.

Räthsel blühn auf Deinem Munde,
Und glückselig, wer sie löst! 
Hast in einer einz'gen Stunde
Hunderte mir eingeflößt.

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

4. Spielmannslied [sung text not yet checked]

Boten sendet aus der Mai,
Ob wir's nicht vergaßen,
Ladet uns zum Ringelrei,
Ruft in alle Straßen.
Spielmann setzt die Geig' ans Kinn,
Horche, liebes Magedin!

Lege dich an meine Brust,
Will schon lest dich halten,
Bei der Jungen Lieb' und Lust
Freuen sich die Alten.
Leichter Fuß hat leichten Sinn,
Springe, liebes Magedin!

Einen Kuß auch, Mündel roth,
Darfst du nicht versagen,
Wirst um kleine Herzensnoth
Mich nicht gleich verklagen.
Gieb ihn her und nimm ihn hin.
Lache, liebes Magedin!

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

5. Hildbold von Schwanegau [sung text not yet checked]

Unter dem Helme, unter dem Schild
Diene ich einer Frauen,
Stille im Herzen trag' ich ihr Bild,
Lasse es Niemanden schauen;
Aber sie weiß,
Daß ich mit Fleiß
Daran denke Tag und Nacht,
Nie sie spricht und wie sie lacht.

Rosenblumen brach ich mit ihr,
Wanden sie uns zum Kranze,
Trugen am Haupte die liebliche Zier
Unter der Linde beim Tanze.
Wie ich sie schwang,
Minnig umschlang,
Raunte sie mir rasch ins Ohr,
Daß sie heut ihr Herz verlor. 

Schlüsselein drückte sie mir in die Hand
Heimelich unter der Linde,
Sagte mir Alles, wo in der Wand
Sicher das Pförtchen ich sinde.
Schlupf' ich hinein
Zu ihr allein,
Küß' ich sie an ihren Mund
Hunderttausend tausend Stund.

Authorship:

See other settings of this text.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Tannhäuser [sung text not yet checked]

Zagen und Klagen 
Mag ich nicht leiden, 
Fragen und Wagen 
Soll es entscheiden.
Sieh mir ins Auge, sag' ob Du mein,
Kurz wie ein Herzschlag: ja oder nein!

Dich zu besiegen 
Ist mein Verlangen,
Wiegen und Schmiegen 
In heißem Umfangen.
Flieg' an die Brust mir mit jauchzendem Muth 
Zehrend wie Feuer ist sehnende Gluth.

Bist Du zu geben 
Alles gesonnen,
Schweben und beben
Sollst Du in Wonnen,
Zaudre nicht, wäge nicht, rufe nicht Halt! 
Stark wie der Sturm ist der Liebe Gewalt! 

Authorship:

See other settings of this text.

Confirmed with Grote'sche Sammlung von Werken zeitgenössischer Schriftsteller, Zwölfter Band. Julius Wolff, Tannhäuser, Erster Theil. Tannhäuser. Ein Minnesang. Berlin, G. Grote'sche Verlagsbuchhandlung, 1881, page 188


Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

Total word count: 503