Vier Lieder für 1 mittlere Singstimme und Pianofortebegleitung

Song Cycle by Fritz Stubenvoll

Word count: 319

1. Botschaft [sung text not yet checked]

Wenn's im Thal zu Abend läutet
Und es kommt die Dämmerzeit,
Wo durchs Feld ein Wandrer schreitet:
Süße Frau, dann sei bereit!

Denn zu dir kommt [der]1 gegangen,
Der in dir nur schafft und ruht;
Wanderglut deckt seine Wangen
Und sein Herz füllt Minneglut!

Aber du sollst inne werden,
Wie dies Herz an dir erblüht --
Sonnwendnacht webt um die Erden
Und des Wandrers Auge glüht.

Die verschwiegnen Sterne leuchten
Und sein Haar bedeckt der Thau;
Und in Wonne wird sich feuchten
Deine Wange -- süße Frau!

Authorship

See other settings of this text.

Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Sharon Krebs) , "Message", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Message", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission

View original text (without footnotes)
1 Thuille: "er"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

2. Versunken bin ich ganz darinnen [sung text not yet checked]

Versunken bin ich [ganz]1 darinnen,
In dieser stillen Winterwelt,
Bis in mein Schaffen und mein Sinnen
Mit einmal dein Gedenken fällt!

Ich horche auf! -- Was ist erklungen?
Ich fühl's, wie meine Wangen glüh'n;
Mir träumt: ein Vogel hätt' gesungen
Und alle Welt wär' wieder grün.

Authorship

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)
1 Stradal: "tief"; further changes may exist not noted.

Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

3. Sehnsucht, wie lang dehnst du den Tag? [sung text not yet checked]

Sehnsucht, wie [lang]1 dehnst du den Tag,
Wie öd' ist mir auf grüner Erden!
Stumm pocht das Herz mir, Schlag um Schlag,
Will es denn nimmer Abend werden?

Und wird es Abend -- wähnst du dann,
Daß dir der Abend Frieden brächte?
O, nur noch tiefer webt mein Bann! --
Sehnsucht, wie lang dehnst du die Nächte?

Authorship

See other settings of this text.

View original text (without footnotes)
1 Müller: "lange"

Researcher for this text: Sharon Krebs [Guest Editor]

4. Ein Spielmann zog des Wegs einher [sung text not yet checked]

Ein Spielmann zog des Wegs einher,
Dem horchten sie wohl alle;
Der macht das Herz so froh und schwer
Mit seinem goldnen Schalle.

Der kam zu einer holden Frau
Und sang um ihre Minne:
Da neigt die schöne Frau ihr Haupt
Und sagte leis: "Halt inne!"

"Denn sieh, wie stark auch Liebe ist,
Noch stärker ist die Treue;
Wie tief auch all' die Wonne wär',
Noch tiefer wär' die Reue!"

"Mein Lieben all', das ist für den,
Dem ich es zugeschworen --
Doch geht mir wohl dein süßer Sang
Für ewig nicht verloren!"

Da dankt' er ihrer weißen Hand
Und zog auf seinen Wegen;
Am nächsten grünen Lindenbaum
Ist er zur Nacht gelegen.

Zwei braune Augen sahn ihm nach,
Die ganz voll Thränen waren --
Ihm aber dünkt, er hätt' noch nie,
Ein schön'res Leid erfahren!

Authorship

See other settings of this text.

Confirmed with Wanderzeit. Ein Liederbuch von Karl Stieler, Stuttgart, Verlag von Adolf Bonz & Comp., 1882, pages 13-14.


Researcher for this text: Ferdinando Albeggiani