Im Lebenslenz

Song Cycle by Ernő (Ernst von) Dohnányi (1877 - 1960)

Word count: 365

1. Fernes Klingen [sung text checked 1 time]

Hört ihr's nicht klingen?...
Leis -- ganz leis? -- --

Es kommt aus traumverlor'nen Weiten,
es ist kein neues Lied, das meine Seele rührt,
es ist dasselbe Singen, 
es ist dasselbe Klingen,
wie vor langen Zeiten, 
das Seufzer auf die Lippen führt...

Es ist das alte, ewig neue Lied vom Sehnen --
von Liebesleid [und bitt'ren]1 Thränen!

Authorship

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Confirmed with Wilhelm Conrad Gomoll, Welt und Ich, Dichtungen, Berlin, Gose & Tetzlaff, 1903, page 9.

1 Dohnányi: "und vor bitt'ren"

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2. Du, silbernes Mondenlicht [sung text checked 1 time]

Du, silbernes Mondenlicht, 
  schleich dich zu ihr! 
Husch in das Kämmerlein 
leis zu dem Liebchen mein, 
  grüsse sie mir!

Du, silbernes Mondenlicht,
  bring' ihr den Gruss! 
Doch gehe leis und sacht, 
dass sie mir nicht erwacht, 
  vom Traumeskuss! 

Du, silbernes Mondenlicht,
  küss' ihr den Mund! 
Steig' in ihr Kämmerlein, 
bring' Gruss und Kuss hinein, 
  zur Traumesstund'!

Authorship

Confirmed with Wilhelm Conrad Gomoll, Welt und Ich, Dichtungen, Berlin, Gose & Tetzlaff, 1903, page 60.


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3. Grüsse zur Nacht [sung text not yet checked]

Nach deinen 
Lippen sehnen die meinen, 
Geliebte!
Wenn du es wüsstest 
du kämst und küsstest 
die Stunden fort! 

Zu Sternen 
blickend, in blaue Fernen
der Nächte 
das Aug' gewendet, 
hab' Gruss gesendet 
zum fernen Ort. — 

Mög' küssen, 
segnen, dich frommes Grüssen, 
umwogen 
mit Traumgestalten 
dich zärtlich Walten... 
träum' glücklich fort! 

Authorship

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Confirmed with Wilhelm Conrad Gomoll, Welt und Ich, Dichtungen, Berlin, Gose & Tetzlaff, 1903, page 61.


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4. Im Traum [sung text not yet checked]

Wie leis die Schwäne gleiten
auf dunkler Flut,
will deinen Traum durchschreiten,
dann sei mir gut...

Wo tiefrot Rosen glühen
im stillen Garten,
lass mir die schönste blühen...
mich dich erwarten!

Es kann nicht Sünde sein,
wenn dann wir küssen --
bei Tag und Sonnenschein
muss ich dich missen...

Authorship

Confirmed with Wilhelm Conrad Gomoll, Welt und Ich, Dichtungen, Berlin, Gose & Tetzlaff, 1903, page 62.


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5. Um deine Liebe [sung text not yet checked]

Um deine Liebe, zu allen Zeiten, 
will mit überlegenen Rittern streiten!
Und müsst' ich jung mich dem Tode fügen — 
gern! könnt' ich vor deinen Augen siegen!...
  Ich nähme dein Bild mit mir in die Nacht, 
  das Tage des Lebens so sonnig macht! 

Mit freier Brust im Kampfe zu sterben, 
um deine Liebe! — heisst nicht verderben! 
— Wollt mit letztem Blick noch vor dir stehen 
und bittend mit leisen Worten flehen: 
  „Küsse gieb mir, Ton deiner Lippen Rot,
  „die ewig glühen, dann . . . schönster Tod!“

Authorship

Confirmed with Wilhelm Conrad Gomoll, Welt und Ich, Dichtungen, Berlin, Gose & Tetzlaff, 1903, page 63.


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6. Serenade [sung text not yet checked]

Komm', komm' zu mir, Lieb', komm' zur Nacht, 
wenn still die Sterne glühen;
im Rosenhag, 
entrückt dem Tag, 
woll'n wir in's Traumland fliehen. 

Komm', komm' zu mir, Lieb', komm' zur Nacht, 
der Hag erzählt Geschichten; 
wir lauschen leis, 
beim Mondlicht weiss, 
auf's Windgeraun und -- Dichten. 

Komm', komm' zu mir, Lieb', komm' zur Nacht, 
dran deine Lippen müssen 
zur Laute mein 
die Worte reih'n 
und — fehlen mir zum Küssen! 

Authorship

Confirmed with Wilhelm Conrad Gomoll, Welt und Ich, Dichtungen, Berlin, Gose & Tetzlaff, 1903, page 64.


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