Aus den Blättern der Liebe. Sechs Gedichte für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Karl Anton Florian Eckert (1820 - 1879)

Word count: 589

1. Und wieder singt die Nachtigall  [sung text not yet checked]

Und wieder singt die Nachtigall
Ihr allerschönstes Lied zu Nacht,  
Und wieder sind die Sterne all'
Wie meine Sehnsucht aufgewacht. 

Ich streife noch durch Busch und Strauch,
Allein!   --  so ist mir wohl führwahr;
Der Abendwind mit lauem Hauch
Streut Blüthen mir auf Bart und Haar.

Ich denke dein!   hoch über mir
Ein schöner Stern so licht und rein;
Mir ist, als säng' er still von dir:
Sie denket dein!   sie denket dein!

Authorship

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Confirmed with Feodor Löwe, Gedichte, zweite vermehrte Auflage, Stuttgart: J. G. Cotta'scher Verlag, 1860. Appears in Blätter der Liebe, page 17.


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2. Der Wanderbursch [sung text not yet checked]

Ich weiss gar süsse Melodei
 . . . . . . . . . .

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3. Ich schau' empor  [sung text not yet checked]

Ich schau' empor zum Abendstern, 
Als ob ich dich darin erblickte, 
Dich, süßes Leben, der ich gern 
Die schönsten Liedergrüße schickte.  

Du bist der liebe, linde Strahl, 
Der mir die trübe Seele hellet:  
Wie Morgenlicht ein dunkles Thal 
Mit warmen Fluten überwellet.  

Du nimmst mein ganzes Wesen auf, 
Dem Strome gleich, deß reine Wogen 
Den wilden Bach nach kurzem Lauf 
In seine Tiefe hingezogen. 

Authorship

Confirmed with Feodor Löwe, Gedichte, Stuttgart und Tübingen: J. G. Cotta'scher Verlag, 1854. Appears in Lieder der Liebe which was renamed in an 1860 edition to Blätter der Liebe, no. 14.


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4. Reiterlied [sung text checked 1 time]

Mit meinem Fähnlein hin und her
spielt froh der Morgenwind.
Soldatenabschied wiegt nicht schwer:
Leb wohl, schmuck' Nachbarkind!
Du Reiterhand, lass los das Glas!
Trompeter, blas', dein Liedel blas',
ins Feld hinaus zu reiten!

Wir traben in den Tag hinein,
wir traben in die Nacht;
beim Sonnenschein, beim Mondenschein,
am liebsten in die Schlacht!
Du braunes Feld, du grünes Gras!
Trompeter, blas', dein Liedel blas',
mein Herzblut soll euch färben!

Soldatendach, du blau' Gezelt
hoch über Berg und Hain;
die weite, breite, große Welt
Kam'rad, ist mein und dein!
Greif mutig zu, heut' dies und das!
Trompeter, blas', dein Liedel blas',
das Heute ist dann unser!

O schmetternder Trompetenklang,
gegrüßt zu jeder Frist!
Wer weiß, wie kurz, wer weiß, wie lang'
ein Reiterleben ist?
Wer heut' noch stolz im Sattel saß -
Trompeter, blas', dein Liedel blas'! -
liegt morgen unterm Pferde.

Und wenn mich auch die Kugel nimmt,
mich und mein Rösslein trennt:
Noch einmal lustig angestimmt,
Kam'rad, dein Instrument!
O Reitertod! Gibt's Schön'res was?
Trompeter, blas', dein Liedel blas',
dein Liedel mir zum Sterben.

Authorship

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Researcher for this text: Johann Winkler

5. Ein Abschied [sung text not yet checked]

Ein Schifflein stößt vom Lande
Weit in die blaue See;
Du armes Herz am Strande,
Das Scheiden tut so weh.

Es grüßt, es winkt von Ferne
ein Tüchlein weiß und fein;
Vier treue Liebessterne,
Verlieren ihren Schein.

Du an der Uferstelle,
Du auf dem Schifflein dort;
Die Träne trinkt die Welle,
Im Wind verweht das Wort.

Verschwunden und verflogen,
Was auf den Wellen trieb;
Einsam zurückgezogen,
Wer lang am Ufer blieb.

Die Wellen gehn und schwellen
Gleichgültig ihre Bahn;
Was geht denn  auch die Wellen
Ein Menschenabschied an?

Authorship

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]

6. Frühlingslied [sung text not yet checked]

Wie es grünst und blüht im Hag,
In den Lüften welch ein Leben!
Lerchenwirbel, Finkenschlag
Und ein lustig Schwalbenschweben.
Knospen hat ein jeder Strauch,
Blüthen jeder Baum genommen,
Sonnenschein und duft'ger Hauch  -- 
Frühling, Frühling ist gekommen. 

Lang gefesselt kühler Strom,
Ströme nur und rausche wieder! 
Halle nur vom alten Dom,
Festliches Geläute, nieder.
Hoch am Berge, tief im Thal
Will sich Alles neu bewegen,
Um der Gräber Kreuz und Mal
Selbst die bunten Kränze legen.

Schäume nur in trunk'ner Lust,
Dunkler Schachte Kind, o Quelle! 
Stürze an die Felsenbrust
Deine sagenfrische Welle!
Was nicht blühn und grünen mag,
Soll doch in der Sonne prangen;
Denn ein heller Freudentag
Sei für Alle aufgegangen! 

Frühlingswind, in freier Flucht
Will ich mit dir feldwärts streifen. 
Welche reiche Segensfrucht
Seh' ich aus den Keimen reifen!
Jede Scholle bricht und schon
Blickt der Halm aus ihrer Wunde;
Durch die Lüfte klingt ein Ton --
Eines neuen Bundes Kunde.

Wald, so lang mit Reif belegt,
Deine Sänger singen wieder;
Über deinen Wipfeln regt
Schon die Taube ihr Gefieder.
Noah's Botin, möchtest du
Doch ein duftig Ölblatt tragen
All' den kranken Herzen zu,
Die da tiefbekümmert schlagen!

Authorship

Confirmed with Gedichte von Feodor Löwe, zweite vermehrte Auflage, Stuttgart: J. G. Cotta'scher Verlag, 1860. Appears in Vermischte Gedichte, pages 43 - 45 (not in Blätter der Liebe, as K. Eckert implies by including it in a collection titled "Aus den Blättern der Liebe".


Researcher for this text: Melanie Trumbull