Und wenn die Primel schneeweiß blickt Am Bach, am Bach aus dem Wiesengrund, Und wenn vom Baum die Kirschblüth nickt Und die Vöglein pfeifen im Wald allstund: Da flickt der Fischer das Netz in Ruh, Der See liegt heiter im Sonnenglanz; Da sucht das Mädel die rothen Schuh, Und schnürt das Mieder sich eng zum Tanz, Und denket still, Ob der Liebste, der Liebste nicht kommen will. Es klingt die Fiedel, es brummt der Baß, Der Dorfschulz sitzet im Schank beim Wein, Die Tänzer drehn sich ohn' Unterlaß An der Lind', an der Lind' im Abendschein. Und geht's nach Haus' um Mitternacht, Glühwürmchen trägt das Laternchen vor, Da küsset der Bube sein Dirnel sacht, Und sagt ihr leis' ein Wörtchen ins Ohr, Und sie denken beid': O du selige fröhliche Maienzeit.
2 ländliche Lieder von E. Geibel, op. 24
by Heinrich Esser (1818 - 1872)
1. Frühling
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Frühling", appears in Jugendgedichte, in 3. Drittes Buch, in Athen, in Ländliche Lieder, no. 1
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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
- DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Landelijk lied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
- ENG English (Sharon Krebs) , "Spring", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Printemps", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
- POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Canção campestre", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission
2. Nun weht auf der Haide
Language: German (Deutsch)
Nun weht auf der Heide der scharfe Nordost, Am Vordach hänget der Zapfen von Eis, Die Tannen schütteln sich all' vor Frost, Und Feld und Kirchhof sind silberweiß. Im Dorf verschneit liegt jeglicher Pfad, Ein Weg noch führet zur Schenke allein, Und geh' ich dort grade des Abends spat, So tret' ich hinein; O mein Käthchen, mein Mädchen, nun bringe mir Wein! O liebes Käthchen, nun sing' mir ein Lied Von der sonnigen, wonnigen Frühlingszeit! Und wenn erst wieder die Schwalbe zieht, Dann sollst du seh'n, wie hold sich's freit. Und wenn aufs Neue der Winter sich naht, Da schiert kein Wind uns von Ost und von West; Am lodernden Herde sitzen wir spat Im traulichen Nest Und küssen uns warm und umschlingen uns fest.
Text Authorship:
- by Emanuel von Geibel (1815 - 1884), "Winter"
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