Zwei Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte

by Alfred Rittershaus (1863 - 1929)

Word count: 248

1. Frühling [sung text not yet checked]

Und wenn die Primel schneeweiß blickt
[am Bach]1 aus dem Wiesengrund,
[wenn]2 die Kirschblüt nickt 
und die Vöglein pfeifen im Wald allstund:
da flickt der Fischer das Netz [in Ruh],
denn der See liegt heiter im Sonnenglanz;
da sucht das Mädel die [Schuh]3
und schnürt das Mieder sich eng zum Tanz,
und denket still,
ob der Liebste nicht kommen will.

Es klingt die Fiedel, es brummt der Baß
der Dorfschulz sitzet im Schank beim Wein,
die Tänzer drehn sich ohne Unterlaß 
[An der Lind', an der Lind',]4 im Abendschein.
Und geht's nach Haus um [Mitter]nacht,
Glüh-Würmchen trägt das Laternchen vor;
da küßt [er]5 sein Dirnel sacht
und sagt ihr leis ein Wörtchen ins Ohr,
und sie denken beid':
o du selige [fröhliche] Maienzeit!

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  • CAT Catalan (Català) (Salvador Pila) , copyright © 2020, (re)printed on this website with kind permission
  • DUT Dutch (Nederlands) [singable] (Lau Kanen) , "Landelijk lied", copyright © 2012, (re)printed on this website with kind permission
  • ENG English (Sharon Krebs) , "Spring", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Printemps", copyright © 2009, (re)printed on this website with kind permission
  • POR Portuguese (Português) (Margarida Moreno) , "Canção campestre", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 Schumann: "am Bach, am Bach"
2 Schumann: "und wenn am Baum"
3 Schumann: "rote Schuh"
4 omitted by Schumann
5 Schumann: "der Bube er"

Researcher for this text: Auditorium du Louvre

2. Winter [sung text not yet checked]

Nun weht auf der Heide der scharfe Nordost,
am Vordach hangt der Zapfen aus Eis,
die Tannen schütteln sich rings vor Frost,
und Feld und Kirchhof sind silberweiß.
Im Dorf verschneit liegt jeglicher Pfad,
ein Weg nur führet zur Schenke allein,
und geh ich dort grade des Abend spat,
so tret ich hinein:
O mein Käthchen, mein Mädchen, nun bring mir Wein!

O liebes Käthchen, nun sing mir ein Lied
von der sonnigen, wonnigen Frühlingszeit!
Und wenn erst wieder die Schwalbe zieht,
so sollst du schauen, wie hold sich's freit.
Und wenn auf's neu der Winter sich naht,
da schert kein Wind uns von Ost und von West;
am lodernden Herde sitzen wir spat
im traulichen Rest
und küssen uns warm und umschlingen uns fest.

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Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]