Lieder um den Tod

Song Cycle by Yrjö Henrik Kilpinen (1892 - 1959)

Word count: 325

1. Vöglein Schwermut [sung text checked 1 time]

Ein schwarzes Vöglein fliegt über die Welt,
das singt so todestraurig...
[Wer es hört, der hört nichts anderes mehr,]1
wer es hört, der tut sich ein Leides an,
der mag keine Sonne mehr schauen.

Allmitternacht ruht es [sich]2 aus
auf [dem Finger]3 des Tods.
Der streichelt's leis und spricht ihm zu:
"Flieg, mein [Vögelein!]4 flieg, mein [Vögelein!]3"
Und wieder [fliegt's]5 flötend über die Welt.

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  • ENG English (John H. Campbell) , "Melancholy bird", copyright ©, (re)printed on this website with kind permission
  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Mélancolie du petit oiseau", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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1 omitted by Petersen.
2 omitted by Wolff
3 Zemlinsky: "den Fingern"
4 Zemlinsky: "Vögelchen!"
5 Wolff: "fliegt's Vögelein"

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2. Auf einem verfallenen Kirchhof [sung text checked 1 time]

Was gehst du, armer bleicher Kopf, mich an -
es ist kein Grund, um Lebensform zu trauern.
Denn Gott wird über seine Tiefe schauern,
doch - reut ein Meer die Welle, die zerrann?

Ich will dir eine kleine Krone malen,
mein Bruder Tor, um deine kahle Stirn:
Auch du in Lebensnot und Todesqualen
warst Gottes Aug, wie ich, und Gottes Hirn.

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  • FRE French (Français) (Pierre Mathé) , "Sur un cimetière en ruine", copyright © 2011, (re)printed on this website with kind permission

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3. Der Tod und der einsame Trinker [sung text checked 1 time]

 Guten Abend, Freund!
 "Dein Wohl!"
 Wie geht's?
 "Dein Wohl!"
 Schmeckt's?
 "Dein Wohl!"
 Du zürnst mir nicht mehr?
 "Dein Wohl!"
 Im Ernst?
 "Dein Wohl!"
 Hab Dank!
 "Dein Wohl!"
 Aber...
 "Dein Wohl!"
 Zuviel!
 "Dein Wohl!"
 Nun...
 "Dein Wohl!"
 Wie du willst!
 "Dein Wohl!"
 Narr!
 "Dein Wohl!"
 Genug!
 "Dein..."

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4. Winternacht [sung text checked 1 time]

Flockendichte Winternacht...
Heimkehr von der Schenke...
Stilles Einsamwandern macht,
daß ich deiner denke.

Schau dich fern im dunklen Raum
ruhn in bleichen Linnen...
Leb ich wohl in deinem Traum
ganz geheim tiefinnen?...

Stilles Einsamwandern macht,
daß ich nach dir leide...
Eine weiße Flockennacht
flüstert um uns beide...

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5. Der Säemann [sung text checked 1 time]

Durch die Lande auf und ab
schreitet weit Bauer Tod;
aus dem Sack um seine Schulter
wirft er Keime ohne Zahl.

Wo du gehst, wo du stehst,
liegt und fliegt der feine Staub.
Durch die unsichtbare Wolke
wandre mutig, doch bereit!

Durch die Lande auf und ab
schreitet weit Bauer Tod;
aus dem Sack um seine Schulter
wirft er Keime ohne Zahl.

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6. Unverlierbare Gewähr [sung text checked 1 time]

Eines gibts, darauf ich mich
freuen darf. Das wird nicht trügen.
Eines Abends sicherlich
ruht dies Herz von allen Flügeln 
aus.

Schlafen darf dann dieser Wandrer.
Denn - was etwas weiter wacht,
wird ein andres, wird ein andrer.
Dieser hat sein Werk vollbracht --
dann.

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