Sternlein schaut auf des Friedhofs nackte Räume; sind es Gräber, sind es Bäume, was dort schwankt, von Nacht umgraut? Alles stumm; hört ihr's unter eu'ren Sohlen nicht wie leises Atemholen von den Schläfern ringsherum? Seid getrost, sorgt, die Blöße nur zu decken. Tote werden nimmer wecken euch vom Schlaf, doch Sturm und Frost. Legt das Haupt sanft nur auf den moos'gen Hügel, träuft doch von des Nachtwinds Flügel Ruhe, die der Tag uns raubt. Schlaft nur ein! Vor den Toten zaget nimmer, denn, was Leben hat, ist schlimmer, und der Mensch nur hasst allein!
Drei Zigeunerlieder von J. N. Vogl, op. 64
by Wilhelm Speyer (1790 - 1878)
1. Zigeuner auf dem Friedhof
Language: German (Deutsch)
Text Authorship:
- by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866), "Zigeuner auf dem Friedhof", appears in Klänge und Bilder aus Ungarn: Dichtungen
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Researcher for this page: Johann Winkler2. Zigeuner auf der Heide
Language: German (Deutsch)
Es feget die Heide der heulende Wind, verschwunden die Sterne, die schimmernden, sind, ein Feuer nur glimmt in der Öde allein, dort sitzen wir einsam auf moos'gem Gestein. Wir bieten dem Sturme die kräftige Brust, nicht kann uns verscheuchen sein Tosen die Lust. Wir kauern und sitzen und strecken uns lang beim Klange der Zither, beim frohen Gesang. Wir ziehen und wandern landaus und landein, die Erde zum Lager, das Kissen ein Stein, als Leiter die Sterne, den Himmel zum Schutz, zur Kurzweil' die Zither und Fäuste zum Trutz. Wir mögen nicht frönen und buhlen um Geld; nie ruhende Wand'rer durchzieh'n wir die Welt, in Wüsten nur weilend, den Menschen vorbei wir ziehen und wandern und fühlen uns frei.
Text Authorship:
- by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866), "Zigeuner auf der Heide", appears in Klänge und Bilder aus Ungarn: Dichtungen
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Research team for this page: Emily Ezust [Administrator] , Johann Winkler3. Zigeunermusik
Language: German (Deutsch)
Lustig ist's zur Kirmeszeit; welch Getümmel weit und breit! Nach der Schenke strömt's zu Hauf, die Zigeuner spielen auf. Wie das wild und lustig klingt, wie das wild und lustig springt! Geigestrich mit grellem Schrei, Zimbelklang so toll und frei. Doch die braunen Spielleut' dort zieht's im Geist zur Ferne fort, zieht's aus Tanz und Lustgebraus über Berg und Tal hinaus, über Berg' und Täler weit nach der öden Ungarheid', nach den Wäldern, wo ihr Blick Weib und Kinder ließ zurück. Weib und Kind, o bitt're Not, unbeschützt und ohne Brot! Und der Schmerz, der sie erfasst, lenkt den Arm zu größ'rer Hast, und so wird ein jeder Schall ihres Inner'n Widerhall. Aber lärmend schlingt im Kranz sich um sie der Kirmestanz, und je größer wird ihr Harm, umso lust'ger macht's den Schwarm.
Text Authorship:
- by Johann Nepomuk Vogl (1802 - 1866), "Zigeunermusik", appears in Klänge und Bilder aus Ungarn: Dichtungen
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Confirmed with Klänge und Bilder aus Ungarn. In Dichtungen von Johann N. Vogl, Wien, 1839.
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