Durch die stille, weite Welt Zieht ein Engel friedlich milde, Gießt des Himmels heil'ge Ruh' Auf das schlafende Gefilde. Ob dem dunkeln Tannenwald Rauscht die Nacht mit ihren Schatten, Und es legt ein leiser Duft Breit sich auf die weiten Matten. An dem hohen Himmelszelt Wallt das lichte Heer der Sterne, Und der Erde Nachtgebet Steigt empor zur stillen Ferne.
Für Schule und Haus. Mädchenlieder. Zweite Folge.
by Carl Attenhofer (1837 - 1914)
1. Nachts  [sung text not yet checked]
Text Authorship:
- by Theodor Heß-Füssli (flourished c1865), "Nachts", appears in Roth' und blaue Blumen. Liederstrauss für meine Freunde, in 1. Erste Abtheilung, Inneres und äußeres Leben
See other settings of this text.
Confirmed with Theodor Heß-Füßli, Roth' und blaue Blumen. Liederstrauss für meine Freunde, Zürich, by the author, 1865, page 7.
Researcher for this page: Melanie Trumbull
2. Geduld  [sung text not yet checked]
Es zieht ein stiller Engel Durch dieses Erdenland, Zum Trost für Erdenmängel Hat ihn der Herr gesandt. In seinem Blick ist Frieden Und milde, sanfte Huld, O folg' ihm stets hienieden, Dem Engel der Geduld! Er führt dich immer treulich [Durch alles Erdenleid]1, Und redet so erfreulich Von einer schönern Zeit. Denn willst du ganz verzagen, Hat er doch guten Muth; Er hilft das Kreuz dir tragen, Und macht noch Alles gut. Er macht zu linder Wehmuth Den herbsten Seelenschmerz, Und taucht in stille Demuth Das ungestüme Herz. Er macht die finstre Stunde Allmählich wieder hell, Er heilet jede Wunde Gewiß, wenn auch nicht schnell. Er zürnt nicht deinen Thränen, Wenn er dich trösten will; Er tadelt nicht dein Sehnen, Nur macht er's fromm und still. Und wenn in [Sturmestoben]2 Du murrend fragst: warum? [So]3 deutet er nach oben, Mild lächelnd, aber stumm. Er hat für jede Frage Nicht Antwort gleich bereit, Sein Wahlspruch heißt ertrage, Die Ruhstatt ist nicht weit! So geht er dir zur Seite, Und redet gar nicht viel, Und denkt nur in die Weite, An's schöne, große Ziel.
Text Authorship:
- by Karl Johann Philipp Spitta (1801 - 1859), "Geduld"
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Album der neuern deutschen Lyrik, Zweiter Theil, Zweite Auflage, Leipzig: F.A. Brockhaus, 1856, pages 274-275.
1 Proch: "Auch durch das schwerste Leid"2 Proch: "Sturm und Toben"
3 Proch: "Dann"
Research team for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor], Johann Winkler
3. Frühlingszauber  [sung text not yet checked]
Blauer Himmel, klare Lüfte, Seid gegrüßt viel tausend Mal, Und ihr ersten süßen Düfte, Und du goldner Sonnenstrahl! O wie jauchzt das Herz dir zu, Schöner, schöner Frühling du! Hast auch lange du gesäumet, Endlich, endlich kommst du doch; Und was harrend wir geträumet, Ist erfüllt nur holder noch! Alles machst du gut im Nu, Schöner, schöner Frühling du! Grünt, ihr Auen! schmückt, ihr Felder, Eilig euch zu seinem Preis! Schäumt, ihr Bäche! rauscht, ihr Wälder! Singt, ihr Vögel, heller Weis! Jauchzt mit uns ihm freudig zu: Schöner, schöner Frühling du!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Frühlingsankunft", appears in Liederbuch, in 1. Naturlieder, no. 34
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2017, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Liederbuch von Friedrich Oser, 1842-1874. Mit einem biographischen Verzeichnis der Componisten, Basel: Benno Schwabe, Verlagsbuchhandlung, 1875, page 33.
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
4. Auf die Berge  [sung text not yet checked]
Auf die Berge möcht' ich hin, Mit den frohen Lerchen ziehn! Muthig über Fels und Kluft, In die frische, freie [Luft!]1 Über Wolken möcht' ich stehn! Über Länder möcht' ich sehn! Ungetrübtes Lebensglück Lächelt dort dem freien [Blick!]2 Droben nur erstarkt der Geistm Der sich von den Fesseln reißt! Unten in des Thales Haft Schwindet ihm die freie Kraft! Juble laut mein frohes Herz! Schwing' Dich selig himmelwärts! Senk' Dein Weh' in tiefsten See! Bergeshöh' ist [himmelsnäh'!]3
Text Authorship:
- by Karl Wilhelm Ferdinand Enslin (1819 - 1875), "Auf die Berge!"
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with Der schwäbische Postbote. Feuilleton zur Neuen Augsburger Zeitung, Vierzehnter Jahrgang (20. Juni 1880), Nr. 81, page 475.
1 Messer: "Luft! / Auf die Berge möcht' ich hin!"2 Messer: "Blick! / Auf die Berge möcht' ich hin!"
3 Messer: "himmelsnäh'! / Auf die Berge möcht' ich hin!"
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
5. Komm zum Wald  [sung text not yet checked]
Ich hört' ein Vöglein singen Wohl in dem grünen Wald, Das thät so lieblich klingen, Das Echo wiederhallt: O komm', o komm' zum Wald, Der Lenz entfliehet bald. Ein Bächlein hört' ich rauschen Wohl durch das Farrenkraut, Ich ließ nicht ab zu lauschen, Es klang so lieb' und traut: O komm' zum Walde schnell, Gar bald flieht Lied und Well'. Ein Jagdhorn hört' ich blasen Ins Abendrot hinein, Wußt' nicht mein' Freud' zu lassen Und stimmte jauchzend ein: Ich komm' zum grünen Wald, Sobald das Jagdhorn schallt.
Text Authorship:
- by Anonymous / Unidentified Author
See other settings of this text.
Researcher for this page: Melanie Trumbull6. Machs wie die Lerche, juble voraus  [sung text not yet checked]
Mach's wie die Lerche, juble voraus Gläubig der Stürme leztem Gebraus! Locken die Knospen kann auch der Schnee, Freudigen Schwingen thut er nicht weh! Mach's wie die Lerche, fürchte dich nicht, Hoch ob den Wolken grüße das Licht! Laß dir nicht grauen, droben schon blaut Lächelnd der Himmel, sie hat's geschaut! Mach's wie die Lerche, schwing dich empor, Ehe die Blüthen brechen hervor! Juble nur weiter, bald ist's zu spät, Wenn vor dem Schimmer das Jauchzen verweht!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Mach's wie die Lerche!", appears in Neue Lieder, in Erstes Buch, no. 18
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , copyright © 2026, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Neue Lieder von Friedrich Oser (1874-1884), Basel: Verlag von M. Bernheim, 1885, page 17.
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
7. Grad wenn's am schönsten ist  [sung text not yet checked]
So war's zu aller Frist, Wirst's müssen leiden: Grad, wenn's am schönsten ist, Ach! gilt's zu scheiden! Sonne, du weißt es gut: Mitten im Winken, Grad in der schönsten Gluth, Ach! mußt du sinken! Fluren, wenn spät im Jahr Golden ihr flimmert Und's noch so wunderbar Leuchtet und schimmert, Jäh von der Haide bald, Trüber und trüber, Und aus dem bunten Wald Klingt es herüber: So wars's zu aller Frist, Wirst's müssen leiden: Grad, wenn's am schönsten ist, Ach! gilt's zu scheiden!
Text Authorship:
- by Friedrich Heinrich Oser (1820 - 1891), "Grad wenn's am schönsten ist", appears in Neue Lieder, in Erstes Buch, no. 97
See other settings of this text.
Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):
- ENG English (Sharon Krebs) , "Just when everything is at its most beautiful", copyright © 2021, (re)printed on this website with kind permission
Confirmed with Neue Lieder von Friedrich Oser (1874-1884), Basel: Verlag von M. Bernheim, 1885, pages 80-81.
Researcher for this page: Sharon Krebs [Senior Associate Editor]
8. Bescheidenheit siegt  [sung text not yet checked]
Die Lerche singt, der Kuckuck schreit, Krieg führt die ganze Welt, Es fängt nun an ein großer Streit In Wald und Wies' und Feld. Die Blumen streiten heftiglich, Wer wohl die schönste sei; Und nur die Rose denkt für sich: Das ist mir einerlei. Und auch die Vöglein streiten sich Um ihren Sang und Schall. "Was aber soll das kümmern mich?" So sagt die Nachtigall. Da mischet sich der Frühling drein: "Was," spricht er, "soll der Krieg? Der Nachtigall und Ros' allein Gebührt der Preis und Sieg." So laßt uns wie die Rose sein Und wie die Nachtigall! Bescheidne Herzen schön und rein, Die siegen überall.
Text Authorship:
- by August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874), "Bescheidenheit siegt"
See other settings of this text.
View text without footnotesConfirmed with the anthology Aus deutschen Lesebüchern: Dichtungen in Poesie und Prosa : erläutert für Schule und Haus, Erster Band, Vierte Auflage, Gera und Leipzig: Druck und Verlag von Theodor Hofmann, 1897, page 321.
1 Hering: "trillert"; further changes may exist not shown above.Researcher for this text: Emily Ezust [Administrator]
