Acht Mädchenlieder

Song Cycle by Richard Kleinmichel (1846 - 1901)

Word count: 685

1. Als ich in dem Bettlein lag [sung text not yet checked]

Als ich in dem Bettlein lag, 
Ging mein Herze Schlag aus Schlag,
Wollte nicht zu Ruhe gehen.
Armes Herz! was willst du mehr? 
Sieh'! du liebst ihn gar zu sehr,
Und du willst dir's nicht gestehen.

Ist die treue Nacht gekommen,
Hat mein armes Herz genommen,
Wie ein Mütterlein ihr Kind! 
Wie das Kindlein in der Wiegen 
Das nicht schlafen kann und liegen,
Nahm sie's aus den Arm geschwind.

Neige dich, du falscher Tag! 
Daß ich ruhn und schlafen mag.
Komm' hernieder voll Erbarmen,
Schöne Himmelskönigin!
Komm' o Nacht! du Trösterin,
Gute Mutter aller Armen!

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2. Warum bist du aufgewacht [sung text not yet checked]

[Arme Blume, aufgewacht]1 
Erst im Sternenscheine,
Arme [Blume!]2 deine Pracht 
Blüht nun ganz alleine --
In der Nacht.

Deine Blätter nicken sacht; 
Kühle Lüfte wehen; 
Sonne, die so golden lacht, 
Wirst du nimmer sehen -- 
In der Nacht.

All die Freuden, reich entfacht,
Darfst du nicht erwerben; 
Wo kein Auge dein hat Acht, 
Mußt verlassen sterben --
In der Nacht. 

Auch in meines Herzens Schacht
Thut solch Blümlein stehen,
Dessen noch kein Aug' gedacht,
Wird wie du vergehen --
In der Nacht. 

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Confirmed with Ausgewählte Gedichte von Ludwig Pfau, herausgegeben von Ernst Kiel, Stuttgart, Verlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung, 1898, pages 62-63.

1 Schoenberg: "Warum bist du aufgewacht"
2 Schoenberg: "Blume?"

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3. Mein Herz ist wie der Rosenbusch [sung text not yet checked]

Mein Herz ist wie der Rosenbusch 
Der in dem Gartenlande steht;
Ein Wetter kommt, und husche, husch! 
Sind alle Blumen abgeweht. 

Mein Schatz ist wie der Sonnenschein
Der über die Gartenmauer steigt;
Kaum kehrt er bei der Rose ein,
Steht sie von Blumen überzweigt.

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4. Was bin ich für in armes Kind [sung text not yet checked]

Was bin ich für ein armes Kind!
Muß still zu Hause bleiben --
Mein Schatz der darf, als wie der Wind
So frei, durch's Leben treiben.

Doch hurtig eilt er wieder heim,
Wie weit er fortgezogen -- 
Wie's Immlein nach dem Honigseim 
Kommt er nach mir geflogen.

Und wenn sein Herze trauern muß,
Wie jubelt mein Gemüte --
Ich weiß daß ich mit einem Kuß
Ihm all sein Weh vergüte.

Der König selber kam zur Stund 
Mit Zepter her und Krone -- 
Herr König! dir ist's nicht vergunnt 
Zu lohnen wie ich lohne.

Was bin ich reich im armen Haus! 
Darf selbst die Münze schlagen -- 
Ich zähle nicht und theile aus,
Und ist kein End' zu sagen.

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5. Wie ich dich liebe, soll ich dir sagen [sung text not yet checked]

Wie ich dich liebe, 
Soll ich dir sagen? 
Wie ich dich liebe, 
Kannst du mich fragen? 

O du mein Alles,
Das ich nicht lasse! 
Einz'ger Gedanke 
Den ich noch sasse! 

Weil ich dich liebe, 
Kann ich's nicht sagen;
Kann ich nur stumm die 
Seligkeit tragen.

Schau mir in's Auge 
Lass' dich umfassen -- 
Wirst mir die Antwort,
Liebster, erlassen.

Wie das im Herzen 
Wonniglich wühlet, 
Das kann nur sagen 
Wer es nicht fühlet.

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6. Da sitz' ich und spinne [sung text not yet checked]

Da sitz' ich und spinne,
Da sitz' ich allein,
Und fort ist mein Liebster
Wohl über den Rhein.
Es fahren die Fuhrleut' 
Vom Wälschland heraus,
Bringt keiner ein'n Gruß mir 
Vom Schatz mit nach Haus.

Es rudern die Fährleut' 
Wohl her und wohl hin,
Bringt keiner ein Brieflein, 
Ein Kuß steht darin.
Ja wenn ich nur wüßte
Sein Ort und Quartier,
Ich schickt' ihm ein' Feder
Und Tint' und Papier.

Da sitz' ich, da harr' ich 
Im einsamen Haus, 
Schau' über den Fluß und 
Die Dörfer hinaus.
Und tritt was im Gange,
Und rauscht was zur Seit',
Gleich mein ich er komm', und 
Er ist doch so weit.

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7. O Scheiden, das macht Schmerzen [sung text not yet checked]

O Scheiden, das macht Schmerzen! 
O Meiden, das thut leid! 
Wir lagen uns am Herzen 
Und weinten alle Beid'. 
Wir drückten uns die Hände 
Und trennten uns am Ende 
Und kehrten um behende 
Und wußten kaum Bescheid --
O Scheiden, das macht Schmerzen! 
O Meiden, das thut leid!

Es gibt kein größer Wehe,
Als wenn sich Liebe trennt;
Da sind't, soweit ich sehe, 
Mein Herzeleid kein End'. 
Das Lachen ganz verlerne,
Seit all mein Glück so ferne,
Da trauern Mond und Sterne,
Das ganze Firmament --
Es gibt kein größer Wehe,
Als wenn sich Liebe trennt.

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8. O Blätter, dürre Blätter [sung text not yet checked]

[O]1 Blätter, dürre Blätter!
Wie trauert ihr so sehr!
Als ihr noch gabet grünen Schein --
Da war mein lieber Schatz noch mein,
Den hab' ich nimmermehr.

O Blätter, dürre Blätter!
Ihr habt ihn oft gesehn,
[Wie]2 er [mir Treu versprochen]3 hat -
Ach! kann [denn]4 Liebe wie ein Blatt
In einem Jahr vergehn?

O Blätter, dürre Blätter!
Es war ein falscher Knab';
Euch klag' ich es, ihr schweiget still,
Weil ich sonst niemand sagen will,
Wie lieb' ich ihn noch hab'!

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Available translations, adaptations or excerpts, and transliterations (if applicable):

  • ENG English (Emily Ezust) , "O leaves, withered leaves", copyright ©

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1 Stiehl: "Ihr"; Worms: "Ach" - further changes for both may exist not noted.
2 Zemlinsky: "Wann"
3 Hiller: "so heiss geküsst mich"
4 Zemlinsky: "die"

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